Gang of Four

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Viererbande aufgeführt.
Gang of Four
Konzert in Bergen, Norwegen, 2007
Konzert in Bergen, Norwegen, 2007
Allgemeine Informationen
Genre(s) Post-Punk, New Wave, Art-Punk
Gründung 1977
Auflösung 1984
Neugründung 1990
Website http://www.gangoffour.co.uk
Aktuelle Besetzung
Jon King
Andy Gill
Mark Heaney (seit 2006)
Thomas McNeice (seit 2008)
Ehemalige Mitglieder
Dave Allen (1977-1981, 2004-2008)
Sara Lee (1981-1984)
Hugo Burnham (1977-1983, 2004-2006)

Gang of Four ist eine stilbildende englische Post-Punk- oder New-Wave-Band, die vor allem durch einen charakteristischen, treibenden, dem Funk entlehnten Rhythmus und politische Songtexte bekannt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Band wurde 1977 in Leeds (England) gegründet. Ihre erste Single 1978 brachte ihr einen Vertrag mit dem Majorlabel EMI ein. Das Debütalbum Entertainment! in der Besetzung Andy Gill (Gitarre), Jon King (Gesang), Hugo Burnham (Schlagzeug) und Dave Allen (Bass) erschien 1979.

Sie spielten eine minimalistische Variante von Punkrock, mit Elementen von Funk und Dub-Reggae. Die Texte behandelten soziale und politische Missstände in der Gesellschaft. Bei Alben wie „Songs of the Free“ und „Hard“ wurde ihr Stil auch von Disco-Elementen beeinflusst.

Mit ihrer zweiten Single At Home He’s A Tourist kamen sie in die UK Top 40. Somit hätten sie in der Charts-Fernsehsendung Top of the Pops auftreten können, doch weigerten sie sich das Wort rubbers („Gummis“) aus dem Text zu entfernen. Damit verzichteten sie mehr oder minder bewusst auf die Chance, ein größeres Publikum zu erreichen und kamen nie wieder in die Single-Charts.

1981 verließ Dave Allen die Band und wurde von Sara Lee ersetzt. Auf ihrem dritten Album Songs of the Free (1982) hatte die Band ihre harten Kanten verloren. 1984 löste sie sich nach der Veröffentlichung ihres vierten Albums Hard auf. Teile der Band vereinigten sich mit anderen Splittern von XTC, Pigbag, Glaxo Babies und der The Pop Group zu Shriekback, die Mitte bis Ende der Achtziger gelegentlich einen kleineren Hit hatten.

Gill und King widmeten sich der Filmmusik, zum Beispiel für den Film Delinquent. 1990 reformierten Andy Gill und Jon King die Band und veröffentlichten das Album Mall 1991 auf dem Majorlabel Polydor. Vier Jahre später folgte mit Shrinkwrapped ein weiteres Album. 1998 wurde die Doppel-CD-Compilation A 100 Flowers Blooming auf Rhino veröffentlicht.

Durch die Tatsache, dass sich viele nachfolgende Bands während der 1980er-Jahre wie die zeitgenössische deutsche Band F.S.K., die Rockbands R.E.M., Interpol, die jungen New Yorker Disko-Punker Radio 4 sowie die Liverpooler Band The Dead 60s auf sie bezogen, wurden Gang of Four auch ohne Charterfolge zur Legende. Aufgrund des aktuellen Interesses an der Band wurde die Original-Besetzung Burnham/Allen/Gill/King für ihre Tour im November 2004 reformiert. Ihr 2005 erschienenes Album Return The Gift enthält Neuaufnahmen von 14 Klassikern und eine Bonus-CD mit Remixen von Künstlern wie Ladytron, The Others, Yeah Yeah Yeahs, Phones und anderen.

Zwei Jahre nach dem Comeback verließ Schlagzeuger Hugo Burnham die Band, um sich auf seine akademische Arbeit in den USA zu konzentrieren, und wurde von Mark Heaney ersetzt. Dave Allen schied 2008 aus und wurde durch Thomas McNeice ersetzt.[1]

Im Jahre 2008 konzentrierte sich die Gruppe hauptsächlich auf den Download-Markt und gründete zu diesem Zweck mit Gang Of Four Recordings, Inc. ein eigenes Label. Ein neuer, ausschließlich im MP3-Format veröffentlichter Song, Second Life, der im Original an frühe Werke erinnert, ist bislang ein Einzelstück geblieben, zu dem lediglich mehrere Remix-Versionen entstanden sind. Ebenfalls 2008 veröffentlichte Gitarrist Andy Gill mit Genome sein erstes MP3 Mini-Album.

Im Januar 2011 erschien ihr neuntes Studioalbum Content.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1979: Entertainment!
  • 1981: Solid Gold
  • 1982: Songs of the Free
  • 1983: Hard
  • 1984: At the Palace (Live)
  • 1991: Mall (1991)
  • 1995: Shrinkwrapped (1995)
  • 1998: A Hundred Flowers Blooming (Kompilation)
  • 2004: A Brief History of the 20th Century
  • 2005: Return the Gift (Neuaufnahmen alter Stücke/Remixe)
  • 2011: Content

Singles[Bearbeiten]

  • 1978: Damaged Goods
  • 1979: At Home He's A Tourist
  • 1979: Damaged Goods/I Found That Essence Rare
  • 1981: What We All Want
  • 1982: To Hell With Poverty!
  • 1982: I Love A Man In Uniform
  • 1982: Songs of the Free
  • 1983: Is it Love?
  • 1991: Don' Fix what Ain’t Broke
  • 1991: Satellite
  • 2008: Second Life

Literatur[Bearbeiten]

  • Simon Reynolds: Rip It Up and Start Again – Schmeiss alles hin und fang neu an: Postpunk 1978–1984. Aus dem Englischen von Conny Lösch. Koch International/Hannibal, Höfen 2007. ISBN 978-3-85445-270-6

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.gangoffour.co.uk/biography/