Georgstraße

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Georgstraße (Begriffsklärung) aufgeführt.
Blick auf die Georgstraße in Richtung Steintor

Die Georgstraße in Hannover ist die Haupteinkaufsstraße im Stadtteil Mitte der niedersächsischen Landeshauptstadt. Sie ist nach Georg III. benannt, König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland (bis 1801: Großbritannien und Irland) und in Personalunion ab 1814 erster König von Hannover.

Beschreibung[Bearbeiten]

Kombinierter Fahrrad- und Fußweg als Allee

Die etwa ein Kilometer lange Georgstraße erstreckt sich vom Steintor über den zentralen Platz Kröpcke bis zum Georgsplatz, der in den Aegidientorplatz übergeht. Die westliche Hälfte zwischen Steintor und Kröpcke ist als Fußgängerzone die wichtigste Einkaufsstraße der Innenstadt, die andere Hälfte mit dem Opernhaus und dem GOP Varieté Theater bildet zusammen mit Geschäften des gehobenen Bedarfs eine elegante Flaniermeile.

Im Abschnitt zwischen Opernhaus und Georgsplatz auf einer ausgedehnten Grünfläche finden sich Denkmale von Louis Stromeyer, Karl Karmarsch und Heinrich Marschner. Hier befindet sich außerdem das Mahnmal für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus von Michelangelo Pistoletto, eingeweiht 1994.

In den umsatzstärksten Einkaufsstraßen von Hannover wie der Georg-, der Bahnhof- und der Großen Packhofstraße werden Ladenflächen für den Einzelhandel mit bis zu 180 Euro pro m² (Stand 2010) vermietet.[1]

Schorsenbummel[Bearbeiten]

Kostümierte „Schorsenbummler“

Seit den 1980er Jahren findet jährlich im Mai, Juni und September jeweils sonntags von 11 bis 14 Uhr auf der Georgstraße als früherer Prachtmeile der Schorsenbummel statt. Die Bezeichnung Schorse als Abwandlung von Georg steht für König Georg III., der 1787 den Bau der Georgstraße mit 500 Taler bezuschusste. [2] Der Schorsenbummel beruht auf einem Ritual aus den 1920er und 1930er Jahren, als wohlhabende Bürger, Angehörige des Adels sowie Gymnasiasten, Studenten und Offizieren auf der Straße zum „Sehen und gesehen werden“ flanierten. Beim heutigen Schorsenbummel handelt es sich um eine Art von Reenactment, bei dem kostümierte „Schorsenbummler“ auf der „Schorsengasse“, wie die Georgstraße auch genannt wurde, flanieren. Weitere Unterhaltung gibt es durch Musikgruppen, Kleinkunst und ein Platzkonzert vor dem Opernhaus.

Geschichte[Bearbeiten]

Georgstraße in Höhe der Karmarschstraße, um 1890
Um 1900: Ähnlicher Blick über das Café Kröpcke; Foto-Ansichtskarte von Karl Friedrich Wunder

Die Straße entstand 1787 - unter Beteiligung des Hofsteinhauers und späteren Hof- und Ratsmaurermeister Johann Georg Taentzel[3] - durch die Ausweisung von etwa 40 Baugrundstücken auf einem abgeflachten Wall der Stadtbefestigung Hannover, die ab 1779 geschleift wurde. Die Straße befand sich auf den früheren Festungsanlagen zwischen dem Steintor und der Aegidienneustadt, zu denen Graben, Wall und vier Bastionen gehörten. Die Straße wurde mit Villen als Repräsentationsstraße geplant. Das erste Haus wurde 1792 fertiggestellt. Zwischen 1822 und 1825 ließ Georg Ludwig Friedrich Laves vier Häuser errichten.

Architektur[Bearbeiten]

Erwähnenswert sind folgende Bau- und Kunstwerke entlang der Georgstraße:

  • Normaluhr (denkmalgeschützt)
  • Schillerdenkmal (denkmalgeschützt), geschaffen 1863 von Wilhelm Engelhard, 1982 an seinem heutigen Standort aufgestellt
  • Geschäftshaus Georgstraße 2a (denkmalgeschützt)
  • Drachentöterhaus, Georgstraße 10 (denkmalgeschützt), erbaut 1900-1901 nach Plänen von Hermann Schaedtler und Karl Hantelmann, ursprünglich ein Doppelhaus für den Möbelfabrikanten Louis Fuge, von dem nur noch die Eingangsfassade erhalten ist
  • Geschäftshaus Georgstraße 12 (denkmalgeschützt)
  • Geschäftshaus Georgstraße 22 (denkmalgeschützt): 1950 erfolgte der Innenausbau des nicht mehr existierenden Ladengeschäfts der Sprengel Schokoladenfabrik nach Plänen von Ernst Zinsser
  • Geschäftshaus Georgstraße 24 (denkmalgeschützt)
  • Figuren am Bahlsen-Haus, Georgstraße 27-29, 1950/51 geschaffen von Kurt Lehmann. Das Gebäude wird heute durch das Schuhhaus Gisy genutzt.
  • Ehemaliges Kaufhaus Magis, Georgstraße 31/33 (denkmalgeschützt). Heute unter anderem genutzt als Filiale von Hennes & Mauritz und Douglas Parfümerien.
  • Georgspalast, Georgstraße 36 (denkmalgeschützt), heute genutzt durch das GOP Varieté Theater Hannover.
  • Geschäftshaus Georgstraße 44 (denkmalgeschützt)
  • Haus des ehemaligen Hannoverschen Kuriers, Georgstraße 52 (denkmalgeschützt)
  • Haus Basse, Georgstraße 54 (denkmalgeschützt)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hohe Zentralität, stabile Mieten und neue Mieter, in: Immobilien Zeitung vom 17. Juni 2010, S. 18
  2. Schorsenbummel bei hannover.de
  3. Helmut Knocke: Taentzel, Tän(t)zel, (3) Johann Georg, in: Stadtlexikon Hannover, S. 616

52.3759.7361111111111Koordinaten: 52° 22′ 30″ N, 9° 44′ 10″ O