Fizz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Fizz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Morning Glory Fizz

Der Fizz [fɪs] (Plural: Fizzes [ˈfɪzɪs], von engl. fizz [fɪz] = zischen, aufbrausen) ist ein erfrischender, kohlensäurehaltiger Longdrink. Er gehört zu den Klassikern und den bekanntesten Cocktails in der Geschichte der Bar und bildet mit seinen zahlreichen Varianten eine eigene Cocktailgruppe. Zu den bekanntesten Fizzes zählt der Gin Fizz.

Grundstruktur[Bearbeiten]

Fizzes sind geschüttelte Sours, die mit etwas Sodawasser aufgefüllt werden. Hauptbestandteile sind folglich die (in der Regel namensgebende) Basisspirituose, Zitronensaft, Zucker bzw. Zuckersirup und Soda. Zur Abrundung können weitere Zutaten hinzutreten: Ein Silver Fizz enthält darüber hinaus flüssiges Eiweiß, ein Golden Fizz Eigelb, ein Royal Fizz ein ganzes Ei, ein Cream Fizz etwa 2 cl Sahne. Ein mit Champagner statt Soda aufgefüllter Gin Fizz heißt Diamond Fizz; zum Teil wird aber auch der bei anderen Champagner-Drinks übliche Zusatz Royal verwendet (vgl. Kir).

Der Unterschied zu einem Collins, der wie der Fizz auf dem Sour basiert und die gleichen Zutaten enthält, ist die Größe des Drinks, vor allem die Menge des Sodawassers, und die Zubereitung: Ein Collins wird oft direkt im Gästeglas gerührt („gebaut“), in jedem Fall mit Eiswürfeln und daher in einem etwas größeren Glas serviert und oft auch mit mehr Soda aufgefüllt.

Zubereitung[Bearbeiten]

Fizzes werden im Shaker auf Eis zubereitet und anschließend durch ein Barsieb in ein Highballglas, welches zu 3/4 mit Eiswürfeln gefüllt ist, gegossen, oder ohne Eis im etwas kleineren Fizzglas serviert. Nun wird mit einem kleinen Schuss Soda „aufgespritzt“. Da Sodawasser einen erhöhten Gehalt an Natriumhydrogencarbonat aufweist, entsteht im Glas durch dessen Reaktion mit der Zitronensäure zusätzliches Kohlendioxid (CO2), ein von Brausetabletten bekannter Effekt. Alternativ kann auch ein gewöhnliches, stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser verwendet werden. Als Dekoration eignet sich, wenn überhaupt, eine Zitronenscheibe. Fizzes werden traditionell ohne Trinkhalm serviert und getrunken.

Rezeptbeispiel Gin Fizz[Bearbeiten]

Verlängert man einen Sour auf Gin-Basis mit etwas Sodawasser, entsteht ein Gin Fizz, mit zusätzlich Eiweiß wird ein Silver Fizz daraus. Der abgebildete Ramos (Gin) Fizz enthält darüber hinaus Sahne und Orangenblütenwasser.

Die International Bartenders Association (IBA) zählt den Gin Fizz als „unvergesslichen“ Klassiker (engl. The Unforgettables) zu ihren Official IBA Cocktails:

4,5 cl Gin
3 cl frisch gepresster Zitronensaft
1 cl Zuckersirup
8 cl Sodawasser

Alle Zutaten außer Sodawasser mit Eiswürfeln schütteln, in ein Becherglas (Tumbler) abseihen, mit Sodawasser auffüllen und mit einer Zitronenscheibe garnieren.[1] Eine weitere, übliche Formel besteht aus 5–6  cl Gin, 3  cl Zitronensaft, 2  cl Zuckersirup und Soda.

Bekannte Varianten[Bearbeiten]

Ein Fizz ist mit allen Spirituosen und Likören möglich, die auch in einem Sour harmonieren. Beispiele sind der Brandy Fizz mit Brandy, Rum Fizz (mit weißem Rum), Sloe Gin Fizz mit Sloe Gin (Schlehenlikör, bzw. Royal Sloe Gin Fizz mit einem Ei), Apricot Fizz mit Apricot Brandy und einem Schuss Orangensaft, Danish Fizz mit Gin und Cherry Brandy, Pineapple Fizz mit weißem Rum und einem Schuss Ananassaft. Bei Fizzes mit Likören kann aufgrund ihrer Süße ganz oder teilweise auf den Zuckersirup verzichtet werden.

Der Morning Glory Fizz besteht in seiner 1895 von George Kappeler erstmals veröffentlichten Form aus Scotch Whisky, Zitronensaft, Zuckersirup, Eiweiß und etwas Absinth. In späteren Varianten werden auch Rye oder Bourbon Whiskey verwendet und der Drink beispielsweise mit Curaçao, Cognac und Bitters abgerundet.[2]

Eine Besonderheit bildet der im 19. Jahrhundert in New Orleans entstandene Ramos (Gin) Fizz aus Gin, Zitronensaft, Zuckersirup sowie zusätzlich Eiweiß, Sahne und einigen Tropfen Orangenblütenwasser, der nur mit wenig Soda aufgefüllt wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gin Fizz auf der Website der International Bartenders Association, abgerufen am 28. November 2011.
  2. Mornin’, Glory Artikel über den Morning Glory Fizz mit Rezepten (englischsprachig), Cocktailchronicles Mixology Monday, 17. September 2007, abgerufen am 25. Juli 2012.