Friedrich-Ebert-Brücke (Duisburg)

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51.4562194444446.7236777777778Koordinaten: 51° 27′ 22,4″ N, 6° 43′ 25,2″ O

f1

Friedrich-Ebert-Brücke
Friedrich-Ebert-Brücke
Im Hintergrund der Brücke
das ThyssenKrupp-Kraftwerk „Hermann Wenzel“
Nutzung Straßenverkehr
Überführt

Landesstraße 140

Querung von

Rhein und einen Hafenarm

Ort Duisburg
Konstruktion Zügelgurtbrücke
Gesamtlänge 635 m
Breite 24 m
Längste Stützweite 285,5 m
Höhe 9 m

Die Friedrich-Ebert-Brücke ist eine Straßenbrücke über den Rhein zwischen den Duisburger Stadtteilen Ruhrort und Homberg. Hier überquert die Landesstraße 140 den Rhein. Sie wurde bis 1954 anstelle der im Zweiten Weltkrieg gesprengten Admiral-Scheer-Brücke errichtet.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Bemühungen um den Bau einer Brücke erfolgten seit 1872 durch die Ruhrorter und Homberger Bürgermeister. Der preußische Staat verweigerte die Baugenehmigung lange aus militärischen Gründen, da befürchtet wurde, den damals feindlichen Franzosen somit den Rheinübergang zu erleichtern. Aus diesem Grunde wurde zunächst eine Entscheidung für den Bau einer Eisenbahnfähre, das Trajekt Ruhrort–Homberg, getroffen.

Nach Reichsgründung und veränderten politischen Bedingungen wurde 1903 ein Wettbewerb ausgelobt, aus dem der gemeinsame Entwurf der Bauunternehmung Grün & Bilfinger oHG (Mannheim) mit dem Architekten Hermann Billing (Karlsruhe) für eine Kragträger-Brücke in Eisenfachwerk mit Brückentürmen in Massivbauweise siegreich hervorging. Mit dem Bau der Brücke wurde 1904 begonnen, 1907 wurde sie eröffnet und erhielt später den Namen „Admiral-Scheer-Brücke“. Auf beiden Rheinseiten wurden gleichzeitig Anschlussbrücken über die Eisenbahnhafenbecken errichtet, um die Bahnhöfe für Fußgänger und den Wagenverkehr anzubinden. Auf Ruhrorter Seite wurde die Hafenbrücke als stählerne Bogenbrücke erbaut, deren Fahrbahn die Bögen auf halber Höhe schneidet.

Brückentürme der Friedrich-Ebert-Brücke

Der Hauptzweck der beiden, solide gemauerten, an Stadttortürme erinnernde Brückentürme lag in ihrer Bedeutung als Gegengewicht zur Brücke. An den Brückentürmen wurde der Brückenzoll erhoben. Kolonnaden verbanden die Türme mit der Brücke. Eine geschwungene, doppelläufige Treppe führte zur tiefer gelegenen Fürst-Bismarck-Straße. Die Treppe umschloss einen Brunnen mit dem legendären „Löwen“ der Ruhrorter, einer Löwenfigur.

Der Verkehrsknotenpunkt „Richard-Hindorf-Platz“ auf der Ruhrorter Seite wurde nach dem Ruhrorter Richard Hindorf benannt. Er war ein Pionier der Sisal-Plantagenwirtschaft in Deutsch-Ostafrika.

Die Brücke wurde 1945 gesprengt und in neuer Form als unechte Hängebrücke (Zügelgurtbrücke) 1951–1954 errichtet. Sie erhielt bei ihrer Eröffnung den Namen des Politikers Friedrich Ebert.[1] In den Jahren 1999–2003 wurde die Brücke überholt und verstärkt.[2]

Die beiden früheren Brückentürme sind erhalten geblieben (siehe Bild).

Technische Daten[Bearbeiten]

Anschlussbrücke über den Ruhrorter Eisenbahnhafen

Die Straßenbrücke hat vier Fahrstreifen und eine Gesamtlänge von 599 Meter. Der Brückenzug besteht aus der Strombrücke mit Stützweiten von 128,4 Meter – 285,5 Meter – 128,4 Meter und einer rechtsrheinischen Flutbrücke mit 55,8 Meter über das Hafenbecken. Da die Tragkabel ihre Zugkräfte in den Überbau einleiten und nicht in Ankerblöcke, wird die Konstruktion als unechte Hängebrücke oder auch Zügelgurtbrücke bezeichnet.[3] Die Länge der Brücke wird in einer Quelle mit 599 Metern angegeben, in einer anderen jedoch mit 635 Metern. Der lange Brückenträger ist zur Versteifung des Bauwerks vollwandig ausgeführt. Die beiden Pylone aus Stahl stehen auf Betonpfeilern.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich-Ebert-Brücke (Duisburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Friedrich-Ebert-Brücke in Duisburg auf www.binnenschiffe-rheinruhr.de
  2. Krupp Stahlbau Hannover: Arbeiten unter Aufrechterhaltung des Verkehrs; 12. März 2006
  3. Gottfried Vogel: Montage des Stahlüberbaues der Rheinbrücke zwischen Duisburg-Ruhrort und Homberg. In:Der Stahlbau, 24. Jahrgang 1955, Heft 6, S. 122–128
  4. Brücken in Duisburg auf www.bz-duisburg.de; abgerufen am 30. Oktober 2013