Ein Engel an meiner Tafel

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Filmdaten
Deutscher Titel Ein Engel an meiner Tafel
Originaltitel An Angel at My Table
Produktionsland Neuseeland, Australien, Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1990
Länge 158 Minuten
Stab
Regie Jane Campion
Drehbuch Janet Frame
Laura Jones
Produktion Grant Major
Bridget Ikin
Musik Don McGlashan
Kamera Stuart Dryburgh
Schnitt Veronika Haeussler
Besetzung
  • Kerry Fox: Janet Frame
  • Alexia Keogh: Janet Frame (Jugendliche)
  • Karen Fergusson: Janet Frame (Kind)
  • Iris Churn: Mutter
  • Kevin J. Wilson: Vater
  • Melina Bernecker: Myrtle
  • Glynis Angell: Isabel
  • Sarah Llewellyn: June Frame (als Kind)
  • Brenda Kendall: Miss Botting
  • Martyn Sanderson: Frank Sargeson

Ein Engel an meiner Tafel (original: An Angel at My Table) ist eine neuseeländisch-australisch-britische Koproduktion von 1990 der Regisseurin Jane Campion. Der Film ist eine Verfilmung der Autobiographien der neuseeländischen Schriftstellerin Janet Frame. Ursprünglich wurde der Film als Fernseh-Miniserie gedreht. Der Film ist wie Frames Autobiografien in drei Teile gegliedert, in denen die Autorin von drei verschiedenen Schauspielerinnen verkörpert wird: Karen Fergusson als Kind, Alexia Keogh als Jugendliche und Kerry Fox als Erwachsene.

Handlung[Bearbeiten]

Die kleine Janet Frame wächst in ärmlichen Verhältnissen einer kinderreichen Familie auf. Mit ihrem pummeligen Äußeren, dem roten Lockenkopf und den schäbigen Kleidern hat sie es nicht leicht, entspricht sie doch allem anderen als dem Schönheitsideal. Dennoch kann sie sich als Mädchen vom Lande für Literatur und klassische Musik begeistern, schreibt bereits als Kind erste Gedichte. Als Außenseiterin meidet sie Menschenansammlungen weitestgehend und wandelt lieber allein durch die Natur, verträumt und poetisch kreativ.

Ihre schulischen Leistungen sind so gut, dass sie am Ende ihrer Schulzeit ein Stipendium erhält. Lehrerin ist ihr Traumberuf. Tragischerweise stellt sich nach dem Studium heraus, dass sie nicht in der Lage ist vor einer Schulklasse zu sprechen. In einer psychiatrischen Klinik wollen ihr die Ärzte helfen. 8 Jahre wird ihr Martyrium dort andauern. Die Behandlung mit Elektroschocks empfindet sie als qualvoll. Einer Lobotomie entgeht sie nur, weil ihre zuvor veröffentlichten Kurzgeschichten mit einer Auszeichnung geehrt wurden.

Nach ihrer Entlassung widmet sie sich nun wieder intensiv ihrer wahren Bestimmung, dem Schreiben. Sie reist allein durch Europa und lernt dabei sogar als junge Frau die Liebe kennen. Die Liason hält allerdings nur einen Sommer, was sie schwer mitnimmt. Mit Selbstmordgedanken und immer noch in dem Glauben sie leide an einer Schizophrenie begibt sie sich freiwillig in die Hände eines Psychiaters. Der kann die frühere Diagnose einer Schizophrenie keineswegs bestätigen, bietet ihr aber wöchentliche Therapiesitzungen an.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einfluss und Rezeption[Bearbeiten]

Der Film war der erste neuseeländische Film, der beim Filmfestival in Venedig gezeigt wurde, wo er den Großen Spezialpreis der Jury gewann. Er sammelte die meisten neuseeländischen Filmpreise ein, machte Jane Campion als Regisseurin bekannt und war der Anfang der Karriere von Kerry Fox. Der Film machte aber auch das Werk von Janet Frame bekannter.

Roger Ebert gab dem Film 4 von 4 Sternen: "[The film] tells its story calmly and with great attention to human detail and, watching it, I found myself drawn in with a rare intensity".[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ebert, Roger: An Angel at My Table. Chicago Sun-Times. 21. Juni 1991. Abgerufen am 3. Februar 2010.