Geisterbahn

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Die Geisterbahn „Fahrt zur Hölle“ auf dem Oktoberfest München

Eine Geisterbahn ist eine meist in einer völlig abgedunkelten Halle verkehrende, elektrisch angetriebene Bahn, bei der die Fahrgäste von mehr oder minder gruseligen, mechanisch, elektromechanisch oder pneumatisch betriebenen Effekten erschreckt werden sollen. Im Unterschied zur Achterbahn ist die Fahrt einer Geisterbahn meist sehr gemächlich. In manchen Geisterbahnen ergänzen gruselig verkleidete Angestellte die mechanischen Gruseleffekte. Geisterbahnen sind als Fahrgeschäfte auf fast jedem Volksfest vertreten.

Im Wiener Prater entstand 1933 die erste typische Geisterbahn mit dem Namen „Geisterschloss“, welche von Friedrich Holzdorfer auf Parzelle 96 errichtet wurde. Sie sorgte von Beginn an für ein enormes Besucherinteresse. Diese Anlage fiel in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 wie auch viele andere Attraktionen des „alten“ Praters zahlreichen Fliegerbomben zum Opfer und wurde 1948 unter demselben Namen ein paar Meter neben dem ursprünglichen Standort wiedereröffnet; sie ist bis heute erfolgreich in Betrieb und hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Als Vorgänger der Geisterbahnen gelten die „Grottenbahnen“, welche ab 1898 auch erstmals im Wiener Prater zu sehen waren. Der wesentliche Unterschied zwischen Grottenbahnen und Geisterbahnen liegt in der behandelten Thematik und dem Konzept. Beide Fahrgeschäfte basieren im Grunde auf demselben technischen Prinzip, aber auf unterschiedlichen Endzielen – so spezialisieren sich Grottenbahnen in den meisten Fällen auf Figuren aus Märchen, Sagen und Geschichten (meist in Verbindung mit einer Hintergrundmusik) und Geisterbahnen mit Figuren aus Horrorfilmen, Gruselgeschichten und anderen schockierenden Szenarien. Außerdem verfolgt das Konzept „Geisterbahn“ das Ziel, durch das plötzliche Erscheinen und das plötzliche Verschwinden der Figuren den Adrenalinspiegel zu erhöhen und somit Gänsehaut, d. h. ein Thrill-Erlebnis zu erzeugen. Das Konzept „Grottenbahn“ verfolgt hingegen das Ziel, in einer nostalgischen Atmosphäre, in welcher die Zeit stillzustehen scheint, Märchen und Geschichten zu „erzählen“. In den meisten Fällen sind die zurückzulegenden Wege zwischen den einzelnen Figuren, im Gegensatz zu jenen in Geisterbahnen, schwach beleuchtet, sodass man das Herannahen einer Figur bereits im Vorfeld registrieren kann.

Geisterbahnen werden gebaut als Einzelgondelsysteme oder als Zugsysteme, in Freizeitparks auch als Endlostransportsysteme. Die Stromversorgung erfolgt in aller Regel über Schleifkontakt am Boden oder – in seltenen Fällen – über dem Kopf der Gondeln.

Zu den größten transportablen Geisterbahnen in Deutschland gehören das „Daemonium“ (auch weltweit größte mobile Geisterbahn) sowie die Bahnen „Geisterschlange“ und „Monster Brut“.

Die meisten modernen Anlagen werden von professionellen Maschinenbaufirmen gefertigt, zu früherer Zeit jedoch wurden Geisterbahnen in der Hauptsache vom entsprechenden Betreiber in Eigenleistung gebaut.

Galerie[Bearbeiten]

Deutsche Geisterbahnen[Bearbeiten]

  • Burg des Grauens (ehemals Tanz der Teufel) (Schausteller Burghard)
  • Cape Fear (Schausteller Boos)
  • Crazy Halloween (Schausteller Klünder)
  • Daemonium – Weg ins Ungewisse (vormals „Grüne Hölle“ [alternativ auch „Phantasia“] – davor „Geisterschlucht“, davor „Kingdom of Magic“) (Schausteller Martin Blume)
  • Die große Geisterbahn (Schausteller Rudolf Schütze)
  • Fahrt zur Hölle (Schausteller Dom-Jollberg)
  • Fantagasmor (Schausteller Rasch)
  • Fantasy Drive (Schausteller Heinen)
  • (Dom-) Geister… (Schausteller Rasch)
  • Geisterbahn (ehemals Fahrt ins Ungewisse, Brockenhexe, Dämonenexpress, Gespensterbahn) (Schausteller Hahnemann)
  • Geisterbahn (Schausteller Hünniger)
  • Geisterexpress (Schneider)
  • Geister-Festival 2 (nicht mehr auf Reisen)
  • Geister Hexen Vampire (ehemals Geisternacht im Urwald) (Schausteller Stratemans-Löffelhardt, Hersteller Mack steht jetzt in einem Freizeitpark in Frankreich)
  • Geisterhöhle (Schausteller Zinnecker)
  • Geister Hotel (ehemals Geister Tempel, davor Mammuthöhle) (Schausteller Fellerhoff)
  • Geister Rikscha (Phantasialand)
  • Geisterschlange (Schausteller Emil Lehmann)
  • Geisterstadt (ehemals Geistermühle) (Schausteller Fellerhoff)
  • Geister Schloss (Schausteller Andreas Kunz)
  • Geister Schloss / Schloss Dracula (Schausteller Rudolf Schütze)
  • Geisterschloss (Europa-Park)
  • Geister Villa (ehemals Burg Dracula) (Schausteller Zinnecker, nun in den Niederlanden unter Schausteller Sipkema beheimatet)
  • Halloween (Schausteller Rasch)
  • Haunted Mansion (Schausteller Hinzen)
  • Horror Show (nicht mehr auf Reisen)
  • Horror Trip (Schausteller Brambach)
  • Horror World (Schausteller Distel)
  • Monster-Brut (manchmal auch als Godzillas Brut unterwegs, ehemals „Godzillas-Monster“) (Schausteller Fellerhoff – nicht mehr auf Reisen)
  • Monsterhaus (ehemals Geister-Grotte) (Schausteller Filder)
  • Nostalgiegeisterbahn (Schausteller Robert Eckl)
  • Shocker (Schausteller Edmund Eckl)
  • Schlossspuk (ehemals Spukschloss) (Schausteller Hansla)
  • Spuk im Spessart (ehemals Spuk im Schloss) (Schausteller Meyer)
  • Spukschloss (ehemals „Honeckers Rache“) (Schausteller Plagmann)
  • Tanz der Vampire (Schausteller Nitsche)

Österreichische Geisterbahnen[Bearbeiten]

  • Geisterbahn zum roten Adler (Wien, seit ca. 1950)
  • Geisterschloß (Wien, seit 1947)
  • Die große Geisterbahn im Wiener Prater (Wien, seit 1948, ehemals längste Geisterbahn Europas)
  • Geister Spuk
  • Zombie (Wien, seit 1985, Laufgeschäft, ehem. transportabel)
  • Jack the Ripper/Hölle (Wien, seit 1997, Kombination aus Laufgeschäft und Fahrgeschäft)
  • Teufel's Mühle (Graz, transportabel)
  • Spuk Schloss (Graz, transportabel)
  • Zombies (Graz, seit 1994, Laufgeschäft, transportabel)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Geisterbahn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Geisterbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien