Franz II. (Bretagne)

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Franz' Wappen als Graf von Étampes
Franz' Wappen als Herzog von Bretagne
Grabmal in Nantes

Franz von Étampes (* 23. Juni 1435 in Étampes; † 9. September 1488 in Couëron bei Nantes) war Graf von Étampes und als Franz II. Herzog der Bretagne. Er war der Sohn von Richard d'Étampes und Marguerite d'Orléans.

Leben[Bearbeiten]

Beim Tod seines Vaters 1438 wurde er dessen Nachfolger als Graf von Étampes. Als im Jahre 1458 sein Onkel Arthur III. starb und keinen Sohn hinterließ, wurde Franz als dessen Erbe auch Herzog der Bretagne. Da König Ludwig XI. seine Selbständigkeit schmälern wollte, schloss er mit mehreren französischen Großen die Ligue du Bien public. Ludwig verlor die Schlacht bei Montlhéry und musste sich zu dem Frieden von Saint-Maur am 29. Oktober 1465 verstehen, worin er dem Herzog Franz alle von diesem beanspruchten Rechte zugestand. Bald darauf geriet Franz wegen der Normandie, die Ludwig dem Herzog von Berry abgenommen hatte, von neuem mit dem König in Fehde, die durch den Frieden vom 10. September 1472 nur zeitweilig beigelegt wurde; denn Ludwig fiel 1473 an der Spitze von 50.000 Mann in die Bretagne ein und nahm Ancenis und einige andere feste Plätze.

Erst 1475, als Karl der Kühne von Burgund, der Verbündete des Herzogs Franz, mit Ludwig XI. sich verständigte, um freie Hand gegen Lothringen und die Schweizer zu bekommen, wurde ein dauernder Friede geschlossen, in welchem Franz dem König Gehorsam und Lehnspflicht gelobte. Sein Lehen über die Grafschaft Étampes war spätestens 1477 eingezogen worden, dieses wurde 1478 Franz’ Schwager Johann de Foix erteilt. Nach Ludwigs Tod 1483 wurde der Hof des Herzogs aufs Neue der Sammelplatz der unzufriedenen französischen Großen, des Herzogs von Orléans, Grafen Dunois und anderer, welche den Feudalismus vor der Unterdrückung durch die königliche Gewalt zu retten suchten. Allein der Krieg hatte einen für die Verschworenen ungünstigen Ausgang (siehe Guerre folle).

Die Schlacht bei St.-Aubin am 28. Juli 1488 vernichtete für immer die Unabhängigkeit der Bretagne, und Franz musste im Vertrag von Sablé am 20. August 1488 sich von aller Verbindung mit den Feinden des Königs lossagen und versprechen, seine erbberechtigten Töchtern nicht ohne Einwilligung des Königs zu vermählen. Kurz darauf, am 9. September 1488, starb Franz. Er wurde in der Karmeliterkirche von Nantes begraben. Sein Grabmal übertrug man später in die Kathedrale von Nantes. Seine Erbtochter Anna heiratete später Karl VIII. und nach dessen Tod Ludwig XII. von Frankreich, deren Tochter Claudia König Franz I., wodurch die Bretagne an Frankreich kam.

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten]

In erster Ehe heiratete er im November 1455 in Vannes seine Cousine Margarete von Bretagne († 25. September 1469), Tochter des Herzogs Franz I. und dessen zweiter Frau Isabella von Schottland. Mit ihr hatte er einen Sohn:

In zweiter Ehe heiratete er am 27. Juni 1471 in Clisson Margarete von Foix (* nach 1458; † 15. Mai 1486), Tochter des Grafen Gaston IV. von Foix und Bigorre und der Infantin Eleonore von Navarra (siehe auch → Stundenbuch der Margarete de Foix, Herzogin der Bretagne). Mit ihr hatte er zwei Töchter:

Illegitime Kinder[Bearbeiten]

Aus der Verbindung Antoinette de Maignelais hatte er einen Sohn:

  • Franz von Avaugour genannt von Bretagne (* 1462; † nach 1494), Graf von Vertus und Goello, ∞ 1492 Madeleine de Brosse, Tochter des Jean de Brosse, Graf von Penthievre.

Von weiteren Mätressen hatte er noch vier uneheliche Kinder:

  • Antoine (* 1463; † jung)
  • n.n. (Tochter * 1465; † jung)
  • n.n. (Sohn, * 1466; † jung)
  • Françoise (* 1473; † 1498)

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Richard Graf von Étampes
1438–1477
Johann de Foix
Arthur III. Herzog von Bretagne
1458–1488
Anne