Kreuzlingen

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Kreuzlingen
Wappen von Kreuzlingen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Kreuzlingen
BFS-Nr.: 4671i1f3f4
Postleitzahl: 8280
UN/LOCODE: CH KRZ
Koordinaten: 730734 / 27869247.6458379.178608397Koordinaten: 47° 38′ 45″ N, 9° 10′ 43″ O; CH1903: 730734 / 278692
Höhe: 397 m ü. M.
Fläche: 11.79 km²
Einwohner: i20'520 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1740 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 52,8 % (31. Januar 2014)[2]
Website: www.kreuzlingen.ch
Karte
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Kreuzlingen ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirkes des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Kreuzlingen ist mit rund 20'800 Einwohnern die zweitgrösste Stadt des Kantons. Mit 52,8 Prozent[2] Ausländern zählt Kreuzlingen, neben Genf (48 Prozent), Pregny-Chambésy (52 Prozent) und Leysin (62 Prozent),[3] zu den Schweizer Städten mit hohem Ausländeranteil. Zusammen mit der deutschen Nachbarstadt Konstanz bildet die Grenzstadt eine Agglomeration von rund 120'000 Einwohnern. Gleichzeitig ist Kreuzlingen die grösste Schweizer Stadt am Bodensee.

Geographie[Bearbeiten]

Seeburg

Kreuzlingen liegt im Norden des Kantons Thurgau am Ufer des Bodensees, südöstlich der deutschen Stadt Konstanz und direkt an deren mittelalterlichen Kern anschliessend. Kreuzlingen liegt mit Zeugnissen kleinörtlicher Struktur an einst rebenbewachsenen Hanglagen, umgeben von Wäldern auf den Kuppen im Süden und dahinter stark ländlich geprägten Gebieten, mit dem offenen, weiten Bodensee gegen Osten und den Gebieten um Seerhein und Untersee im Westen.

Die nördliche Grenze bildet die Staatsgrenze zu Deutschland und verläuft mitten durch heute dicht bebautes Gebiet. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die südliche Grenze der Stadt zur Verteidigung gegen einen Angriff aus Deutschland mit dem Festungsgürtel Kreuzlingen gesichert und das Gebiet zwischen den beiden Städten 1942 (und bis August 2006) durch einen Grenzzaun zerschnitten. Im Westen grenzt Kreuzlingen an das Tägermoos und Tägerwilen, im Osten liegt die Gemeinde Bottighofen, dicht angebaut an Kreuzlingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Grenzübergang zu Deutschland, 1925

Im Jahre 1874 wurde die Gemeinde von Egelshofen in Kreuzlingen umbenannt. Die heutige Grösse erhielt das Gebiet Kreuzlingens durch den Zusammenschluss von Kreuzlingen-Egelshofen mit Kurzrickenbach (im Osten) im Jahre 1927 und Emmishofen (im Westen) im Jahre 1928. 1947 wurde Kreuzlingen zur Stadt, als die 10.000. Einwohnerin registriert wurde.

St. Ulrich und Afra, Klosterkirche des ehemaligen Augustinerstifts Kreuzlingen
Kreuzlingen um 1840 vom See aus. Federzeichnung von J. Schmied. Links die Seeburg, in der Mitte das Kloster, rechts das Sallmannsche Haus und der Gasthof Löwen, im Vordergrund das Dampfschiff Helvetia.

Der Name stammt vom Augustinerstift «crucelin». Es wurde 1125 vom Konstanzer Bischof Ulrich I. von Kyburg-Dillingen gegründet und stand ursprünglich einen Kilometer nordwestlich des heutigen Standortes. Im Schwabenkrieg und während des Dreissigjährigen Kriegs nach der Belagerung von Konstanz durch die Schweden wurde das Augustinerstift durch Konstanzer niedergebrannt, die dem Kloster vorwarfen, Stützpunkt für den Feind gewesen zu sein. 1650 wurde das Kloster am heutigen Ort wieder aufgebaut. Nach der Säkularisation 1848 bezog das thurgauische Lehrerseminar die Räume, heute ist es die Pädagogische Maturitätsschule am Seminar Kreuzlingen (PMS). Die ehemalige Klosterkirche ist heute katholische Pfarrkirche.

Das Gebiet von Kreuzlingen war schon zur Bronzezeit besiedelt. Keltische Münzen und Funde aus der Römerzeit bezeugen eine kontinuierliche Besiedlung bis zu den Siedlungsgründungen der Alemannen. Kurzrickenbach wurde als Rihinbah erstmals im Jahr 830 erwähnt, Egelshofen 1125 als Eigolteshoven und Emmishofen 1159 als Eminshoven. Das Gebiet der heutigen Stadt war mit Ausnahme des Augustinerstiftes Eigentum des Konstanzer Bischofs (Bischofshöri). Mit der Eroberung des Thurgaus durch die Eidgenossen 1460 und durch die Reformation lockerten sich die Bindungen zur Nachbarstadt. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das heutige Zentrum Kreuzlingens weitgehend Ackerfläche, Wies- und Rebland. Um das Kloster standen 13 Häuser. Egelshofen zählte etwa 50, Emmishofen und Kurzrickenbach je etwa 90 Häuser. Mit der Neuordnung Europas wurde Kreuzlingen zu einer Grenzregion. 1818 entstand das erste Zollhaus. Die ersten Dampfschiffe, die auf dem Bodensee ab 1824 verkehrten und der Bau der Bahnlinien nach Romanshorn (1871) und Etzwilen (1875) lockten Gewerbe und Industrie an. 1874 wurde Kreuzlingen anstelle von Gottlieben Bezirkshauptort. Doch bis zum Ersten Weltkrieg war der Ort eine Art Vorstadt von Konstanz; auch die Kreuzlinger Industrie war fast ausschliesslich in den Händen deutscher Unternehmer. Erst die geschlossene Grenze im Krieg liess Kreuzlingen eigenständiger werden.

In der Kulturgeschichte Kreuzlingens spielt das Sanatorium Bellevue (1857–1980) eine herausragende Rolle: Auf dem kaum überbauten Gebiet des alten Klosters Kreuzlingen kaufte 1842 Ignaz Vanotti aus Konstanz ein grosses Grundstück und baute darauf 1843 ein Wohn- und Geschäftshaus für die Emigranten-Druckerei Bellevue, die bisher in der Römerburg eingerichtet war. 1857 erwarb Ludwig Binswanger (1820–1880), seit 1850 Psychiater in Münsterlingen, die Liegenschaft und eröffnete eine «Privatanstalt für heilfähige Kranke und Pfleglinge aus den besseren Ständen der Schweiz und des Auslandes». Die modern geführte Klinik blieb unter Führung der Binswanger während fast 120 Jahren eine Heil- und Forschungsstätte, in der wichtige Kapitel der Psychiatrie gelebt und geschrieben wurden. Im Jahr 1980 stellte sie ihren Betrieb ein. Von den zahlreichen Bauten des Sanatoriums sind heute nur noch wenige vorhanden. Auf dem Areal wurden in den 1990er Jahren Wohngebäude errichtet.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Kreuzlingens
Kreuzlinger Flagge, umringt von der Schweizer (rechts) und der Thurgauer Flagge (links), an der Hafenmole

Beschreibung

Gespalten, rechts in Silber, belegt mit einem Kreuz, und links Rot, belegt mit einem rechtsgekehrten Abtstab in gewechselten Farben.

Rot und weiss symbolisieren dabei wie auch die Farben im Schweizer Kreuz die Unschuld und das vergossene Blut Jesu. Rechterhand ist ein Kreuz zu sehen, das sich aus dem «kleinen Kreuz» oder «Kreuzli», welches sich aus crucelin ableiten lässt (s. o.), links daneben der farbverkehrte Bischofsstab, der die klösterliche Vergangenheit des Ortes hervorhebt.

Die Livreefarben sind rot und weiss.

Frühere Pilgerherberge «Zum Englischen Gruss»

Bevölkerung[Bearbeiten]

Per 31. Januar 2014 lebten 20'755 Personen in Kreuzlingen, von denen 9'798 (47,2 Prozent) Schweizer und 10'957 (52,8 Prozent) ausländische Staatsbürger waren.[2] Dieser hohe Wert erklärt sich in erster Linie durch die Grenznähe zu Deutschland.

Nationalität 28. Februar 2011[4]
SchweizSchweiz Schweiz 49,97 %
DeutschlandDeutschland Deutschland 23,27 %
ItalienItalien Italien 6,74 %
MazedonienMazedonien Mazedonien 5,11 %
TurkeiTürkei Türkei 3,03 %
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 1,53 %
PortugalPortugal Portugal 1,23 %
SerbienSerbien Serbien
MontenegroMontenegro Montenegro
1,06 %
OsterreichÖsterreich Österreich 0,91 %
KroatienKroatien Kroatien 0,85 %
SpanienSpanien Spanien 0,73 %

Als Hauptsprache verwendeten gemäß Volkszählung 2000 79,6 % der Einwohner Deutsch, 5,2 % Italienisch, 3,8 % Albanisch, 2,9 % Serbokroatisch, 2,3 % Türkisch, 1,3 % Spanisch, 1,2 % asiatische Sprachen, 0,8 % Portugiesisch, 0,5 % Französisch und 0,4 % Englisch. Die übrigen 2,0 % gaben eine andere Hauptsprache an.[5]

Kirche und Religion[Bearbeiten]

In Kreuzlingen gibt es die Evangelisch-reformierte Kirche und die Römisch-katholische Kirche.

In der lokalen Sektion der Evangelischen Allianz sind mit dabei: die Chrischona-Gemeinde, die Heilsarmee und die Pfingstgemeinde.[6] Zudem gibt es eine Evangelisch-methodistische Kirche und eine Neuapostolische Kirche.[7]

Ferner bestehen eine Jüdische Gemeinde, zwei islamische Gemeinden (albanisch und türkisch) sowie weitere Religionsgemeinschaften.[8]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Während Jahrhunderten lebten die Bewohner der Gemeinden Emmishofen, Egelshofen und Kurzrickenbach hauptsächlich vom Weinbau. Der Grossteil des produzierten Weins wurde über den See nach Deutschland ausgeführt. Das Gebiet der heutigen Stadt Kreuzlingen bestand während fast eines halben Jahrtausends aus einem einzigen Rebberg, der sich von Bottighofen bis nach Tägerwilen und vom Hörnli am See bis in die Alp hinauf erstreckte. Besitzer der Rebberge waren die verschiedenen Freisitze der Gegend, Klöster aus dem benachbarten Deutschland und das Augustinerstift Kreuzlingen. Im Jahr 1579 besass allein dieses 16 Torkel (Weinkelter) samt Trotten. 1648 gab es auf dem heutigen Gemeindegebiet 41 Torkel. Ende des 19. Jahrhunderts führten Missernten, Krankheiten und die fortschreitende Industrialisierung zum raschen Rückgang der Rebberge. Die letzten Reben wuchsen in Emmishofen 1920 auf Schloss Girsberg. In Kreuzlingen wurden die letzten Reben an der Schelmenhalde 1938 ausgerodet, doch in jüngster Zeit entstanden wieder zwei neue Rebberge, einer am südlichen Rand des Seeburgparks (0,5 Hektar) mit vier Rebsorten im biologischen Anbau und ein kleines Feld über der Stadt in Bernrain bei der Sternwarte (Planetarium).

Industrie[Bearbeiten]

Grösster Arbeitgeber ist die Rüstungsfirma General Dynamics European Land Systems - Mowag GmbH (ehemalige Mowag AG bzw. Mowag GmbH), eine Tochter der General Dynamics Company in den Vereinigten Staaten. Ebenfalls ein wichtiger Arbeitgeber der Region ist der Aluminiumproduzent Amcor Flexibles Kreuzlingen AG, der unter dem ehemaligen Namen Neher bzw. Alcan bekannt ist.

Bekanntestes Unternehmen der Bekleidungsbranche ist die Strellson AG (Holy Fashion Group). Die Graf Skates AG produziert Sportartikel, vor allem Schlittschuhe, die Firma Tour de Suisse Rad AG Fahrräder. Überregional bekannt ist auch der Schokoladenfabrikant Chocolat Bernrain AG.

Weitere grössere Unternehmen sind die Rausch AG (Haar- und Körperpflegeprodukte), die KG Packungen AG (Kunststoffverpackungen) und die Neuweiler AG (Schweisstechnologie und Maschinenbau).

Verkehr[Bearbeiten]

Kreuzlingen ist ein Eisenbahnknotenpunkt. Hier trifft die Seelinie (Rorschach–Schaffhausen) auf die Bahnstrecken Kreuzlingen–Konstanz und Kreuzlingen–Weinfelden. Auf dem Stadtgebiet befinden sich vier Bahnhöfe: Kreuzlingen, Kreuzlingen Hafen, Kreuzlingen Bernrain und Kurzrickenbach Seepark.

Zudem bestehen die beiden Autobahnanschlüsse Kreuzlingen Süd und Kreuzlingen Nord an die Schweizer Autobahn A7, die in Winterthur in die A1 mündet; in Richtung Konstanz besteht über die grosse GZA (Gemeinschaftszollanlage) Verbindung zur deutschen Bundesstraße 33. Über mehrere Hauptstrassen erreicht man weitere Städte. Die Hauptstrasse 16 führt nach Weinfelden und Wil SG, die 13 nach Schaffhausen und Rorschach, die 1 nach Frauenfeld, Winterthur und Zürich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schlösser, Burgen, Herrensitze[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet gibt es heute noch zehn Gebäude, die als Schloss oder Burg bezeichnet werden.

Schloss Ebersberg[Bearbeiten]

Schloss Ebersberg hiess früher Ober-Girsberg. Es ist urkundlich seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Im 17. und 18. Jahrhundert im Eigentum der Familie Kunz und deshalb auch Kunzenhof genannt. 1816 kaufte der bekannte Chirurg Johann Nepomuk Sauter das Haus, welches er zu einer herrschaftlichen Villa umbaute. 1848 brannte das Gebäude ab und wurde neu errichtet. 1867 erwarb der Konstanzer Textilfabrikant und Bankier Moritz Macaire (1815–1867) das Anwesen für 82.000 Schweizer Franken, verstarb aber schon zwei Monate später. Seine Erben verkauften den Kunzenhof an Graf Eberhard von Zeppelin, dem Bruder des Luftschiffkonstrukteurs Ferdinand Graf von Zeppelin. Eberhard von Zeppelin erweiterte den Grundbesitz, liess das Wohngebäude zu einem Schloss ausbauen und gab ihm in Anlehnung an seinen Vornamen die Bezeichnung Ebersberg. 1928 erfolgte ein erneuter Umbau. 1960 wurde das Schloss von dem deutschen Industriellen Friedrich Flick gekauft, der es nach Plänen des Architekten Georg Felber entkernen und neu einrichten liess.

Schloss Brunegg[Bearbeiten]

Schloss Brunegg oder Unterer Girsberg

Auch Schloss Brunegg liegt auf Emmishofer Boden. Es ist nicht zu verwechseln mit dem viel älteren Schloss Brunegg im Kanton Aargau. Früher hiess das Emmishofer Schloss Unterer Girsberg. Sein Vorgängerbau wurde um 1300 erbaut. 1679 kaufte es das Kloster Obermarchtal an der Donau und errichtete an seiner Stelle das heutige Gebäude. 1874 kaufte der Psychiater Ludwig Binswanger (1820–1880) das Schloss und gab ihm den Namen Brunnegg. Er beauftragte den Architekten Otto Tafel aus Stuttgart, der das benachbarte Schloss Castell in Tägerwilen umgestaltet hatte, das Schloss umzubauen. Heute beherbergt die Brunegg ein Restaurant.

Schloss Girsberg[Bearbeiten]

Schloss Girsberg wurde in seiner heutigen Form 1790 durch das Kloster Zwiefalten als Statthalterei erbaut. Im Zuge der Säkularisation fiel das Schloss 1803 an das Haus Württemberg als Entschädigung für den Verlust der Grafschaft Montbéliard. Friedrich II., später erster König von Württemberg, liess das Schloss 1803 versteigern. Für 26'000 Gulden kaufte es der Genfer Fabrikant und Bankier Jacques Louis Macaire de L’or, der sich in Konstanz niedergelassen hatte, und verpachtete es im folgenden Jahr an Salomon Högger in Bischofszell. Später erbte Sohn David Macaire das Schloss. Eine seiner Töchter, Amélie (1816-1852), heiratete den Grafen Friedrich von Zeppelin (1807-1886), Sohn des württembergischen Ministers Ferdinand Ludwig Graf von Zeppelin (1771-1829). Das Paar erhielt den Girsberg als Weihnachtsgeschenk (1840) und nahm zusammen mit ihren Kindern Eugenia, Eberhard und dem erstgeborenen Sohn Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917) Wohnsitz auf dem Emmishofer Schloss. Ferdinand, der berühmte Luftschifffahrer, war ab 1870 alleiniger Besitzer von Girsberg und er verbrachte viel Zeit auf seinem Gut, hauptsächlich in den Sommermonaten. Nach seinem Tod erbte seine Tochter Hella den Girsberg, den sie 1960 ihrer Tochter Alexa überschrieb. 1983 ging der Girsberg in den Besitz von Kurt Schmid-Andrist über.

Römerburg[Bearbeiten]

Römerburg

Die Römerburg war früher unter dem Namen Rempsberg bekannt. Früheste Zeugnisse des Hauses stammen aus dem späten 16. Jahrhundert, als Hans Kaspar Morell das Schloss besass. Anfangs des 19. Jahrhunderts gab ihm der damalige Besitzer Hieronymus Girtanner den Namen Bellevue, bevor es ab ca. 1880 Römerburg genannt wurde.

Wasserschloss Gaissberg[Bearbeiten]

Das Wasserschloss Gaissberg stand oberhalb der Römerburg. 1328 erstmals schriftlich erwähnt, war es das älteste Gebäude in Kreuzlingen. Es befand sich von 1918-1920 im Besitz des aus Luxemburg stammenden Schriftstellers Norbert Jacques (1880-1954). 1964 ließ die letzte Besitzerin des Wasserschlosses Gaisberg, Freifrau von Pagenhardt (geborene Salis) dieses abbrechen, als sie in ein modernes Einfamilienhaus umzog. An der Stelle des Schlosses wurde 1969 ein dreiflügeliges Hochhaus errichtet.

Schloss Seeburg[Bearbeiten]

Tor vor der Allee zur Seeburg

1598 baute der Konstanzer Jakob Atzenholz Schloss Seeburg, das später den Äbten des Kreuzlinger Augustinerstiftes als Sommerresidenz diente. Es brannte 1633 vollständig aus und wurde 1664 wieder hergestellt. Seit 1833 beherbergte es das Thurgauer Lehrerseminar, gehörte ab Mitte der 1850er Jahre Gottfried Ferdinand Amman, der es 1870 im Stil des Historismus zum Schloss im heutigen Aussehen umbaute. Seit 1958 ist es im Besitz der Stadt Kreuzlingen und wurde 1982–1984 umfassend renoviert. Bis zur Seeaufschüttung in den sechziger Jahren stand die Seeburg direkt am Ufer des Bodensees.

Schloss Bernegg[Bearbeiten]

Das Schloss Bernegg in Emmishofen wird in einer Konstanzer Urkunde bereits 1292 erwähnt. Als ältester Besitzer dieses Bauernhofes ist das Geschlecht der Gottschalk nachgewiesen. Daher hiess es auch der Gottschalkhof. 1543 erscheint Jakob Ammann als Eigentümer. 1623 heisst das Gut wieder Bernegg und ist im Besitz von Hans Jakob von Bernau von Chur. Unter ihm wird das Gut Freisitz und ging ins Eigentum der Freiherren von Rassler über. Seit 1702 ist das Schloss im Besitz der Familie von Merhart.

Schlösschen Irsee[Bearbeiten]

Irsee

Das Schlösschen Irsee wurde 1683 von der Reichsabtei Irsee bei Kaufbeuren am Jakobsweg errichtet. Es diente als Sommerresidenz und als Gästehaus. 1842 erwarb es der deutsche Journalist und Verleger Johann Georg August Wirth (1798–1848). Er plante, darin seine vorher in der Römerburg gegründete Druckerei fortzuführen. Wegen finanzieller Probleme musste er 1844 das Gut versteigern lassen. Es wurde in den Jahren 1943 und 1944 stark umgebaut und 1981 restauriert.

Felsenburg[Bearbeiten]

Der Bau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts steht an der Gaissbergstrasse, seit einer Renovation im Jahr 1847 Felsenburg genannt. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Felsenschlössli an der Wasenstrasse.

Felsenschlössli[Bearbeiten]

Das Felsenschlössli an der Wasenstrasse (nicht zu verwechseln mit der Felsenburg an der Gaissbergstrasse) wurde noch vor dem Bau des Klosters (1650) errichtet und kam später in das Eigentum des Stiftes, das darin 1811 eine Schule einrichtete.

Schloss Rosenegg[Bearbeiten]

Rosenegg

Der älteste, südliche Teil stammt aus dem Jahre 1690. Das Haus Zur Rosenegg  wurde zwischen 1750 und 1784 von Johann Jakob Bächler (1733–1801) im Stil des Klassizismus erbaut. 1885 wird das Schloss zur Primarschule Egelshofen. Ausser der Primarschule war es auch Sitz des Ortsmuseums (bis 2006). Das Gebäude wird heute «Rosenegg» genannt. 2006 wurde es von der «Stiftung Museum Rosenegg» übernommen und 2006–07 zu einem neuen Ortsmuseum umgebaut, nun das ganze Gebäude umfassend (Renovation der ursprünglichen Stukkaturdecke von Lorenz Schmid aus Augsburg, die damals bekannten vier Erdteile darstellend; Neugestaltung des Treppenhauses und der Innenräume). Das Museum beherbergt kulturgeschichtliche Ausstellungen der Region Kreuzlingen und zeigt wechselnde Sonderausstellungen.

Museen[Bearbeiten]

Seemuseum

In der ehemaligen Kornschütte des Augustinerstiftes Kreuzlingen, nahe der Seeburg, ist das Seemuseum untergebracht. Es hat den Bodensee, seine Schifffahrt und Fischerei sowie die engere Region zum Thema. Rund 50 Schiffsmodelle vom Bodensee (Lädinen, Dampfschiffe und Segelboote) sind dort ausgestellt. Weiter werden dort Seenotrettung, Tauchen, Wasservögel und Aufgaben des Zolls dargestellt.[9]

Daneben existieren das Museum Rosenegg und ein Puppenmuseum sowie vier Kunstgalerien.

Stolpersteine[Bearbeiten]

Stolpersteine wurden in Kreuzlingen für den Schweizer Bürger Ernst Bärtschi (Gewerkschafter) in der Schäflerstrasse 11 und für Andreas Fleig in der Schäflerstrasse 7 verlegt in Würdigung ihres Engagements für Verfolgte während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.[10]

Kultur und Bildung[Bearbeiten]

Veranstaltungen/Sonstiges[Bearbeiten]

2006 wurde nordöstlich des Bärenplatzes das Dreispitz Sport- und Kulturzentrum eröffnet.

Unregelmässig finden Theateraufführungen im Theater an der Grenze, bei der Seeburg und auf dem Girsberg statt.

Jeweils am zweiten August-Wochenende findet alljährlich gemeinsam mit der deutschen Stadt Konstanz ein Seenachtfest (in Kreuzlingen Fantastical genannt) mit Feuerwerk statt, das 50.000 Besucher aus der Region anzieht.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Kreuzlingen ist der Sitz der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG), die eine enge Zusammenarbeit mit der Universität Konstanz pflegt.

Die Rudolf Steiner Schule Kreuzlingen Konstanz ist eine grenzüberschreitende Bildungseinrichtung.

Im Jahre 2002 ist mit dem Planetarium Kreuzlingen das zweite Planetarium der Schweiz in Betrieb gegangen. Es ist direkt neben der 1976 eröffneten Sternwarte über der Stadt errichtet worden.

Kreuzlingen verfügt über zwei Mittelschulen, die Pädagogische Maturitätsschule (PMS) und die Kantonsschule Kreuzlingen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Bekannte Einwohner[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreuzlingen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Bürgi, Monica Rüthers, Astrid Wüthrich (Hrsg.): «Kreuzlingen – Kinder, Konsum und Karrieren 1874–2000», Weinfelden 2001
  • Alfons Raimann, Albert Knoepfli, Alfred Hungerbühler: «Kreuzlingen TG.», herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1986
  • Peter Erni, Alfons Raimann: «Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Band VII, Der Bezirk Kreuzlingen I, Die Stadt Kreuzlingen», herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b c Fakten und Zahlen. Stadt Kreuzlingen. Abgerufen am 2. Juni 2014.
  3. In der Schweiz leben 7'952'555 Menschen, Tagesschau (SF), vom 26. April 2012, abgerufen am 27. April 2012
  4. http://www.thurgauerzeitung.ch/ostschweiz/thurgau/kreuzlingen/tz-kr/art123852,2004607 (abgerufen am 19. März 2012).
  5. STAT-TAB: Eidgenössische Volkszählung 2000, Wohnbevölkerung nach zivilrechtlichem Wohnsitz, abgerufen am 5. Januar 2013
  6. http://www.each.ch/ea-kreuzlingen.html (abgerufen am: 1. März 2012).
  7. http://www.kreuzlingen.ch/portraet/kirchen-glaubens-und-religionsgemeinschaften.html (abgerufen am: 1. März 2012).
  8. http://www.kreuzlingen.ch/portraet/kirchen-glaubens-und-religionsgemeinschaften.html (abgerufen am: 1. März 2012).
  9. Berichtet (mit Bildern von den Modellen) im SWR Fernsehen vom 24. Mai 2009, 20:15 - 21:15 SonntagsTour (Von Konstanz zur Mainau) sowie Rundgang durch das Seemuseum
  10. Stolperstein für Ernst Bärtschi (1903-1983) und Andreas Fleig (1884-1971).
  11. Guido Bagutti auf www.sikart.ch