Efalizumab

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Wikipedia:Redaktion Chemie/ausgeblendete Strukturformel

Allgemeines
Freiname Efalizumab
Summenformel ?
CAS-Nummer 214745-43-4
ATC-Code

L04AA21

DrugBank DB00095
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Monoklonaler Antikörper

Wirkmechanismus

Immunsuppressivum

Fertigpräparate

Raptiva®

Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse ?
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung
R- und S-Sätze R: ?
S: ?
Bitte beachten Sie die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Efalizumab (Handelsname Raptiva®, Genentech) ist ein rekombinanter humanisierter monoklonaler Antikörper, der Entzündungsreaktionen dämpft. Es gehört zur pharmakotherapeutischen Gruppe der selektiven Immunsuppressiva.

Efalizumab wird gentechnisch in CHO-Zellen exprimiert. Der Antikörper ist in Deutschland seit Oktober 2004 zur Behandlung von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) vom Plaque-Typ zugelassen, bei denen andere systemische Therapien keine Wirkung zeigten, nicht vertragen wurden bzw. kontraindiziert waren.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wirkungsweise

Seine entzündungshemmende Wirkung entfaltet Efalizumab, indem sich der Antikörper selektiv an die CD11a-Untereinheit eines Oberflächenproteins der Leukozyten (LFA-1, leukocyte function antigen-1) heftet und diese damit blockiert. Dies hat zur Folge, dass die normalerweise erfolgende Bindung zwischen LFA-1 und ICAM-1 (intercellular adhesion molecule-1) verhindert wird. Es wird also die Aktivierung von T-Lymphozyten sowie die Adhäsion von T-Lymphozyten an endotheliale Zellen verhindert. Dies führt dazu, dass das Austreten der aktivierten T-Lymphozyten aus den Gefäßen in die Haut verhindert wird. Das Ergebnis ist eine Abschwächung der Psoriassymptome.

Efalizumab wird subkutan gespritzt und in der Regel über 12 Wochen einmal wöchentlich verabreicht. Zeigt der Patient/die Patientin nach dieser Zeit eine Verbesserung des Hautbildes von mindestens 50 % kann die Therapie weitergeführt werden. Nach den Ergebnissen einer Langzeitstudie sind es ca 80 % der behandelten Patienten/Patientinnen die nach 12 Wochen ein solches Ergebnis erreichen. In dieser Studie konnte auch gezeigt werden, dass Efalizumab während einer dreijährigen Therapiedauer wirksam und verträglich war.

[Bearbeiten] Nebenwirkungen

Die Unterdrückung der lokalen Immunreaktion kann Infektionen begünstigen. In den Zulassungsstudien zeigte sich in der Behandlungsgruppe eine erhöhte Rate an schweren Infektionen. Bei Patienten mit aktiver Tuberkulose oder anderen schweren Infektionen ist die Anwendung von Efalizumab kontraindiziert. Aktuell wurde im Deutschen Ärzteblatt über einen Todesfall unter Efalizumab berichtet, der sich bereits im Jahr 2006 ereignete. Dabei handelte es sich nicht um eine Staphylokokkenmeningitis, sondern um eine aseptische Meningitis, die bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen gehäuft vorkommen kann. Ein Kausalzusammenhang zwischen Erkrankung und Therapie wurde gemäß der Fachinformation als wahrscheinlich eingestuft.[1]

[Bearbeiten] Bewertung

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf bitte mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Vergleichsstudien mit anderen Therapien der Psoriasis liegen bislang nicht vor.[1] Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Efalizumab konnte im Rahmen von 5 randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien bei mehr als 3.000 Patienten gezeigt werden. In einer klinischen Studie mit 498 Patienten (1) zeigten nach 12 Wochen 39% der mit Efalizumab behandelten Patienten (Dosierung: 1 mg/kg Körpergewicht, einmal wöchentlich subkutan appliziert) eine PASI-Verbesserung um mindestens 75% gegenüber 2% in der Placebo-Gruppe. In einer Studie über 24 Wochen (2) konnte gezeigt werden, dass 43,8% der mit Efalizumab behandelten Patienten einen PASI 75 erreicht haben. Um die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer kontinuierlichen Therapie mit Efalizumab zu eruieren, wurde eine klinische Studie über 3 Jahre durchgeführt (3). Nach Monat 36 betrug die PASI 75-Response bei der "As-treated-Population" 73%. Die PASI 90-Response betrug bei dieser Population nach 36 Monaten 40%. Auch eine erneute Behandlung mit Efalizumab nach Absetzen der Therapie führt zu einer signifikanten guten Response. Die CLEAR-Studie zeigte, dass nach 12 Wochen einer Wiederbehandlungssperiode die PASI-Werte eine mittlere Verbesserung von 62% gegenüber dem Ausgangswert zeigten. In allen Studien lagen die Infektionsraten unter Efalizumab in einem mit der Placebo-Gruppe vergleichbaren Bereich. Auch während der Langzeitanwendung über 36 Wochen gab es keine opportunistischen Infektionen, keine Tuberkulose, keine kongestive Herzinsuffizienz und keine Hinweise auf ein erhöhtes Malignomrisiko. Dank der kontinuierlichen Symptomkontrolle trägt Efalizumab maßgeblich zur Steigerung der Lebensqualität der behandelten Patienten bei (5). Darüber hinaus bietet das Präparat eine langfristige Perspektive.

Zusammenfassend ergibt sich für Efalizumab folgendes Profil:

  • 73 % der Patienten erreichen über 36 Monate einen PASI 75
  • Langzeitwirkung: über mehr als 36 Monate konstante Wirkung belegt
  • Dank guter Verträglichkeit langfristig einsetzbar
  • Keine Hinweise auf erhöhtes Infektionsrisiko oder Organtoxizität
  • Auch in der Langzeitanwendung über 36 Monate sehr gutes Nutzen-Risiko-Profil

Literatur:

  • Leonardi et al., (2005), Am. Acad. Dermatol. 52: 425-433.
  • Menter et al., (2005), Arch. Dermatol. 141: 31-38.
  • Gottlieb et al., (2005), JAAD 52: P4.
  • Sterry et al., (2006), JDDG 4: 10-26.
  • Gordon et al., (2003), JAMA 290 (23): 3073-3080.

[Bearbeiten] Literatur

  • Gottlieb, A.B., Gordon, K. B., Hamilton, T. K., Leonardi, C. (2005): Maintenance of efficacy and safety with continuous efalizumab therapy in patients with moderate to severe plaque psoriasis: final Phase IIIb study results. In: J. Am. Acad. Dermatol. 52, P4.
  • Schmitt-Rau, K., Jahn, S. (2007) Efalizumab, in Duebel, S. (ed.) Handbook of Therapeutic Antibodies, Chapter 5, VCH Wiley Verlag, Weinheim

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: „Sepsis und Exitus letalis nach Therapie mit Efalizumab (Raptiva)“. Dtsch Arztebl 2008; 105(10): s. A-535  Artikel
Gesundheitshinweis
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen