Elisabethkirche (Breslau)

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Kirchturm von St. Elisabeth zu Breslau

Die Elisabethkirche (poln. Bazylika św. Elżbiety Węgierskiej) ist ein backsteingotischer Kirchenbau in der Breslauer Altstadt. Sie steht an der Nordwestecke des Ringes (Rynek) zwischen der Herrenstraße (ul. Kiełbaśnicza), Oderstraße (ul. Odrzańska), Nikolaistraße (ul. św. Mikołaja) und An der Elisabethkirche (ul. św. Elżbiety). Von 1525 bis 1946 evangelische Hauptkirche, ist sie seitdem katholische Garnisonkirche.

Abmessungen[Bearbeiten]

Die Kirche ist 68,2 m lang und 34,5 m breit. Das Hauptschiff ist 29,7 m, der Kirchturm 90 m hoch. Das Gotteshaus fasst 2000 Sitzplätze und ist somit eine der größten Kirchen Schlesiens.

Geschichte[Bearbeiten]

St. Elisabeth im 16. Jahrhundert mit 130 m hohem Turm

Der Beginn der Kirche reicht ins 13. Jahrhundert zurück. Zunächst gab es hier eine romanische Kirche, die St. Laurentius gewidmet war. Nach der Zerstörung Breslaus durch die Mongolen und der Verleihung des Magdeburger Rechts 1242 wurde eine neue Kirche errichtet und am 19. November 1257 durch Bischof Thomas der heiligen Elisabeth von Thüringen geweiht. Die heutige dreischiffige Basilika im gotischen Stil entstand Anfang des vierzehnten Jahrhunderts unter Herzog Boleslaw III. Von 1452 bis 1456 wurde ein neuer, 130 Meter hoher Kirchturm errichtet.

Im Zuge der Reformation wurde St. Elisabeth am 6. April 1525 als eine der ersten Kirchen Schlesiens evangelisch. Auf Vorschlag des Reformators Johann Heß wurde Ambrosius Moibanus ihr erster evangelischer Pfarrer.

Der 130 m hohe Kirchturm stürzte 1529 durch einen Sturm und heftigen Hagel ein. 1535 wurde ein neuer, 90 m hoher Kirchturm mit sechs Glocken gebaut.

Elisabethkirche „A“ auf einer Karte des Breslauer Ringes von 1873

Infolge einer Renovierung erhielt die Kirche in den Jahren 1890 bis 1893 ein schachbrettartiges Ziegeldach.

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Kirche mit nur leichten Beschädigungen. Die letzte deutsche Predigt hielt der Stadtdekan Joachim Konrad am 30. Juni 1946 in dieser Kirche.[1] Nach Kriegsende diente sie zunächst noch der polnischen evangelischen Kirche als Pfarrkirche, wurde aber am 2. Juli 1946 beschlagnahmt und dem Militärordinariat der Römisch-katholischen Kirche als Garnisonskirche übergeben. Diese Funktion hat sie bis heute.

Durch einen Brand am 9. Juni 1976 wurden große Teile der Inneneinrichtung der Kirche zerstört, darunter die Engler-Orgel, die Dachstühle und das Kreuzrippengewölbe. Mit der Sanierung wurde erst 1981 begonnen, wobei moderne Baumaterialien wie Stahlbeton zum Einsatz kamen. Der rekonstruierte Kirchturm ist 91,5 m hoch und besitzt eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform.

1999 wurde vor der Kirche ein Denkmal des Bildhauers Karl Biedermann für Dietrich Bonhoeffer aufgestellt, der aus Breslau stammte.

Literatur[Bearbeiten]

  1. Peter Pragal: Wir sehen uns wieder, mein Schlesierland, Piper-V., München, 2012, S. 179

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elisabethkirche (Breslau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.11166666666717.030277777778Koordinaten: 51° 6′ 42″ N, 17° 1′ 49″ O