Ein einziger Augenblick

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Filmdaten
Deutscher Titel Ein einziger Augenblick
Originaltitel Reservation Road
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 102 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Terry George
Drehbuch John Burnham Schwartz,
Terry George
Produktion A. Kitman Ho,
Nick Wechsler
Musik Mark Isham
Kamera John Lindley
Schnitt Naomi Geraghty
Besetzung

Ein einziger Augenblick (Reservation Road) ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 2007. Regie führte Terry George, der das Drehbuch gemeinsam mit John Burnham Schwartz anhand dessen Romans schrieb.

Handlung[Bearbeiten]

Der Professor Ethan Learner, seine Ehefrau Grace und seine Kinder kehren von einem Konzert heim. Unterwegs halten sie an und der zehnjährige Sohn des Professors Josh wird bei einem Verkehrsunfall getötet, als er unachtsam eine Straße betritt. Der Lenker des Autos, der Anwalt Dwight Arno hantiert am Steuer mit seinem Handy und übersieht den Jungen – er begeht Fahrerflucht.

Der geschiedene Arno ist unsicher, ob er sich bei der Polizei melden soll, da er befürchtet, dass er dann das Erziehungsrecht für seinen Sohn Lucas verliert. Als er sich zusammennimmt und die Initiative ergreifen will, lässt ihn die Polizei aber nicht zu Wort kommen. Der niedergeschlagene Ethan Learner vernachlässigt seine Familie und sucht den Täter. Er wendet sich zufällig an genau die Anwaltskanzlei, in der Dwight Arno beschäftigt ist. Arno wird der Fall Learners übergeben. Währenddessen lernt die Tochter der Learners, Emma, Klavierspiel bei der Ex-Ehefrau von Dwight Arno, Ruth Wheldon.

Nach einer Veranstaltung an der Schule, die alle Kinder gemeinsam besuchten, identifiziert Learner Arno als den Fahrer des Unfallwagens. Aber anstatt sich mit diesem Verdacht bei der Polizei zu melden, übt er Selbstjustiz und greift zur Schusswaffe.

Kritiken[Bearbeiten]

James Berardinelli fragte auf ReelViews, warum die Filme über Rache – wie Die Fremde in dir, Death Sentence – Todesurteil und auch dieser Film – derzeit so populär seien. Die Abweichungen des Drehbuchs von der Romanvorlage würden derer Wirksamkeit „verwässern“. Es gebe in der Verfilmung zu viele Zufälle; das Ende sei schwach. Einige Szenen würden wirken, als ob die Filmautoren ihre Ansichten dem Publikum „einhämmern“ wollten. Der Roman habe Berardinelli berührt, der Film – nicht. Die „talentierte“ Besetzung mache „solide“ Arbeit.[2]

Manohla Dargis bezeichnete den Film in der New York Times vom 19. Oktober 2007 als „mechanistisch“. Er gehöre zu „jenen sadistischen Übungen“, die nichts Wahres oder Bedeutendes sagen würden. Das Drehbuch sei „ungehobelt“ geschrieben, die Darstellungen seien schlecht („crudely plotted, badly acted“). Der Schnitt ziehe Parallelen zwischen den männlichen Hauptcharakteren, indem beispielsweise einer der Männer vor dem Schnitt vor seinem Haus gezeigt würde, und der andere nach dem Schnitt in seinem Haus zu sehen sei; eine tiefergehende Betrachtung bleibe aus.[3]

Peter Travers schrieb in der Zeitschrift Rolling Stone vom 18. Oktober 2007, sogar die besten Schauspieler – wobei er Joaquin Phoenix und Mark Ruffalo zu den besten Darstellern der Generation zähle – seien nicht imstande, den als eine Tragödie konzipierten, aber wie eine Seifenoper wirkenden Film zu retten.[4]

Das Lexikon des Internationalen Films urteilt: „Bemühtes Drama, bei dem auch die hervorragenden Hauptdarsteller nicht über die überkonstruierte Handlung hinwegtäuschen können, wodurch der Film einen Gutteil seiner Glaubwürdigkeit einbüßt.[5]

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in verschiedenen Orten in Connecticut gedreht.[6] Seine Weltpremiere fand am 13. September 2007 auf dem Toronto International Film Festival 2007 statt. Am 19. Oktober 2007 startete der Film in ausgewählten Kinos der USA, in den er am Startwochenende ca. 36 Tsd. US-Dollar einspielte. Die breite Veröffentlichung in den US-Kinos folgt seit dem 26. Oktober 2007. Der deutsche Kinostart war für den 31. März 2008 vorgesehen.[7][8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung der FSK (PDF), abgerufen am 13. Juni 2014
  2. Filmkritik von James Berardinelli, abgerufen am 31. Oktober 2007
  3. Filmkritik von Manohla Dargis, abgerufen am 31. Oktober 2007
  4. Filmkritik von Peter Travers, abgerufen am 31. Oktober 2007
  5. Zeitschrift film-dienst und Katholische Filmkommission für Deutschland (Hrsg.), Horst Peter Koll und Hans Messias (Red.): Lexikon des Internationalen Films - Filmjahr 2007. Schüren Verlag, Marburg 2008. ISBN 978-3-89472-624-9
  6. Filming locations für Ein einziger Augenblick, abgerufen am 31. Oktober 2007
  7. Premierendaten für Ein einziger Augenblick, abgerufen am 31. Oktober 2007
  8. Box office / business für Ein einziger Augenblick, abgerufen am 31. Oktober 2007