Ekmeleddin İhsanoğlu

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Ekmeleddin İhsanoğlu

Ekmeleddin İhsanoğlu (ekmeɫeddiŋ ihsɑnoɰlu, anhören?/i; * 1943 in Kairo) ist ein türkischer Wissenschaftshistoriker, war langjähriger Direktor des OIC Forschungszentrums für Islamische Geschichte, Kunst und Kultur (IRCICA) in Istanbul und war von 2005 bis 2013 Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC). 2014 war er Kandidat bei der Präsidentschaftswahl in der Türkei 2014.

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten]

Sein Vater Mehmed Ihsan Efendi ist 1902 in Yozgat geboren. Seine Schulbildung absolvierte er in Yozgat. Seine akademische Laufbahn begann er in Istanbul und setzte sie ein Jahr nach Ausrufung der Republik Türkei im Jahre 1924 im Alter von 24 Jahren in Kairo fort.

İhsanoğlu wuchs in Ägypten auf und studierte 1962 bis 1966 Naturwissenschaften an der Ain-Shams-Universität in Kairo, wo er einen B.Sc.-Abschluss erlangte. Während seines Studiums arbeitete er in der Nationalbibliothek in Kairo bei der Katalogisierung von osmanischen Manuskripten und Büchern und unterrichtete Türkische Sprache und Literatur. In den folgenden Jahren arbeitete er im Fachbereich Chemie der Al-Azhar Universität, wo er 1970 den Master of Science in Chemie erhielt.

Wissenschaftliche Karriere[Bearbeiten]

1970 siedelte er in die Türkei um und promovierte 1974 an der Universität Ankara in organischer Chemie. Daran schloss sich von 1975 bis 1977 ein Aufenthalt als Forschungsassistent in der Universität Exeter in Großbritannien an. 1970 bis 1980 arbeitete er als Dozent an der Universität Ankara, seit 1978 zusätzlich an der Inönü-Universität in Malatya.[1]

1980 wurde İhsanoğlu Generaldirektor des neu gegründeten Forschungszentrums für Islamische Geschichte, Kunst und Kultur (IRCICA), welches eine Unterorganisation der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) ist. IRCICA hat seinen Sitz im Yıldız-Palast in Istanbul. 1984 gründete er den Fachbereich Wissenschaftsgeschichte an der Universität Istanbul und leitete es bis zur dessen Schließung durch den türkischen Hochschulrat YÖK im Jahr 2000. Zugleich war er Direktor der Türkischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte und des Museums und Dokumentationszentrums für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Istanbul. 2003 war er Gastprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Er ist Mitglied zahlreicher nationaler wie internationaler wissenschaftlicher Organisationen.

Im Dezember 2004 wurde mit ihm erstmals ein türkischer Kandidat zum Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz gewählt.

Er war einer der 138 Unterzeichner des offenen Briefes Ein gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch (engl. A Common Word Between Us & You), den Persönlichkeiten des Islam an „Führer christlicher Kirchen überall“ (engl. "Leaders of Christian Churches, everywhere …") sandten (13. Oktober 2007).[2]

Präsidentschaftskandidat 2014[Bearbeiten]

Er war der gemeinsam vorgeschlagene Kandidat der CHP und der MHP bei der Präsidentschaftswahl in der Türkei 2014, ´bei der er mit 38,3 Prozent unterlag.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

İhsanoğlu wurde wiederholt wegen seiner Verdienste um die Wissenschaftsgeschichte des Osmanischen Reiches ausgezeichnet.

Ehrendoktorwürden[Bearbeiten]

Orden[Bearbeiten]

  • Medal of Distinction of the First Order (1990) verliehen durch den ägyptischen Präsidenten[17]
  • Unabhängigkeitsmedaille I. Klasse (1996) verliehen durch den jordanischen König[17]
  • Medal of Distinguished State Service (2000) verliehen durch den türkischen Präsidenten[17]
  • Commandeur de l’Ordre National du Mérite (2002) verliehen durch den senegalesischen Präsidenten[17]
  • Commandeur de l’Ordre National du Lion (2006) verliehen durch den senegalesischen Präsidenten[17]
  • Medal of Glory (2006) verliehen durch den aserbaidschanischen Präsidenten[17]
  • Medal of Glory (2006) verliehen durch den russischen Präsidenten[17]
  • State Medal (2009) verliehen durch den ägyptischen Präsidenten[17]
  • Hilal-i Pakistan (2010) verliehen durch den pakistanischen Präsidenten[17]

Preise[Bearbeiten]

  • Koyré-Medaille (12. Dezember 2008) der Académie Internationale d'Histoire des Sciences“/„International Academy of the History of Science“ (la Sorbonne)[18]
  • Darjah Kebesaran Setia Mahkota-Preis (P.S.M.) und der Titel Tan Sri (2009) durch den malaysischen König[17]
  • Peace and Dialogue-Preis (2009) durch das Rumi-Forum[17]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ekmeleddin İhsanoğlu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien