Ernst Kupfer

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Ernst Kupfer (* 2. Juli 1907 in Coburg; † 6. November 1943 nahe Thessaloniki) war ein „Stuka“-Pilot der deutschen Luftwaffe und General der Schlachtflieger im Zweiten Weltkrieg sowie Träger des Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern.

Frühe Karriere[Bearbeiten]

Während seines Jurastudiums an der Universität Heidelberg trat Ernst Kupfer am 1. Oktober 1928 dem 5. Eskadron des 17. Bayrischen Reiterregiments der Reichswehr bei. Im März 1937 schloss er sein Jurastudium erfolgreich ab, promovierte und wurde kurz darauf Schwadronschef und 1939 zum Rittmeister befördert. Noch im gleichen Jahr wechselte er allerdings zur Luftwaffe, wo er zunächst auf einer Fliegerschule für Aufklärer ausgebildet wurde.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Ende 1939 wurde Kupfer zum Stuka-Flieger weitergebildet und schloss sich am 31. August 1940 zunächst der Ergänzungs-Stukagruppe in Lippstadt an, wurde aber bereits am 7. September 1940 zum Stuka-Geschwader 2 „Immelmann“ nach Frankreich versetzt. Am 1. Oktober übernahm er die Führung über die 7. Staffel der I. Gruppe die von nun an, aufgrund Kupfers Herkunft aus einem Reiterregiment, als 7. Schwadron bezeichnet wurde.

Seinen ersten Kampfeinsatz erlebte Kupfer während des Unternehmens Merkur, dabei versenkte er am 22. Mai 1941 den Leichten Kreuzer HMS Gloucester durch einen Volltreffer.

Im Juni 1941 wurde das Geschwader an die Ostfront verlegt. Hier wurde man zunächst der Heeresgruppe Mitte, wenig später aber dann der Heeresgruppe Nord zugeteilt. Am 23. September 1941 startete das Geschwader einen Angriff auf die Baltische Flotte im Hafen von Kronstadt; Kupfer versenkte dabei einen sowjetischen Kreuzer. Seine Maschine wurde dabei schwer beschädigt, er konnte aber hinter den eigenen Linien landen. Beim nächsten Angriff beschädigte er das Schlachtschiff Oktyabrskaya Revolutsiya schwer, wurde aber wiederum selbst zur Notlandung gezwungen. Beim dritten Einsatz gegen Kronstadt wurde seine Ju 87 durch Flak-Feuer schwer beschädigt, bei der Notlandung überschlug sich die Maschine, und Kupfer wurde schwer verletzt. Mit mehrfachem Schädelbasisbruch, vielen weiteren Knochenbrüchen und einer schweren Gehirnerschütterung wurde er ins Lazarett eingeliefert, wo ihm am 23. November 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen wurde.

Sechs Monate später, am 1. April 1942, übernahm Kupfer das Kommando über die II. Gruppe im SG 2 und wurde zum Major befördert. Hier rettete er eine notgelandete Flugzeugbesatzung vor der Gefangennahme, indem er unter feindlichem Feuer neben der Besatzung landete und sie wohlbehalten hinter die eigenen Linien brachte. Am 8. Januar 1943 wurde er mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, am 1. März 1943 dann zum Kommodore des gesamten Geschwaders ernannt, im September 1943 dann im Range eines Oberstleutnant zum General der Schlachtflieger. In dieser Funktion setzte er sich erfolgreich für die Ersetzung der veralteten Flugzeuge vom Typ Junkers Ju 87 und Henschel Hs 123 durch die modernen Focke-Wulf Fw 190 ein. Um Erfahrungen mit den einzelnen Kommodore der Schlachtgeschwader auszutauschen, besuchte er diese deshalb an der Front.

Unfall und Tod[Bearbeiten]

Auf dem Rückflug von einer Inspektionsreise in Griechenland zerschellte die Heinkel He 111 mit Kupfer an Bord am 6. November 1943 bei schlechtem Wetter im Belasiza-Gebirge in der Nähe von Thessaloniki. Bis zu seinem Tod hatte Kupfer insgesamt 636 Feindflüge absolviert und den Rang eines Oberstleutnants inne, posthum wurde er unmittelbar nach dem Absturz zum Obersten befördert, und am 11. April 1944 wurden ihm die Schwerter zum Ritterkreuz verliehen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Holger Nauroth: Stukageschwader 2 - "Immelmann" - vom Ursprung bis zur Gegenwart, Verlag K. W. Schütz, 1988, ISBN 3-87725-123-4
  • Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe 1939-1945 Band II Stuka- und Schlachtflieger, ISBN 3-87341-021-4

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, S. 486. ISBN 978-3-938845-17-2