Französische Überseegebiete

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Die französischen Überseegebiete, französisch La France d’Outre-Mer (‚Übersee-Frankreich‘), sind Teile des französischen Staatsgebiets außerhalb Europas. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ehemalige französische Kolonien. Insgesamt leben dort ungefähr 2,65 Millionen Menschen (Januar 2010).

Verwaltung[Bearbeiten]

Antarktika Frankreich (Kerguelen) Vereinigtes Königreich (Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln) Malaysia Japan Volksrepublik China Republik China Südkorea Brunei Osttimor Philippinen Indonesien Ukraine Kasachstan Georgien Aserbaidschan Armenien Russland Türkei Vietnam Singapur Irak Syrien Libanon Israel Jordanien Kuwait Katar Bahrain Saudi-Arabien Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Iran Turkmenistan Usbekistan Kirgisistan Tadschikistan Pakistan Afghanistan Mongolei Malediven Nordkorea Indien Indien Sri Lanka Bhutan Nepal Bangladesch Myanmar Thailand Kambodscha Laos Palau Föderierte Staaten von Mikronesien Papua-Neuguinea Marshallinseln Nauru Tokelau Salomonen Neuseeland Vanuatu Tuvalu Kiribati Kiribati Tonga Australien Samoa Fidschi Cookinseln (in freier Assoziierung mit Neuseeland) Niue (assoziiert mit Neuseeland) Vereinigte Staaten (Alaska) Vereinigtes Königreich (Pitcairn-Inseln) Frankreich (Neukaledonien) Frankreich (Französisch-Polynesien) Frankreich (Wallis and Futuna) Vereinigte Staaten (Hawaii) Vereinigte Staaten (Amerikanisch-Samoa) Vereinigte Staaten (Nördliche Mariannen) Vereinigte Staaten (Guam) Chile Uruguay Argentinien Paraguay Peru Bolivien Brasilien Ecuador Panama Kolumbien Guyana Suriname Venezuela Trinidad und Tobago Vereinigtes Königreich (Falklandinseln) Frankreich (Französisch-Guayana) Niederlande (ABC-Inseln) Costa Rica Honduras El Salvador Guatemala Belize Mexiko Jamaika Kuba Haiti Dominikanische Republik Bahamas Nicaragua Vereinigte Staaten Kanada Inseln über dem Winde (multinational) Puerto Rico (zu Vereinigte Staaten) Vereinigtes Königreich (Kaimaninseln) Vereinigtes Königreich (Turks- and Caicosinseln) Vereinigtes Königreich (Bermuda) Frankreich (St.-Pierre und Miquelon) Dänemark (Grönland) Isle of Man (brittischer Kronbesitz) Guernsey (brittischer Kronbesitz) Malta Jersey (brittischer Kronbesitz) Andorra Monaco Schweiz Liechtenstein Vatikanstadt San Marino Luxemburg Island Österreich Belgien Bulgarien Republik Zypern Tschechien Deutschland Dänemark Dänemark (Färöer) Estland Spanien Finnland Frankreich Vereinigtes Königreich Griechenland Ungarn Irland Italien Litauen Lettland Niederlande Polen Portugal Portugal (Madeira) Portugal (Azoren) Rumänien Schweden Slowenien Slowakei Island Montenegro Mazedonien Kroatien Serbien Norwegen Albanien Bosnien und Herzegowina Moldawien Weissrussland Russland (Kalininingrad) Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Kap Verde São Tomé und Príncipe Seychellen Mauritius Komoren Madagaskar Spanien (Kanarische Inseln) Frankreich (Réunion) Frankreich (Mayotte)
Frankreich und seine Überseegebiete

Auf Französisch werden die Überseegebiete formell als la France d’outre-mer bezeichnet. Bis zur Verfassungsreform vom 23. März 2003 war die offizielle Bezeichnung Départements d’outre-mer – Territoires d’outre-mer beziehungsweise les Départements et Territoires d’outre-mer (DOM-TOM), was heute in der Umgangssprache noch verbreitet ist. Die französischen Überseegebiete werden unterteilt in DOM-ROM, COM, CSG und TAAF.

Das zuständige Ministère de l’Outre-mer (Überseeministerium) gibt es seit 1894, als es als direkter Nachfolger des Kolonialministeriums Frankreichs, 1710 als Bureau des Colonies gegründet. Es war zeitweise mit anderen Ministerien vereint oder nur ein Minister- oder Staatssekretärsposten, seit 2012 ist es wieder eigenständig.

Alle Überseegebiete sind, unabhängig von der Einteilung in départements d’outre-mer und collectivités d’outre-mer, französisches Staatsgebiet. Sie sind, sofern bewohnt, in beiden Kammern des französischen Parlaments und im Europäischen Parlament vertreten. Bei Europawahlen bilden alle Überseegebiete zusammen einen Wahlkreis, in dem drei Mitglieder des Europäischen Parlaments gewählt werden. Nachdem 2004 alle drei Sitze an Personen aus Réunion gegangen waren, ist seit der Europawahl 2009 je ein Sitz für die Überseegebiete im Atlantischen, Indischen und Pazifischen Ozean reserviert.

Nur die französischen Süd- und Antarktisgebiete und Französisch-Polynesien besitzen offizielle eigene Flaggen, Flaggen anderer Gebiete sind inoffiziell.

Départements et régions d’outre-mer (DOM-ROM)[Bearbeiten]

Altes Rathaus und Siegessäule in der Hauptstadt von Réunion
Hauptartikel: Übersee-Département

Die Départements und Régions d’outre-mer haben denselben Status wie die Regionen und Départements des französischen Festlandes. Dies ist im Artikel 73 der französischen Verfassung festgelegt. Die Gebiete gehören zum Gebiet der Europäischen Union, sind jedoch kein Schengen-Gebiet; sie haben den Euro als Währung.

DOM-ROM:

In einer Volksbefragung am 29. März 2009 befürworteten die Einwohner Mayottes mehrheitlich, dass Mayotte die Kompetenzen der Übersee-Départements und Übersee-Regionen gemäß Artikel 73 erhalten soll.[1] Dadurch wurde Mayotte am 31. März 2011[2] das 101. Département Frankreichs.[3]

Collectivité d’outre-mer (COM)[Bearbeiten]

Die Collectivités d’outre-mer haben untereinander teils einen sehr unterschiedlichen Status. Generell besitzen sie aber Autonomie. Somit sind französische Gesetze dort nicht automatisch und erst nach einer ausdrücklichen Festlegung gültig. Dennoch sind sie vor allem außen- und verteidigungspolitisch abhängig von Frankreich. Bis 2004 wurde in Übersee-Territorium (TOM = Territoire d’outre-mer) und Überseeland (POM = Pays d’outre-mer) unterschieden.

COM (diese Gebiete gehören zum Gebiet der Europäischen Union, sind jedoch Nicht-Schengen-Gebiet, Währung: Euro):

  • Saint-Martin (seit 22. Februar 2007 eigenständig, französischer Teil der Insel St. Martin).

COM (diese Gebiete gehören nicht zum Gebiet der Europäischen Union, Währung: Euro):

Bis 31. März 2011 gehörte auch Mayotte im Indischen Ozean in diese Gruppe.

COM (diese Gebiete gehören nicht zum Gebiet der Europäischen Union, Währung: CFP-Franc):

Collectivité sui generis (CSG)[Bearbeiten]

Neukaledonien hat eine Sonderregelung in den Artikeln 76 und 77 der Verfassung und ist eine Collectivité sui generis mit dem CFP-Franc als Währung.

Terres australes et antarctiques françaises (TAAF)[Bearbeiten]

Die Französischen Süd- und Antarktisgebiete haben eine eigene Verwaltung in Saint-Pierre auf Réunion. Rechtlich gesehen sind die TAAF ein Überseegebiet mit besonderem Status. Das Territorium umfasst die Inseln Amsterdam und Sankt-Paul, die Crozetinseln, die Kerguelen sowie das auf dem antarktischen Kontinent gelegene Adelieland, dessen Zugehörigkeit zum Territorium aufgrund des Antarktisvertrages jedoch völkerrechtlich nicht anerkannt ist. Seit dem 21. Februar 2007 gehören auch die Îles Éparses zu dem Gebiet. Das Gebiet ist bis auf acht ständig besetzte Stationen mit wechselnden Besatzungen unbewohnt.

Die TAAF sind kein Teil der Europäischen Union.

Clipperton-Insel[Bearbeiten]

Clipperton befindet sich im Staatseigentum Frankreichs. Die Insel hat keine ständigen Bewohner und darf aus Gründen des Naturschutzes ohnehin nur in Sonderfällen betreten werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Résultat de la consultation populaire du 29 mars 2009 à Mayotte
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAFP: Insel Mayotte wird 101. Département Frankreichs. www.donaukurier.de, 31. März 2011, abgerufen am 31. März 2011.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFranzösische Botschaft in Deutschland: Insel Mayotte wird zum 101. französischen Departement. www.botschaft-frankreich.de, 27. Dezember 2010, abgerufen am 1. Januar 2011.
  4. http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2010:325:0004:0005:DE:PDF