Echte Mehlbeere

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Echte Mehlbeere
Echte Mehlbeere (Sorbus aria)

Echte Mehlbeere (Sorbus aria)

Systematik
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Mehlbeeren (Sorbus)
Art: Echte Mehlbeere
Wissenschaftlicher Name
Sorbus aria
(L.) Crantz

Die Echte Mehlbeere (Sorbus aria) ist ein Baum in der Gattung der Mehlbeeren (Sorbus) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Die Mehlbeere ist ein Strauch oder Baum von 3 bis 12 Metern Höhe. Die glatte, graue Rinde wird im Alter leicht rissig. Die 6 bis 12 Zentimeter großen Blätter sind elliptisch geformt, die Ränder ungleichmäßig doppelzahnig eingeschnitten. Die dunkelgrüne Oberseite ist anfangs samtig behaart, später jedoch glatt. Die weiße Unterseite ist von einem dichten Haarfilz bedeckt.

Im Mai und Juni bildet die Mehlbeere weiße Blüten in Rispen von 8 bis 10 Zentimetern Durchmesser. Ab August bilden sich die gelbrot bis scharlachroten Früchte. Sie sind eiförmig-kugelig und sehen wie kleine Äpfel aus.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Blüten sind vorweibliche, nektarführende Scheibenblumen; sie werden durch Insekten bestäubt und sind als Bienenweide von Bedeutung. Die Fortpflanzung erfolgt sexuell und apomiktisch. Die Fruchtreife dauert von September bis Oktober; die Früchte sind Wintersteher. Die Wurzeln besitzen ektotrophe Mykorrhiza. Die konkurrenzschwache Art tritt nie in reinen Beständen auf, sondern immer nur eingesprengt als Mischbaumart.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Echte Mehlbeere ist in West-, Mittel- und Südeuropa verbreitet. In Nordeuropa und in Teilen Südosteuropas fehlt sie dagegen. Die Gewöhnliche Mehlbeere kommt zerstreut in sonnigen Eichen- und Buchenwäldern, im Trockengebüsch, auf Steinriegeln und an Felsen, auch im subalpinen Hochstaudengebüsch vor. Sie bevorzugt trockene, kalkreiche Böden an sommerwarmen Stellen. Sie wird angebaut in Parks sowie wegen der behaarten Blattunterseiten als Staubfang an Straßenrändern.

Nach Ellenberg ist sie ein Mäßigwärmezeiger, subozeanisch verbreitet, ein Schwachsäure- bis Schwachbasezeiger, stickstoffarme Standorte bevorzugend und eine Ordnungscharakterart Trockenheitsertragender Eichenmischwälder (Quercetalia pubescenti-petraeae).[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Blühende Mehlbeere (Sorbus aria) im Bergwald

Aufgrund des Gehalts an Parasorbinsäure können die Früchte roh gegessen zu Magenverstimmungen führen. Da Parasorbinsäure durch Hitze zerstört wird, lassen sich Mehlbeeren theoretisch zu Marmelade oder anderen gekochten Fruchtzubereitungen verwenden. Der fad-mehlige Geschmack lohnt aber kaum den Aufwand. Getrocknete und gemahlene Mehlbeeren wurden früher als Mehlersatz genutzt und zum Brotbacken verwendet.

Das Holz der Mehlbeere ist eines der härtesten europäischen Hölzer. Es ist zerstreutporig und der Kern wird normalerweise nicht farblich abgesetzt. Es wirft sich beim Trocknen sehr. Durch seine Ähnlichkeit zur Birne wird das Holz der Mehlbeere zusammen mit anderen Sorbus-Arten (Speierling, Elsbeere, Vogelbeere) unter der Handelsbezeichnung „Schweizer Birnbaum“ verkauft.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5.
  • Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Die Enzyklopädie: über 1000 Blütenpflanzen Mitteleuropas. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10326-9.
  •  Peter Schütt, Horst Weisgerber, Hans J. Schuck, Ulla Lang, Bernd Stimm, Andreas Roloff: Enzyklopädie der Laubbäume. Nikol, Hamburg 2006, ISBN 3-937872-39-6.
  •  Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen. Die Flora von Deutschland interaktiv. Sehen – Bestimmen – Wissen. Der Schlüssel zur Pflanzenwelt. CD-ROM, Version 2.0, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2004, ISBN 3-494-01368-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht (= UTB für Wissenschaft. Große Reihe. Band 8104). 5. stark veränderte und verbesserte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1996, ISBN 3-8252-8104-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sorbus aria – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien