Franz Konz
Franz Konz (* 16. Mai 1926 in Köln; † 23. April 2013 in Kürten[1]) war ein deutscher Sachbuchautor zu den Themen Steuern und Gesundheit.
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Leben [Bearbeiten]
Nach dem Abitur absolvierte Konz eine Ausbildung zum Steuerinspektor und Revisor an der Reichsfinanzschule. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war er als Soldat in Berlin eingesetzt. Nach dem Krieg arbeitete er noch einige Zeit als Steuerinspektor, bevor er aus dem Staatsdienst ausschied und Schriftsteller wurde. Zur Ausübung einer steuerberatenden Tätigkeit fehlte ihm die Zulassung.
Im Jahr 1952 verfasste er seine ersten Bücher, deren Inhalt hauptsächlich aus Steuertipps bestand. Daraufhin wurde er wegen Beleidigung und Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu 17 Monaten Gefängnis verurteilt. Konz empfindet die Strafe angeblich als ungerecht. In der Folgezeit entwickelte er eine kleptomanische Neigung und wurde mehrmals wegen Ladendiebstahls belangt.
Nach Magenproblemen wurde bei Konz Magenkrebs diagnostiziert, den er mit Hilfe einer Umstellung auf Urkost, eine strenge Art der Rohkost, besiegt haben will. Er schrieb daher neben seinen Steuerratgebern auch einen Gesundheitsratgeber. Da er die Verlegung seiner Steuerratgeber von der gleichzeitigen Herausgabe seines Gesundheitsratgebers abhängig machte, wechselte er vom Heinz Wolf Fachverlag zur Verlagsgruppe Langen Müller Herbig von Herbert Fleissner.
Konz war von seiner fünften Ehefrau Narine geschieden.
Steuerratgeber [Bearbeiten]
Der erste Steuerratgeber, den Konz schrieb, befasste sich mit Steuersparmöglichkeiten der katholischen Geistlichkeit.[2] Nach dem guten Erfolg weitete er sein Feld auf weitere Zielgruppen wie Selbständige, Beamte und schließlich alle Arbeitnehmer aus.
Einen Durchbruch als Autor erlebte er, als er in einer Postwurfsendung provokativ fragte "Soll man eine Bombe ins Finanzamt werfen?", was aber gleichzeitig zu Streitigkeiten mit der Steuerfahndung führte. Mangels nachweisbaren Tatvorwurfs wurden diese Verfahren eingestellt. Die aus diesen Prozessen gesammelten Erfahrungen veranlassten ihn daraufhin das Werk "Wie schütze ich mich gegen Steuerfahndung und Betriebsprüfung?" zu verfassen. Die weiteren Streitigkeiten, die schließlich vor dem BGH ausgetragen wurden, veranlassten ihn ebenfalls seine Schriften leicht - aber im Tenor unverändert - zu entschärfen. Zum Thema Steuerhinterziehung vertritt er die Auffassung, dass es ein "Vergehen, aber ein verständliches" sei.[3] Sein Steuerratgeber „1000 ganz legale Steuertricks/Der Große Konz“ wurde seit 1985 millionenfach verkauft. Seit 1990 erscheint das „Arbeitsbuch zur Steuererklärung/Der Kleine Konz“, eine Anleitung zum Ausfüllen von Steuerformularen. Mitautor des „Kleinen Konz“ ist Steuerberater Friedrich Borrosch. Beide Bücher werden jährlich aktualisiert. Angela Merkel nannte im TV-Duell vor der Bundestagswahl 2005 die „1000 ganz legalen Steuertricks“ eine Zusammenfassung aller Steuerschlupflöcher.
Gesundheitsratgeber [Bearbeiten]
Nach seiner Ernährungsumstellung und seiner Magenkrebsheilung gründete Konz den Bund für Gesundheit. In seinem Gesundheitsratgeber Der große Gesundheits-Konz propagiert er eine strenge Form der Rohkost, die sogenannte Urkost. Konz sieht Krankheiten als Folge von einem nicht in Einklang mit der Natur geführten Leben. Die Ärzteschaft sieht er als Geldschneider an, die ihre Patienten krank machen wollten.
Im Gegenzug sieht er Krankheiten als Mittel der Natur zur Aussonderung von „menschlichem Abfall“ an. Über das HI-Virus sagt Konz:
„Die Viren stellen sich nur bei einem durch Drogen und Genußgifte geschädigten Körper vermehrt ein, um mitzuhelfen, den Abfall zu beseitigen. Wenn es sein muss, vertilgen sie den ganzen noch lebenden Menschen, der sich schuldhaft in einen Abfallkübel verwandelte. Sie haben dazu den Auftrag von Gott erhalten.“
Über AIDS-Erkrankte sagt Konz:
„Der Körper des AIDS-Kranken ist durch Aftersex, Genussmittel, Drogenmißbrauch und Junk-Food kaputtgemacht worden. Die HI-Viren machen sich jetzt in großer Anzahl über ihn her. Sie sind von der Natur dazu bestimmt, dem unwürdigen und gegen die Gesetze am schlimmsten verstoßenden Erdbewohner das Geschenk des Lebens schnellstens wegzunehmen, damit er nicht noch mehr Unheil anzurichten vermag. Was soll aber die gegen die Natur gerichtete, nie bewiesene Verlängerung dieses Abschaums der Menschheit um ein paar Monate auf Kosten von uns, der Allgemeinheit?“
– (beide: Natürlich Leben, Nr 4/2001)
Zur Verbreitung seiner Ernährungslehre gründete Konz mit Gleichgesinnten den Bund für Gesundheit e. V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Ernährungsform zu verbreiten und Interessierte zu informieren.
Konz vertrat mit seiner Urkost bzw. Wildkräuter-UrMedizin eine besondere Form der Rohkost. Innerhalb der Rohkost-Bewegung stand er der vorwiegend auf Obst basierenden Sonnenkost von Helmut Wandmaker gegenüber, mit dem er sehr kontroverse Diskussionen über „Ernährungsfragen“ führte.
Veröffentlichungen (Auswahl) [Bearbeiten]
- Konz 2010. 1000 ganz legale Steuertricks. (erscheint seit 2007 [Ausg. 2008] als „Konz [Jahreszahl]“ jährlich fortlaufend; seit 2006 auch als Beilage zu „Konz Steuersoftware“), Knaur-Taschenbuch-Verlag, München 2009, ISBN 978-3-426-78330-6
- 2002 (Ausg. 2003)–2006 (Ausg. 2007) unter dem Titel Der große Konz … 1000 ganz legale Steuertricks.
- 1983–2001( Ausg. 2002) unter dem Titel 1000 ganz legale Steuertricks. Für alle, die zu viel Lohn- und Einkommenssteuer zahlen.
- Konz. Das Arbeitsbuch zur Steuererklärung 2009, 2010. (zusammen mit Friedrich Borrosch; erscheint seit 2007 [Ausg. 2007/08] als „Konz – Das Arbeitsbuch zur Steuererklärung [Jahreszahlen]“ jährlich fortlaufend), Knaur-Taschenbuch-Verlag, München 2009, ISBN 978-3-426-78323-8
- 1990 (Ausg. 1990/91)–2006 (Ausg. 2006/07) unter dem Titel Der kleine Konz. Das Arbeitsbuch zu den 1000 Steuertricks.
- Konz. Die Steuererklärung mit ELSTER. (zusammen mit Friedrich Borrosch), Knaur-Taschenbuch-Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-78322-1
- 2009 unter dem Titel Konz. Das Arbeitsbuch zum ELSTER-Steuerprogramm.
- Konz Steuersoftware.
- Der Renten-Konz. Das Arbeitsbuch zur Steuererklärung für Rentner und Pensionäre. Knaur-Taschenbuch-Verlag, München 2006, ISBN 3-426-77960-9
- Der große Gesundheits-Konz. Wildkräuter-UrMedizin erfolgreich gegen Krebs, Asthma, Rheuma, Fettsucht, Allergie, multiple Sklerose, Herz- und andere chronische Leiden. Universitas, München 2006, ISBN 3-8004-1314-0
- Die gute Handschrift. Lehrgang der Graphotherapie. Verlag Stefan Wolf, Karlsruhe 1981
- Handbuch der Steuerhinterziehung. (2 Bände), Verlag Stefan Wolf, Karlsruhe 1978
- Charakterbildung und Persönlichkeitsreifung durch Graphotherapie. Verlag Stefan Wolf, Karlsruhe 1970
Literatur [Bearbeiten]
- Robin Detje: Die Welt des Großen Konz. Cicero, Juni 2004, S. 92
- Manfred Dworschak: Franz Konz, der Popstar unter den Steuerratgebern. DIE ZEIT v. 4. April 1997
- Der Spiegel: 'Tips aus Nippes' [DER SPIEGEL 52/1962, 26. Dezember 1962]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ BUND FÜR GESUNDHEIT e.V
- ↑ Der Spiegel 41/1993 S. 119 ff., Millionär per Post
- ↑ FAZ vom 3. März 2008, Steuerkritiker Franz Konz im Gespräch „Der Staat beraubt seine Bürger“, Interview geführt von Thiemo Heeg [1]
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Franz Konz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Interview im Focus: Deutschlands größter Steuertrickser teilt aus... vom 13. Juni 2008
- fuer-uns.de (Urkost) abgerufen am 4. Mai 2013
- Bund für Gesundheit (BfG) abgerufen am 4. Mai 2013
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Konz, Franz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fachbuchautor und Steuerexperte |
| GEBURTSDATUM | 16. Mai 1926 |
| GEBURTSORT | Köln |
| STERBEDATUM | 23. April 2013 |
| STERBEORT | Kürten |