Emmishofen

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Emmishofen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Kreuzlingen
Gemeinde: Kreuzlingeni2w1
Postleitzahl: 8280
Koordinaten: 729574 / 27908547.64969.1633415Koordinaten: 47° 38′ 59″ N, 9° 9′ 48″ O; CH1903: 729574 / 279085
Höhe: 415 m ü. M.
Blick auf Emmishofen, im Hintergrund der Bodensee und Hagnau

Blick auf Emmishofen, im Hintergrund der Bodensee und Hagnau

Karte
Emmishofen (Schweiz)
Emmishofen
www
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 1928

Emmishofen war früher eine selbstständige Gemeinde im Kanton Thurgau, bis sie 1928 nach der Eingemeindung ein Ortsteil von Kreuzlingen wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1159 erstmals als Eminshoven erwähnt. Im Mittelalter gehörte Emmishofen dem Bischof von Konstanz.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts lebten die Bauern auch vom Weinanbau. Emmishofen liegt am Jakobsweg. Die 1388 erbaute Heiligkreuzkapelle in Bernrain war eine viel besuchte Pilgerkapelle.

Emmishofen war bis ins 19. Jahrhundert fast ausschließlich auf Konstanz ausgerichtet. Eine eigene Kirchengemeinde wurde erst nach 1818, nach der Abtrennung von Bistum Konstanz und der dortigen Mutterpfarrei St. Stephan, gegründet. Die erste Pfarrkirche war die Kapelle in Bernrain.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

In Emmishofen finden sich die Schlösser „Girsberg“, „Schloss Ebersberg“ (früher „Ober-Girsberg“) und „Schloss Brunegg“ (früher „Unter-Girsberg“), „Schloss Bernegg“ sowie Irsee, das von 1842 bis 1847 Wohnsitz des deutschen revolutionären Publizisten Johann Georg August Wirth war. Das frühere „Schlösschen Granegg“ wurde bei einem Brand 1891 zerstört. Oberhalb von Emmishofen finden sich auf dem Schlossbühel Reste eines Burgstalls.

Kapelle Heiligkreuz in Bernrain[Bearbeiten]

Kapelle Bernrain
Inneres der Kapelle Bernrain

Mit der Entstehung der Kapelle ist eine Legende verbunden:

So soll ein Konstanzer Knabe namens Schappeler 1384 zusammen mit Kameraden in den Wald nach Bernrain gegangen sein, wo ein altes Kreuz stand. Der übermütige Schappeler fasste den Gekreuzigten an die Nase und sagte: „Herrgott, lass dich schnäuzen, dann küss ich dich umso lieber“. Da blieb ihm die Hand an der Nase hängen. Erst seine Mutter konnte ihn befreien, als sie der Muttergottes sieben Wallfahrten nach Einsiedeln gelobt hatte.

An dieser Stelle liess der Konstanzer Johannes Kränzlin eine Kapelle errichten, die später zu einem Wallfahrtsort wurde. Alljährlich führte zweimal eine Prozession von St. Stephan in Konstanz nach Bernrain.

Nach der Reformation wurde das Wunderkreuz an verschiedenen Orten in Sicherheit gebracht, bis es 1664 wieder nach Bernrain zurückkam.

Aussenansicht der Pfarrkirche St. Stephan
Inneres der Pfarrkirche St. Stephan

Pfarrkirche St. Stephan[Bearbeiten]

Am 7. Juli 1903 wurde in Emmishofen eine eigene Kirche im neobarocken Stil geweiht und wie die Konstanzer Mutterpfarrei ebenfalls St. Stephan genannt.

Der Architekt war Albert Rimli (1872–1954).

Der Emmishofer Pilgerweg[Bearbeiten]

Als Teil des Schwabenwegs wurde der Emmishofer Pilgerweg vermutlich seit dem 11. oder 12. Jahrhundert von süddeutschen Pilgern auf dem Weg nach Einsiedeln begangen. Nach Verlassen des Kreuzlinger Tors in Konstanz folgte der Weg dem Saubach, bis zum Schlösschen Irsee, von dort weiter bis zum Haus „Zum Englischen Gruss“.

Von dort weiter den Seerücken hinauf Richtung Norden, am Schlösschen Bernegg vorbei bis zur Kapelle Bernrain. Dann durch den Wald bis nach Schwaderloh, wo sich im Löwen die nächste Pilger-Herberge befand.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Strauss: Emmishofen. (Beiträge zur Ortsgeschichte von Kreuzlingen. Nr. 7). Kreuzlingen 1953.
  • Guido Nünlist: Wallfahrtskapelle Heiligkreuz auf Bernrain. Kreuzlingen 1988.
  • Hans Peter Mathis: Die Pfarrkirche St. Stephan in Emmishofen. (Beiträge zur Ortsgeschichte von Kreuzlingen. Nr. 27). Kreuzlingen 1994.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Emmishofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien