Gemeingut

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Ein Gemeingut oder Kollektivgut ist ein Gut, das für alle potenziellen Nachfrager frei zugänglich ist. Gemeingüter können vom Staat oder von privaten Anbietern (z. B. Teile des Internets oder die Wikipedia) bereitgestellt werden. Öffentliche Güter und Allmendegüter sind Gemeingüter mit der Eigenschaft der Nicht-Ausschließbarkeit.

„Eine Ressource ist ‚frei‘, wenn (1) man sie ohne Erlaubnis nutzen kann; oder (2) die Erlaubnis, sie zu nutzen, neutral vergeben wird.“

Lawrence Lessig

Schematisierung[Bearbeiten]

Die Folgende Schematisierung ist entnommen aus dem Buch Wem gehört die Welt?, herausgegeben von Silke Helfrich. Die Bezeichnungen wurden den hier verwendeten angepasst. Open Access bedeutet in diesem Zusammenhang unbegrenzter Zugriff für die jeweils berechtigte Gruppe.[Anmerkung 1]

private Güter Kollektivgüter
Privates Gut Allmendegut Open Access (mit Zugangsbeschränkung)
(Klubgut)
Open Access (ohne Zugangsbeschränkung)
(Öffentliches Gut)
Gruppenbegrenzung eine Person nur Mitglieder nur Mitglieder für alle offen
Nutzungsbegrenzung Nutzung durch individuelle Entscheidung begrenzt Nutzung begrenzt durch Regeln Nutzung unbegrenzt Nutzung unbegrenzt
Beispiel private Wohnung Turnhalle eines Sportvereines Pay-TV Wikipedia

Vorteile[Bearbeiten]

Gemeingüter ermöglichen es allen gesellschaftlichen Schichten, vom Nutzen eines Gutes zu profitieren. So kommt ihnen vor allem eine soziale Funktion zu: Die teilweise kostenlose Bereitstellung des Gutes Wissen zielt darauf ab, auch sozial schwächeren Schichten den Zugang zu diesem als positiv angesehenen, emanzipierenden Gut zu ermöglichen. Man spricht in diesem Fall von meritorischen Gütern.

Nachteile[Bearbeiten]

Bei Gemeingütern besteht die Gefahr des Auftretens des Trittbrettfahrerproblems. Dieses zeigt sich in Form des Aneignungsproblems, wenn frei verfügbare knappe Ressourcen übernutzt werden (→ Tragik der Allmende) oder in Form des Bereitstellungsproblems, wenn öffentliche Güter nicht oder nicht ausreichend bereitgestellt werden können.

Access[Bearbeiten]

Der Autor Jeremy Rifkin vertritt die These, dass in Zukunft Netzwerke an die Stelle der Märkte treten und die Verfügbarkeit (engl. access) den Konsum ersetzen werde.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die Tabelle ist angelehnt an: Glenn G. Stevenson: Common Property Economics. A General Theory an Land Use Applications. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1991, ISBN 0-521-38441-9, S. 58, zitiert von Achim Lerch: Tragödie der „Tragedy of the Commons“ aus: Silke Helfrich, Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.): Wem gehört die Welt? 2009, S. 92.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jeremy Rifkin: Access – Das Verschwinden des Eigentums. Warum wir weniger besitzen und mehr ausgeben werden. 3., erweiterte Auflage. Campus-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2007, ISBN 978-3-593-38374-3 (Engl. Original: The Age of Access).