GMX

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GMX
GMX-Logo.svg
www.gmx.de
Beschreibung E-Mail-Dienst
Eigentümer 1&1 Mail & Media GmbH
Erschienen 1997

GMX ist ein 1997 gegründetes deutsches Webportal, das mittlerweile hauptsächlich als Anbieter von E-Mail-Diensten auftritt. GMX gehört mit dem ehemaligen Konkurrenten Web.de zur 1&1 Mail & Media GmbH, mit Hauptsitz in Montabaur und einer Zweigniederlassung in München,[1] die wiederum eine Tochtergesellschaft der 1&1 Internet AG, beziehungsweise des United-Internet-Konzerns, ist. Das Akronym GMX steht für Global Message eXchange (zu deutsch Globaler Nachrichtenaustausch), wobei diese Bezeichnung heute nicht mehr verwendet wird.

Geschichte[Bearbeiten]

GMX wurde im Jahr 1997 als eines der ersten deutschen Internetportale eingerichtet. Im April 1998 erfolgte die Gründung der GMX GmbH durch Karsten Schramm, Eric Dolatre, Peter Köhnkow und Raoul Haagen, die unter anderem das Angebot werbefinanzierter und kommerzieller E-Mail-Postfächer vorantreiben sollte. GMX verzeichnete zu diesem Zeitpunkt 250.000 Mitglieder, Ende 1998 waren es eine halbe Million, bis Mai 1999 stieg die Zahl auf eine Million. GMX gehört zu den reichweitenstärksten Angeboten im deutschsprachigen Internet.[2]

Ebenfalls im Jahr 1998 erwarb die 1&1 Beteiligungen GmbH & Co. KG, aus der später die United Internet AG entstand, einen Anteil von 50 Prozent an der GMX GmbH. Um der neuen Struktur des Unternehmens Rechnung zu tragen, wechselte die GMX GmbH im Jahr 2000 ihre Rechtsform in eine Aktiengesellschaft.

Anfang 2001 ging GMX eine Kooperation mit Tomorrow Focus ein, die seitdem Inhalte für das Internetportal liefern und einen großen Teil der Vermarktung übernehmen. Zur CeBIT 2001 wurde unter der Bezeichnung Die neue GMX ein überarbeitetes Angebot vorgestellt, das eine klare Trennung zwischen E-Mail-Dienst und Nachrichtenportal vornahm.

Im Jahr 2002 überschritt die Zahl der Mitglieder die 10 Millionen. Grund dafür ist auch, dass GMX die Verwendung einer persönlichen Domain für das E-Mail-Postfach anbietet. Außerdem trat GMX erstmals als Internet-Provider auf und bot Einwahl- sowie DSL-Tarife an. Gleichzeitig wechselte erneut die Rechtsform zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung.[2]

Um das Wachstum der Mitgliederzahl bewältigen zu können, bezog GMX 2003 ein eigenes Rechenzentrum in Karlsruhe unter dem Dach von Schlund+Partner, die ebenfalls zu United Internet gehören. In den darauffolgenden Jahren wurde die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom ausgebaut, um das Geschäft mit DSL-Anschlüssen zu steigern, ohne ein eigenes Backbone unterhalten zu müssen.

Ende 2008 begann GMX mit der Expansion in die Schweiz und bereitete sein Internetportal speziell dafür auf. Ferner wurde ein Download-Portal für Free- und Shareware vorgestellt. Im Oktober 2009 nahm GMX gemeinsam mit WEB.DE an einem Pilotprojekt zur Einführung von De-Mail in Friedrichshafen teil.[2]

Produkte[Bearbeiten]

Neben dem Internetportal, das Nachrichten unterschiedlichster Kategorien enthält, liegt der Fokus von GMX auf E-Mail-Postfächern.[3] Dabei stehen Benutzern drei Varianten zur Verfügung:

  • GMX FreeMail[4]: 1 Gigabyte Speicherplatz für E-Mails, 1,0 Gigabyte für Fotos und Dateien, Versand von 10 kostenlosen SMS im Monat
  • GMX ProMail: 5 Gigabyte Speicherplatz für E-Mails, 5,0 Gigabyte für Fotos und Dateien, Versand von 50 kostenlosen SMS im Monat, Faxfunktion, werbefreie Oberfläche
  • GMX TopMail: 10 Gigabyte Speicherplatz für E-Mails, 10 Gigabyte für Fotos und Dateien, Versand von 100 kostenlosen SMS im Monat, Faxfunktion, werbefreie Oberfläche, Sicherheitspaket

Bei GMX ProMail und GMX TopMail handelt es sich um gebührenpflichtige Tarife, die eine individuelle E-Mail-Domain beinhalten.[5]

Kritik[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 wurde GMX bei der Verleihung des Datenschutz-Negativpreises Big Brother Awards in der Kategorie Kommunikation ausgezeichnet,

„weil die Firma die elektronische Post Ihrer Nutzerinnen und Nutzer ungenügend gesichert hat. Zwei Vorfälle im Sommer 2000 geben dazu Anlass.“[6]

Im Juli 2011 wurde darüber berichtet, dass ein Wechsel von den kostenpflichtigen Angeboten ProMail und TopMail zum kostenlosen FreeMail „nur mit erheblichem Aufwand“ möglich sei.[7]

Im Juli 2012 wurde bekannt, dass durch einen Hackerangriff auf GMX, der von Vertretern des Unternehmens mittlerweile bestätigt wurde, zahlreiche Benutzerkonten ausgespäht wurden.[8] Dabei war es offenbar gelungen, den Schutzmechanismus von GMX durch verteilte Anmeldeversuche auszuhebeln. Kritiker bemängelten, dass GMX die Benutzer im Unklaren darüber lasse, wie gut ihr Konto geschützt und ob es durch Dritte gehackt worden ist.

Im August 2012 erließ die Verbraucherzentrale Bundesverband eine Abmahnung gegen GMX, da sie die Button-Lösung (gem. § 312 g BGB) nicht korrekt umgesetzt sahen. Die Abmahnung richtete sich auch an die Marke Web.de. Web.de hatte zwar die Bezeichnung „zahlungspflichtige Bestellung“ für den Bestellknopf übernommen, wichtige Vertragsbestandteile waren aber nicht direkt daneben platziert.[9]

Nachdem GMX an Kunden ihres kostenlosen FreeMail-Accounts Rechnungen und in weiterer Folge Mahnungen sowie Inkassoforderungen verschickt hatte mit der Begründung, sie hätten einen „kostenpflichtigen“ Dienst bestellt, und betroffene Verbraucher sich an eine entsprechende Vertragsänderung nicht erinnern konnten, klagte der Österreichische Verein für Konsumenteninformation Rechtsmängel ein und bekam Recht. GMX verpflichtete sich, sowohl die Verwendung gesetzwidriger Klauseln zu unterlassen wie auch Konsumenten bei Vertragsabschlüssen im Internet gesetzeskonform zu informieren.[10] Siehe dazu auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Artikel Fernabsatzrecht.

Im Februar 2014 startete GMX eine Kampagne gegen Werbeblocker, welche als „Angstkampagne“ bezeichnet wurde, die das Ziel habe, Nutzer zu täuschen.[11][12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GMX Impressum, abgerufen am 2. März 2013
  2. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHintergrund und Geschichte. GMX, abgerufen am 15. August 2012.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatProdukte und Eigenschaften. GMX, abgerufen am 15. August 2012.
  4. GMX FreeMail Servereinstellungen, explime.de
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTarifübersicht und Preise. GMX, abgerufen am 14. August 2012.
  6. Preisträger der Kategorie „Kommunikation“. Laudatio. bigbrotherawards.de, 28. Juni 2006, abgerufen am 14. Mai 2014.
  7. Marc Kessler: GMX: Umstellung auf FreeMail nur mit erheblichem Aufwand. teltarif.de, 22. Juni 2011, abgerufen am 14. Mai 2014.
  8. Annika Demgen: Hackerangriff bei GMX: Offenbar zahlreiche Accounts betroffen. netzwelt.de, 10. Juli 2012, abgerufen am 11. Juli 2012.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatUrs Mansmann: Verbraucherschützer mahnen GMX und Web.de ab. In: heise online. 28. August 2012, abgerufen am 29. August 2012.
  10. GMX gibt klein bei! konsumentenfragen.at, 16. November 2010, abgerufen am 14. Mai 2014.
  11. Torsten Kleinz: „Seitenmanipulierende Add-ons“: United Internet startet Kampagne gegen Adblocker. heise.de, 27. Februar 2014, abgerufen am 14. Mai 2014.
  12. Stephan Dörner: GMX und Web.de starten Angstkampagne gegen Werbeblocker. Dow Jones News GmbH, 27. Februar 2014, abgerufen am 14. Mai 2014.

48.18811211.586805Koordinaten: 48° 11′ 17″ N, 11° 35′ 12″ O