Erik IV. (Dänemark)

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Erik IV. Plovpenning (= Pflugpfennig) (* 1216; † 10. August 1250 bei Missunde) war ein Sohn des dänischen Königs Waldemar II. und dessen Frau Berengaria von Portugal. Er war ab 1232 Mitkönig seines Vaters in Dänemark und ab 1241 alleiniger König zur großen Verärgerung seiner beiden Brüder Abel und Christoffer I., die Teilhabe an der Macht forderten. Zudem war Erik 1215-1232 Herzog von Schleswig.

Konflikte[Bearbeiten]

Dies führte zu langwierigen Kriegen über viele Jahre, wobei Abel, Herzog in Schleswig, Unterstützung von seinen holsteinischen Schwägern erhielt. 1244 kam es anlässlich eines geplanten Kreuzzuges gegen Estland zu einem Vergleich, der aber nur von kurzer Dauer war.

Um diese Kämpfe zu finanzieren, erhob Erik 1249 eine Steuer auf jeden Pflug, wovon er seinen Beinamen bekam. Das schien eine gerechte Steuer zu sein, da die Anzahl der Pflüge im Land in einem konstanten Verhältnis zum bearbeiteten Land stand. Es handelte sich also eigentlich um eine flächenbezogene Grundsteuer, die sich an der Zahl der Pflüge orientierte. Zwar konnten alle den kleinen Betrag bezahlen, aber die ruppige Art, sie einzutreiben, erzeugte Unmut, so dass der König 1249 sogar vor aufgebrachten Bauern in Schonen fliehen musste.

Außerdem stand er in Konflikt mit der Kirche in Dänemark. Er musste sich einen Brief vom Papst beschaffen, um die Bischöfe zwingen zu können, die von ihm bestimmten Priester an seinen Kirchen einzusetzen. Andererseits begann er, auf eigene Kosten für die Franziskaner ein Kloster in Roskilde zu bauen. Aber Krieg und Unfriede hinderten ihn an der Vollendung seiner Arbeit.

Fresko mit der Darstellung der Ermordung von Erik Plovpenning in der St.-Bendts-Kirche

Tod[Bearbeiten]

1250 gelang es ihm, den größten Teil von Abels südjütischen Herzogtum zu erobern, und er traf sich mit Abel für einen Vergleich. Nach diesem Treffen wurde er auf Geheiß seines Bruders am 10. August 1250[1][2] in der Nähe von Missunde ermordet. Nach einer Überlieferung wurde ihm auf einem Boot der Kopf abgeschlagen und sein Leib in der Schlei versenkt. Der aufgetauchte Leichnam wurde in Schleswig beigesetzt. 1258 wurden seine sterblichen Überreste in die St.-Bendts-Kirche in Ringsted überführt, wo er bestattet liegt. Über seinem Grab sind Fresken mit Szenen aus seinem Leben und von seinem Tod zu sehen.

Wegen seiner Rom-Treue, die ihn 1239 sogar zum päpstlichen Favoriten für den deutschen Kaiserthron machte, und seiner Ermordung wurde er als Märtyrer und Heiliger verehrt, allerdings nicht kanonisiert.[3] Sein Gedenktag ist der 10. August.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus seiner Ehe mit Jutta von Sachsen hatte er folgende Töchter:

  • Sofia von Dänemark ∞ König Waldemar Birgersson von Schweden.
  • Jutta von Dänemark, Nebenfrau von König Waldemar Birgersson von Schweden.
  • Agnes von Dänemark, Äbtissin von St. Agnete in Roskilde
  • Ingeborg von Dänemark ∞ König Magnus lagabætir von Norwegen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Theodor Fontane erwähnt die Ermordung Eriks IV. in seiner Schilderung Der Schleswig-Holsteinsche Krieg im Jahre 1864.[4] Er gibt dabei als Tag – wie einige andere Quellen auch – den 9. August an. Doch geschah der Mord am Tag des Heiligen Laurentius von Rom.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=131473
  2. http://kirchensite.de/?myELEMENT=116684
  3. Ekkart Sauser: ERICH (Erik) PLOVPENNING, König von Dänemark. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 21, Bautz, Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3, Sp. 376.
  4. http://www.missunde.hhm.de/schlacht.htm
Vorgänger Amt Nachfolger
Waldemar II. König von Dänemark
1241–1250
Abel