Frances Stewart, Duchess of Richmond and Lennox

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Peter Lely: Frances Stewart, Duchess of Richmond und Lennox, um 1662–1665

Lady Frances Stewart, Duchess of Richmond and Lennox (* 1648 in Paris; † 1702 in Lethington) war eine schottische Adlige und Mätresse von König Karl II. von England. Durch ihre Schönheit wurde sie La Belle Stuart genannt und diente als Modell für die Figur der Britannia.

Leben[Bearbeiten]

Peter Lely: Frances Stewart, Duchess of Richmond und Lennox, um 1662–1665

Frances war die Tochter von Walter Stewart, Leibarzt der Königin Henrietta Maria (1609–1669) und ein entfernter Verwandter aus dem Hause Stuart. Ihre Eltern flohen vor Oliver Cromwell aus England nach Frankreich, wo sie 1648 in Paris geboren wurde.

Die Königinwitwe ernannte Lady Frances zur Hofdame der jungen Königsgemahlin (queen consort) Katharina (1638–1705), einer portugiesischen Prinzessin. Nachdem die Monarchie in England wiederhergestellt worden war, reisten die Frauen 1663 nach London. Am englischen Königshof hatte Lady Frances zahlreiche Bewerber, darunter waren auch George Villiers, 2. Duke of Buckingham (1628–1687) und Sir Francis Digby († 1672). Dessen unerwiderte Liebe beschrieb der berühmte Dichter John Dryden (1631–1700) in einigen seiner Essays. Im Jahre 1665 wurde der König auf Lady Frances aufmerksam – ihre Schönheit, Charme und Witz bezauberten ihn. Vielleicht war ihm dabei auch wichtig, dass sie sich nicht für Politik interessierte und Hofintrigen mied. Am 21. März 1667 heiratete Frances Stewart in London den Cousin vierten Grades des Königs, Sir Charles Stewart, 3. Duke of Richmond (1639–1672). Ihr Mann wurde in diplomatischer Mission nach Schottland und später nach Dänemark geschickt, wo er 1672 an den Pocken starb. Die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tod ihres Mannes kehrte Frances Stewart, Duchess of Richmond and Lennox, zurück an den Hof. Obgleich sie durch die Pocken (1669) entstellt wurde, behielt sie die Gunst des Königs wie auch der Königin. Sie starb im Jahre 1702 und hinterließ ihrem Neffen Lord Blantyre ein beachtliches Vermögen.

John Roettier: Frances Stewart, Duchess of Richmond und Lennox als Britannia, um 1667

Nach dem Englisch-Niederländischen Krieg von 1665 bis 1667 ließ König Karl II. eine Gedenkmedaille anfertigen. Diese zeigte die Britannia, als Modell wurde Frances Stewart genommen. Ihr Gesicht erschien später auf weiteren Medaillen, Münzen und bei Statuen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Barbara Ballard: The Face of Britannia - Frances Teresa Stuart, Duchess of Richmond and Lennox.
  • Gilbert Burnet: History of my own Time. 6 Bände, Oxford 1833
  • Edmund Ludlow: Memoirs 1625–72, edited by C. H. Firth, 2 Bände, Oxford 1894
  • Jules J. Jusserand: A French Ambassador at the Court of Charles II. London 1892
  • Memoirs of Beauties of the Court of Charles II, with their Portraits. 2. Auflage, Lohdon 1838
  • Memoire of Grammont. translated by Boyer, edited by Sir W. Scott, 2 Bände, London 1885, 1890
  • Samuel Pepys: Diary. 9 Bände, London 1893–1899, und weitere Auflagen
  • Maeve Haran: The painted Lady (Roman, der das gesamte Leben der Frances Stuart beschreibt)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frances Stewart, Duchess of Richmond and Lennox – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien