Ferdinand Gotthelf Hand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ferdinand Gotthelf Hand (* 15. Februar 1786 in Plauen; † 14. März 1851 in Jena) war ein deutscher klassischer Philologe und der Urgroßvater von Joachim Ringelnatz.

Hand, vorgebildet in Sorau, studierte seit 1803 in Leipzig bei Gottfried Hermann und Friedrich August Carus und promovierte 1807 zum Doktor der Philosophie. 1809 erfolgte die Habilitation mit Observationum criticarum in Catulli carmina Specimen[1] und er wurde 1810 an Franz Passows Stelle Professor am Wilhelm-Ernst-Gymnasium in Weimar. 1817 wurde er außerordentlicher und noch im selben Jahr ordentlicher Professor der Philosophie und griechischen Literatur sowie Mitdirektor des philologischen Seminars in Jena. Er unterrichtete seit 1818 an wöchentlich zwei Tagen die Prinzessinnen Marie und Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach, die er auch 1824 auf ein Jahr nach Sankt Petersburg begleitete.[2] Hand wurde auch als Kunsthistoriker und Musikwissenschaftler bekannt. In Jena gründete und unterhielt er zudem nach dem Vorbild des Weimarer Armenpädagogen Johannes Daniel Falk ein Rettungs- und Arbeitshaus für sozial schwache und bildungsferne Schichten.[3] 1837 erhielt er den Hofratstitel. Hand starb am 14. März 1851 in Jena.

Hand war Mitglied von Hermanns Griechischer Gesellschaft.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • (als Hrsg.): Friedrich August Carus: Nachgelassene Werke. 7 Bände. Barth und Kummer, Leipzig 1808-1810.
  • (als Hrsg.): Iohannis Frederici Gronovii in P. Papinii Statii Silvarum Libros V Diatribe. Accedunt Emerici Crucei Antidiatribe, Gronovii Elenchus Antidiatribes et Crucei Muscarium. Edidit Et Annotationes Adjecit Ferdinandus Handius. 2 Bände. Fleischer, Leipzig 1812.
  • Tursellinus, seu de particulis latinis commentarii. 4 Bände. Weidman, Leipzig 1829-45, (Unvollendet; Nachdruck: Hakkert, Amsterdam 1969).
  • Lehrbuch des lateinischen Stils. Crökersche Buchhandlung, Jena 1833, (3. Auflage, bearbeitet von Heinrich Ludwig Schmitt. Costenoble, Jena 1880).
  • Ästhetik der Tonkunst. 2 Bände. Hochhausen, Jena 1837-41, (2. verbesserte Auflage. Eduard Eisenach, Leipzig, 1850; Nachdruck: Hard Press, Lenox MA 1969).
  • Das Arbeitshaus als das vorzuglichste Hulfsmittel in der Verwaltung des Armenwesens, Jena 1939.
  • Praktisches Handbuch für Übungen im lateinischen Stil. Cröker, Jena 1838, (2. verbesserte Auflage. ebenda, 1850).

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Ritter von HalmFerdinand Gotthelf Hand. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 499 f.
  • Gustav Queck: Ferdinand Gotthelf Hand nach seinem Leben und Wirken nebst Auszügen aus Briefen von Heyne, Carus, Passow, G. Hermann u. A. und der Grabrede des Geh. Kirchenraths Schwarz. Döbereiner, Jena 1852.
  • Günter Schmidt: Ertrag einer Reise. Ferdinand Hand in Petersburg. In: Weimar und der Osten: historische und kulturelle Beziehungen des Thüringer Raumes zu Sankt Petersburg. Red. Erhard Hexelschneider, Jena 2003, S. 71-81.
  • Matthias Steinbach: Ökonomisten, Philanthropen, Humanitäre. Professorensozialismus in der akademischen Provinz, Berlin 2008.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Observationum criticarum in Catulli carmina Specimen .
  2. Günter Schmidt: Ertrag einer Reise. Ferdinand Hand in Petersburg. In: Weimar und der Osten: historische und kulturelle Beziehungen des Thüringer Raumes zu Sankt Petersburg. Red. Erhard Hexelschneider, Jena 2003, S. 71-81.
  3. Matthias Steinbach: Ökonomisten, Philanthropen, Humanitäre. Professorensozialismus in der akademischen Provinz, Berlin 2008.