Fininvest

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fininvest S.p.A.
Fininvest t logo.png
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1978
Sitz Mailand, Italien
Leitung Marina Berlusconi (Präsidentin)
Pasquale Cannatelli (CEO)
Mitarbeiter 17.469 (2011)
Bilanzsumme 5,81 Mrd. EUR (2011)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Medien, Verlagswesen, Investment, Versicherung, Sport
Website www.fininvest.it

Fininvest S.p.A. (Akronym aus Finanziaria Investimento) ist eine der wichtigsten Finanzholdings in Italien.

Sie wurde 1978 von Silvio Berlusconi gegründet, Unternehmensleiterin ist seine Tochter Marina Berlusconi. Die Holding besteht aus mehreren großen Unternehmen, darunter Mediolanum (Versicherung und Bankwesen), Medusa Film (Italiens größtes Filmproduktionsunternehmen), Mondadori (Italiens größtes Verlagshaus), AC Mailand (Fußballverein) und Mediaset, dem aktuell größten privaten Fernsehunternehmen Italiens, zu dem die drei Fernsehsender Canale 5, Italia 1 und Rete 4, eine DVB-T-Sendeanstalt und weitere Unternehmen in der Fernsehbranche gehören.

Struktur und Anteile[Bearbeiten]

ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Durch ein Gerichtsurteil wurde in Italien in den 1970er Jahren privates Regionalfernsehen zugelassen. Nach und nach bildeten sich aus den einzelnen Stationen vier große landesweite Senderketten heraus. Fininvest hatte Anteile an einer Kette, Canale 5. Italia 1 und Rete 4 dagegen gehörten Großverlegern, Euro TV dem Parmalat-Konzern. Dem Unternehmen Berlusconis gelang es in der Folgezeit, auch die Programme Italia 1 und Rete 4 zu übernehmen und damit eine beherrschende Stellung im italienischen Privatfernsehbereich zu erhalten.

Am 9. Juli 2011 entschied in letzter Instanz ein Berufungsgericht in Mailand, dass der Fininvest-Konzern dem Konkurrenzunternehmen CIR einen Schadenersatz in Höhe von rund 560 Millionen Euro zahlen muss. Hintergrund ist der Übernahmekampf um das italienische Verlagshaus Mondadori, den der Berlusconi-Konzern gewonnen hatte. Sein Konkurrent, die CIR Group, war bei dem Geschäft aufgrund einer früheren Gerichtsentscheidung leer ausgegangen. Später stellte sich heraus, dass der Richter damals bestochen worden war.

Kritik[Bearbeiten]

Ein Großteil der Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen Inhaber des Konzerns und Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi stehen in direktem Zusammenhang mit der Holding Fininvest. Unter anderem wird ihm Bilanzfälschung und Korruption in der sogenannten Vicenda SME vorgeworfen.

In dem Verfahrenskomplex Lodo Retequattro wird seit 1988 über die Verfassungsmäßigkeit des analogen Sendebetriebs des Fernsehsenders Rete 4 verhandelt. Die italienische Verfassung verbietet den Besitz von mehr als 25 Prozent der nationalen Fernsehsender, beziehungsweise mehr als drei Sendern. Da Silvio Berlusconi zusätzlich eine Zeitung und ein Verlagshaus kontrolliert, kritisieren die italienischen Mitte-links-Parteien und internationalen Medien die Machtakkumulation und die mangelnde Pluralität in der italienischen Medienlandschaft.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. fininvest.it - Annual report 2011
  2. IfM - Mediaset SpA

Weblinks[Bearbeiten]