Thomas I. (Breslau)

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Thomas (auch: Thomas I.) († 30. Mai 1268) war Bischof von Breslau.

Herkunft und Werdegang[Bearbeiten]

Thomas entstammte vermutlich dem polnischen Geschlecht der Rawitsch, der auf das mächtige böhmische Geschlecht der Wrchowez zurückgehen soll. Er studierte in Italien, wo er den Magistertitel erwarb. 1220 wurde er Domherr in Breslau. Er führte den Titel Doctor decretorum.

Bischof von Breslau[Bearbeiten]

Wappen des Breslauer Bischofs Thomas I.

Nach dem Tod des Breslauer Bischofs Lorenz wurde Thomas 1232 vom Domkapitel zu dessen Nachfolger gewählt.

In seine Amtszeit fällt der Konflikt mit Herzog Heinrich I. und nach dessen Tod 1238 mit dessen Sohn Heinrich II. wegen der kirchlichen Immunitätsrechte. Auch mit den deutschen Siedlern, die aus ihrer westlichen Heimat eigene kirchliche Bräuche mitgebracht haben, hatte er mehrere Auseinandersetzungen, die jedoch 1248 auf der Provinzialsynode in Breslau beigelegt werden konnten. Weitere Synoden wurden 1253, 1264 und 1267 abgehalten.

1232 gründete Thomas ein Kollegiatkapitel in Oppeln und 1262 das vierte Archidiakonat des Bistums in Liegnitz. Auch mehrere Klostergründungen gehen auf seine Zeit zurück:

Da der romanische Breslauer Dom während des Mongolensturmes 1241 zerstört wurde, begann Thomas 1242 mit dem Bau des neuen, gotischen Domes, konnte dessen Vollendung jedoch nicht mehr erleben.

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Lorenz Bischof von Breslau
12321268
Thomas II.