George MacDonald

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George MacDonald

George MacDonald (* 10. Dezember 1824 in Huntly, Schottland; † 18. September 1905) war ein schottischer Schriftsteller, Dichter und Pfarrer.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

George MacDonalds Vater, ein Bauer, gehörte zum MacDonalds-Clan von Glencoe und war ein direkter Nachfahre einer jener Familien, die im Massaker von Glencoe (1692) gelitten hatten. MacDonald wurde vom schottischen Calvinismus geprägt. Doch schon von einem frühen Zeitpunkt an stand er mit dessen Hauptlehren in Konflikt. Als ihm zum ersten Mal die Lehre der Prädestination erklärt wurde, soll er in Tränen ausgebrochen sein (obwohl man ihm deutlich machte, dass er zu den „Erwählten“ gehöre).

MacDonald studierte an der Universität von Aberdeen und zog dann nach London, um am Highbury College als presbyterianischer Geistlicher ausgebildet zu werden.

1850 wurde er zum Pastor in Arundel ernannt. Er predigte Gottes universelle Liebe und die Möglichkeit, dass letztendlich niemand verdammt würde. Diese Predigten stießen auf wenig Wohlwollen und man halbierte seinen Lohn. Später verrichtete er den geistlichen Dienst in Manchester. Dort hatte er allerdings keine feste Pfarrstelle, sondern musste sich durch Predigten, Lehrtätigkeiten und das Schreiben ernähren. Sehr geprägt wurde diese Zeit durch den Kontakt mit dem Principal des Owen College (der heutigen University of Manchester) A.J. Scott. In dieser Zeit veröffentlichte er sein erstes bedeutendes dichterisches Werk Within and Without, das ihm Kontakte unter anderem zu Frederick Denison Maurice und Charles Kingsley einbrachte.

Aus gesundheitlichen Gründen musste er Manchester verlassen und zog – nach einem kurzen Aufenthalt in Algerien (der durch Lady Byron, die Witwe von Lord Byron, ermöglicht wurde) – zunächst nach Hastings, wo er Charles Lutwidge Dodgson, besser bekannt unter dem Namen Lewis Carroll, kennenlernte. Dodgson gab den MacDonalds das unpublizierte Manuskript von Alice im Wunderland. Insbesondere die Begeisterung von MacDonalds Sohn Greville war so groß, dass Dodgson überzeugt wurde, es zu publizieren.

Anschließend zog MacDonald nach London. Dort lehrte er zunächst am Bedford College for Women, dann am King’s College. Unter dem Einfluss von Frederick Denison Maurice wurde er Mitglied der Church of England. Mit dem Roman David Elginbrod gelang ihm der literarische Durchbruch. Von nun an konnte er sich hauptsächlich durch seine Bücher ernähren.

MacDonald war zeitweise Herausgeber von Good Words for the Young (Gute Worte für die Jugend) und hielt von 1872 bis 1873 eine lange Vortragstournee in den USA und Kanada. Wenige Jahre später verbrachte er mehr und mehr zumindest die Winter in Italien. In Bordighera wurde sogar ein Haus gebaut, das allmählich zu einem geistigen Zentrum der dortigen englischen Kolonie wurde.

[Bearbeiten] Werk

MacDonalds bekannteste Werke sind die Fantasyromane Phantastes (deutsch: Phantastus bzw. Phantastes (Ausgabe mit Bildern von Friedrich Hechelmann)), The Princess and the Goblin (deutsch: Die Prinzessin und die Kobolde), The Princess and Curdie (deutsch: Die Prinzessin und Curdie), At the Back of the North Wind (deutsch: Hinter dem Nordwind) und Lilith. MacDonald schrieb auch zahlreiche kürzere Märchen - z.B. The Golden Key (deutsch: Der goldene Schlüssel) - und veröffentlichte einige Predigtbände, war zu seiner Zeit aber in erster Linie durch seine zahlreichen Romane bekannt. Diese werden in den letzten Jahren langsam wiederentdeckt. Zu nennen wären etwa noch Alec Forbes of Howglen, David Elginbrod, Sir Gibbie, Donald Grant und Robert Falconer.

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In Romanen wie Robert Falconer und auch in seinen schriftlichen Predigten setzte sich MacDonald immer wieder mit der Lehre der Prädestination auseinander. Es gelang ihm, eine eigene Theologie zu entwickeln, die durchaus auch Elemente des Calvinismus positiv aufnimmt, auch wenn sie sich gerade von der doppelten Prädestination klar abgrenzt. Eine sehr zentrale Rolle spielt das Verständnis des Menschen als Kind Gottes, das immer schon von Gott angenommen ist, aber dennoch auch selbst wachsen muss. Damit gelingt es MacDonald, den Menschen zu fordern, ohne ihn zu entmutigen. Auch bietet die Gotteskindschaft des Menschen eine Grundlage für die universale Liebe Gottes zu allen Menschen. MacDonalds Theologie durchzieht sein ganzes Werk, einschließlich der Romane und der Kinderbücher. Heute wird sie zunehmend wiederentdeckt und wieder in den theologischen Diskurs eingebracht.

MacDonalds Werke, insbesondere die Märchen und Fantasyromane, inspirierten so bekannte Autoren wie W. H. Auden, J. R. R. Tolkien und Madeleine L’Engle. C.S. Lewis schrieb, dass er MacDonald als seinen Lehrmeister betrachte. Selbst Mark Twain, der MacDonald anfänglich verachtete, gehörte nach einem Treffen in Amerika zu seinem Freundeskreis, und es gibt Hinweise, dass Twain durch MacDonald beeinflusst wurde.

  • Within and Without: a dramatic poem, 1855
  • Poems, 1857
  • Phantastes; a faerie romance, 1858 – dt. Phantastus. Ein Feenmärchen (Robinson 1984)
  • David Elginbrod, 1863 (Roman) – dt. David Elginbrod (Heyder & Zimmer 1873); Seine erste Liebe (Francke[1] 1991)
  • The Portent: a story of the inner vision of the Highlanders, commonly called the Second Sight, 1864 (Erzählung)
  • Adela Cathcart, 1864 (Roman mit eingeflochtenen Märchen, nämlich: The Light Princess; The Bell; Birth, Dreaming and Death; The Shadows; The Broken Swords; My Oncle Peter; The Giant’s Heart; A Child’s Holiday; The Cruel Painter; The Castle)
  • A Hidden Life and Other Poems, 1864 (Gedichte)
  • Alec Forbes of Howglen, 1865 (Roman) – dt. Die Waise von Glamerton (Francke 1988)
  • Annals of a Quiet Neighbourhood, 1867 (Roman) – dt. Schatten über Oldcastle Hall (Francke 1986)
  • Unspoken Sermons. First Series, 1867 (Predigten)
  • Dealings with the Fairies, 1867 (Märchen); enthält: The Light Princess, The Giant’s Heart, The Shadows, Cross purposes, The Golden Key – dt. Die Lichtprinzessin und Das Herz des Riesen (Robinson 1984)[2]
  • The Disciple and Other Poems, 1867
  • Guild Court, 1868 (Roman)
  • Robert Falconer, 1868 (Roman)
  • England’s Antiphon, 1868 (Geschichte der englischen religiösen Lyrik)
  • The Seaboard Parish, 1868 (Roman) – dt. Stürme über Kilkhaven (Francke 1987)
  • The Miracles of Our Lord, 1870 (Predigten)
  • At the Back of the North Wind, 1871 (Phantastische Erzählung für Kinder) – dt. Hinter dem Nordwind (Freies Geistesleben 1993)
  • Ranald Bannerman’s Boyhood, 1871 (Roman) – dt. Eine Kindheit in Schottland (Francke 1990)
  • Works of Fancy and Imagination, 1871 (Werkausgabe in 10 Bänden)
  • Wilfrid Cumbermede, 1872 (Roman)
  • The Vicar’s Daughter, 1872 (Roman) – dt. Des Pfarrers Tochter (Francke 1989)
  • The Princess and the Goblin, 1872 (Märchen) – dt. Die Prinzessin und der Kobold (Freies Geistesleben 1996)
  • Gutta-Percha Willie, the working genius, 1873 (Roman)
  • Cross purposes and Other Stories, 1874 (Märchen); enthält: Cross purposes, The Golden Key, The Carasoyn, Little Daylight.
  • Violin songs and Other Poems, 1874 (Gedichte + Lieder)
  • Malcolm, 1875 (Roman) – dt. Lady Florimel und der Fischer (Francke 1986)
  • The Wise Woman [später: The Lost Princess], 1875 (Märchen)
  • Exotics, 1876 (Übersetzungen deutscher Gedichte von Novalis, Matthias Claudius, Goethe, Heine, Luther, Salis-Seewis, Uhland und Schiller, italienischer Gedichte von Petrarca und Milton)
  • St. George and St. Michael, 1876 (Roman)
  • Thomas Wingfold, Curate, 1876 (Roman) – dt. Um Liebe und Barmherzigkeit (Francke 1992)
  • The Marquis of Lossie, 1877 (Roman) – dt. Das Geheimnis des Marquis (Francke 1986)
  • Paul Faber, Surgeon; 1879 (Roman) – dt. Lady Juliet (Francke 1995)
  • Sir Gibbie, 1879 (Roman) – dt. Das Lied des Baronets (Francke 1987)
  • A Book of Strife, in the Form of The Diary of an Old Soul, 1880 (Gedichte)
  • Mary Marston, 1881 (Roman)
  • Castle Warlock: A Homely Romance [auch: Warlock O’ Glenwarlock: A Homely Romance], 1882 (Roman)
  • Weighed and Wanting, 1882 (Roman)
  • The Gifts of the Child Christ, and other tales; 1882 (Märchen)
  • Orts [später: A Dish of Orts; Chiefly Papers on the Imagination, and on Shakespeare] 1882 (literaturkritische Essays)
  • The Day Boy and the Night Girl (The Romance of Photogen and Nycteris), 1882 (Märchen)
  • The Princess and Curdie, 1883 (Märchen) – dt. Die Prinzessin und Curdie (Freies Geistesleben 1997)
  • Donal Grant, 1883 (Roman) – dt. Der geheimnisvolle Raum (Francke 1989)
  • A Threefold Cord: poems by three friends, 1883
  • Stephen Archer, and other tales; 1883 (Neuauflage von The Gifts of the Child Christ, and other tales); enthält: Stephen Archer, The Gifts of the Child Christ, The History of Photogen and Nycteris, The Butcher’s Bills, Poet in a Storm und If I had a Father.
  • The Portent and Other Stories, 1884 (Erzählungen); enthält: The Portent, The Cruel Painter, The Castle, The Wow o’ Rivven, The Broken Swords, The Gray Wolf, Uncle Cornelius His Story.
  • The Tragedie of Hamlet, Prince of Denmarke: A Study with the Text of the Folio of 1623, 1885
  • Unspoken Sermons. Second Series, 1885 (Predigten)
  • What’s Mine’s Mine, 1886 (Roman)
  • Poems, 1887 (Gedichte)
  • Home Again, 1887 (Roman)
  • The Elect Lady, 1888 (Roman)
  • Unspoken Sermons. Third Series, 1889 (Predigten)
  • A Rough Shaking, 1890 (Roman)
  • The Light Princess and Other Fairy Stories, 1890 (Märchen); enthält: The Light Princess (dt. Die Lachprinzessin, Diogenes 1976), The Giant’s Heart und The Golden Key (dt. Der goldene Schlüssel, Diogenes 1976)[3]
  • There and Back, 1891 (Roman)
  • The Flight of the Shadow, 1891 (Roman)
  • A Cabinet of Gems, 1891 (ausgewählte Sammlung englischer Dichter der Renaissance)
  • The Hope of the Gospel, 1892 (Predigten)
  • Heather and Snow, 1893 (Roman)
  • A Dish of Orts, 1893 (Revision von Orts, 1882 – literaturkritische Essays)
  • The Fantastic Imagination, 1893 (Essay)
  • Poetical Works (2 Bände – enthält eine Menge bis dahin unveröffentlichter Gedichte), 1893
  • Scotch Songs and Ballads, 1893
  • Lilith, 1895 (phantastischer Roman) – dt. Lilith (Klett-Cotta 1977)
  • Salted with Fire, 1897 (Roman)
  • Rampolli, 1897 (1876 als Exotics veröffentlicht)
  • Far Above Rubies, 1898 (Roman)

posthum

  • An Expression of Character: The Letters of G.M., 1994 (zusammengestellte Briefe)

[Bearbeiten] Literatur

  • Die Jahrbücher der Inklings-Gesellschaft, insbesondere das Jahrbuch 2005 ist zum großen Teil MacDonald gewidmet.
  • North Wind. A Journal of Georg MacDonald Studies. Die Zeitschrift der George MacDonald Society
  • Greville MacDonald, George MacDonald and his Wife, London: George Allen& Unwin, 1924 (1998 wiederaufgelegt von Johannesen ISBN 1-881084-63-9
  • William Raeper, George MacDonald. Novelist and Victorian Visionary, Lion Publishing, 1987
  • Thomas Gerold, Die Gotteskindschaft des Menschen. Die theologische Anthropologie bei George MacDonald, Münster: Lit, 2006 ISBN 3-8258-9853-9

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: George MacDonald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Hinweise

  1. Alle im Francke-Verlag erschienenen Bücher basieren nicht auf den Originalausgaben. Zwei Amerikaner haben – unabhängig voneinander – in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts viele Romane MacDonalds stark überbearbeitet und ca. um die Hälfte gekürzt. Diese Romane wurden auch in den meisten Fällen unter ganz anderem Titel herausgegeben. Auf diesen Vorlagen beruhen die deutschen Titel aus dem Francke-Verlag.
  2. Diese Ausgabe enthält außerdem noch folgende Märchen: The Carasoyn (Carasoyn), Little Daylight (Klein Taglicht) und The Day Boy and the Night Girl (Der Tagjunge und das Nachtmädchen).
  3. Diese beiden hochwertigen Ausgaben (Leinen) sind bei Diogenes in der Reihe »Club der Bibliomanen« (Werk 50) zusammen (im Schuber) erschienen. Aus dem Englischen von Hildegard Krahé. Mit einem Nachwort von W. H. Auden und Zeichnungen von Maurice Sendak.
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