Edward Stafford, 3. Duke of Buckingham

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Edward Stafford, 3. Duke of Buckingham

Edward Stafford, 3. Herzog von Buckingham (* 3. Februar 1478 in Brecon Castle; † 17. Mai 1521 Tower Hill, London) war ein englischer Adliger.

Herkunft und Verwandtschaft[Bearbeiten]

Seine Eltern waren Henry Stafford, 2. Duke of Buckingham († 1483), und Katherine Woodville, Schwester der Ehefrau Eduards IV., Elizabeth Woodville. Über seine Urgroßmutter Anne Neville, Duchess of Buckingham war Edward mit den Königen aus dem Haus York verwandt.

Aufstieg[Bearbeiten]

Als Edwards Vater 1483 wegen einer Rebellion gegen Richard III. hingerichtet wurde, war sein Sohn erst fünf Jahre alt und ging seines Erbes verlustig. Nach dem Sieg Heinrichs VII. in der Schlacht von Bosworth Field wurde Edward ein Mündel der Königinmutter Margaret Beaufort. Zudem wurde die Verurteilung seines Vaters aufgehoben, so dass Edward sein Erbe als Duke of Buckingham antreten konnte. 1495 wurde er mit dem Hosenbandorden ausgezeichnet.

1500 heiratete Edward Eleanor Percy, eine Tochter von Henry Percy, 4. Earl of Northumberland.

Im Verlauf der Jahre am königlichen Hof unter Heinrich VII. und insbesondere Heinrich VIII. wurden Edward zahlreiche zeremonielle und auch politische Rollen zuteil. Er wurde 1485 zum Lord High Constable ernannt und durfte 1509 bei der Krönung Heinrichs VIII. als Lord High Steward die Königskrone zum Zeremoniell tragen.

1513 diente Edward als Kapitän der englischen Armee während eines Feldzugs in Frankreich.

Konfliktpotential mit dem König[Bearbeiten]

Neben seiner guten Position bei Hofe verwaltete Edward geschickt seine Ländereien im Westen des Königreiches. Zudem hatte er als Aufseher in Wales große Erfolge. Vielversprechende Heiratsabkommen für seine Kinder führten zu großer Macht in der Hand Edwards, so dass Heinrich VIII. trotz seiner Gunstbeweise vermehrt kritisch Handlungen und Äußerungen seines Dukes beobachtete. Edward war zudem der Ansicht des überlegenen adligen Blutes verbunden, so dass er verstärkt in Opposition zu bürgerlichen Beratern und Vertrauten des Königs wie zum Beispiel Thomas Wolsey stand. Edward wurde so zum Sprecher einer wachsenden Zahl von unzufriedenen Adligen, die befürchteten, Einfluss auf den König zu verlieren. Da er von Thomas of Woodstock, 1. Duke of Gloucester abstammte und auch über die Neville-Linie bis zu John of Gaunt zurückzuverfolgen war, war Edward zudem Träger eines möglichen Anspruchs der alten Königsfamilie der Plantagenets, während die Familie Tudor noch um ihre Anerkennung fürchtete.

Prozess und Hinrichtung[Bearbeiten]

1521 wurde Edward von Unterstützern Thomas Wolseys des Verrates angeklagt. Die Beweisführung berief sich auf Prophezeiungen, die den Tod des Königs und die Nachfolge Edwards voraussagten, und auf die Behauptung, Edward habe auf dieser Basis die Ermordung des Königs geplant. Die Anklage wird heute allgemein als konstruiert angesehen, wobei Thomas Wolsey dahinter vermutet wird, aber auch hier fehlen die Beweise. Edward wurde zum Tode verurteilt und am 17. Mai 1521 auf dem Tower Hill enthauptet. Seine Güter wurden eingezogen und fielen der Krone zu. Noch zwei Jahre später wurde er am 31. Juli 1523 durch einen Parlamentsbeschluss für ehrlos erklärt. Jahre später sollte Edwards Sohn Heinrich allerdings Teile der väterlichen Güter zurückbekommen.

Nachkommen[Bearbeiten]

Seiner Ehe mit Eleanor Percy entsprangen vier Töchter und ein Sohn.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Kluxen: Geschichte Englands: von den Anfängen bis zur Gegenwart. 2. Auflage. Kröner Verlag, Stuttgart 1976, ISBN 3-520-37402-1.
  • Goeffrey R. Elton: England unter den Tudors. Callwey, München 1983, ISBN 3-7667-0683-7.
  • Peter Wende (Hrsg.): Englische Könige und Königinnen der Neuzeit; Von Heinrich VIII. bis Elisabeth II. Beck, 2008, ISBN 978-3-406-57375-0.
Vorgänger Amt Nachfolger
Henry Stafford Duke of Buckingham
1485–1521
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