Georg Heinrich Busse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Georg Heinrich Busse (* 17. Juli 1810 in Bennemühlen; † 26. Februar 1868 in Hannover) war ein deutscher Zeichner, Maler, Hof- und Bibliotheks-Kupferstecher und Radierer.[1]

Leben[Bearbeiten]

Georg Heinrich Busse wurde in jungen Jahren Waise und daraufhin von dem Bissendorfer Pfarrer Meyer an den Maler Burchard Giesewell vermittelt,[1] der an der Königlichen Hofschule in Hannover und der Neustädter Knabenschule in der Calenberger Neustadt unterrichtete.[2] Ab 1829[3] studierte Busse mit finanzieller Unterstützung aus dem Welfenhaus[1] an der Akademie der Bildenden Künste Dresden, wo er unter Professor Christian Friedrich Stölzel das Kupferstechen erlernte. Vier Jahre später erhielt er 1833 in Dresden jedoch ein „erstes Ehrenzeugniss“ für Landschaftszeichnungen,[1] 1834 dann auch einen ersten Preis der Akademie für seine Kupfersticharbeiten.[3]

Die Dresdner Akademie setzte sich beim hannoverschen Königshaus so für ihren Schüler ein, dass Busse mit einem Stipendium 1835 zu Studienzwecken nach Italien reisen konnte. Neun Jahre verbrachte Georg Busse in Italien und ließ sich dort in seiner künstlerischen Entwicklung beeinflussen,[1] in Rom insbesondere bei Joseph Anton Koch.[3] In Italien lernte er auch seine spätere Ehefrau kennen: Antonie Eckermann aus Hamburg.[1]

Als Busse 1844 nach Hannover zurückkam, wurde er dort – mit einer Sinekure von jährlich 400 Talern[1] – als „Bibliothekskupferstecher“ angestellt[3] in der Königlichen Bibliothek (früher „Königlich öffentliche Bibliothek“ im Gebäude des Hauptstaatsarchivs;[4] heute großteils Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek).

In Hannover wurde Busse Mitglied des Hannoverschen Künstlervereins.[3] Hatte er sich bisher „nur“ mit Zeichnungen, Kupferstichen[1] sowie zum Beispiel 1846 in Hannover mit seinen achtzehn „Malerischen Radierungen verschiedener Gegenden Italiens “ hervorgetan, die zu den besten Blättern Busses gezählt werden, schuf er seit 1849 auch Ölgemälde, die er beinahe jährlich auf Kunstausstellungen präsentierte. Nach seiner Heirat mit Antoine Eckermann 1849 kaufte Georg V., seinerzeit noch Kronprinz des Königreichs Hannover, 1850 seine „Ruinen der Kaiserpaläste zu Rom“.[1]

1857/58 ging Busse auf eine längere Reise nach Algier, Malta und wieder nach Italien. Nachdem seine erste Frau Antonie nach nur wenigen Ehejahren gestorben war, heiratete Busse 1858 Johanne Selle aus Gittelde, mit der er dann zwei Kinder hatte.[1]

Ehrungen, Museen[Bearbeiten]

  • Die 1962 in Groß-Buchholz angelegte Bussestraße erinnert mit ihrer Namensgebung an den Maler und Hofkupferstecher.[3]
  • Das Richard-Brandt-Heimatmuseum in Bissendorf erinnert mit Exponaten an Busse.[5]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Nachdem Busses Frühwerke unter dem Einfluß von Joseph Anton Koch standen, wurden seine späteren Werke realistischer und detailgetreuer, oft sogar fast wissenschaftlich exakt, jedoch mit romantischen Zügen.[3] Joseph Hellers Handbuch für Kupferstichsammler (siehe Literatur) führt einen Großteil der Arbeiten Busses auf.[6]

Arbeiten von Busse finden sich heute vor allem in Hannover im Niedersächsischen Landesmuseum sowie in Köln im Wallraf-Richartz-Museum.[7]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Georg Heinrich Busse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Karl Ludwig Grotefend: Busse, Georg Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 650.
  2. Bernhard Dörries, Helmut Plath: Alt-Hannover 1500–1900 … S. 54f., 92f., 120, 137f., insbesondere S. 141.
  3. a b c d e f g Hugo Thielen: Busse, Georg Heinrich. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 82.
  4. Hugo Thielen: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. In: Stadtlexikon Hannover. S. 227.
  5. Richard-Brandt-Heimatmuseum auf hannover.de
  6. Joseph Heller, Andreas Andresen, Joseph Edward Wessely: Handbuch für Kupferstichsammler… S. 209f.
  7. Hugo Thielen: Busse, Georg Heinrich. In: Stadtlexikon Hannover. S. 102.
  8. Die Bilder-Chronik des Sächsischen Kunstvereins. S. 158.