Gielde

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52.03833333333310.492595Koordinaten: 52° 2′ 18″ N, 10° 29′ 33″ O

Gielde
Wappen Gielde
Höhe: 95 m
Eingemeindung: 1. November 2013
Postleitzahl: 38315
Vorwahl: 05339
Gielde (Niedersachsen)
Gielde

Lage von Gielde in Niedersachsen

Blick auf Gielde von Süden, vorn Schäferwiese mit Gedenkstein für Schäfer.

Blick auf Gielde von Süden, vorn Schäferwiese mit Gedenkstein für Schäfer.

Gielde ist ein Ortsteil der Gemeinde Schladen-Werla im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Gielde liegt am süd-südwestlichen Rand des Oderwalds zwischen Vienenburg im Süden und Wolfenbüttel im Norden, südwestlich liegt Liebenburg und südöstlich Schladen. Das Dorf wird in West-Ost-Richtung von der Warne durchflossen.

Altenrode war als der zweite Ortsteil von Gielde ausgewiesen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erklärung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 953 Gelithi, 970‑972 Gellithi, 1140 Gelithe, 1174 Gelithe, 1188 Geledhe, 1303 Gilede und 1339 Gylde. Bildung mit dem altertümlichen Suffix ‑ithi. Auf germanisch gail ‑ gehen auch anord. geil „längliche Kluft, Hohlweg“, norwegisch. geil „Weg mit Zaun an beiden Seiten“ zurück. In einer anderen Ablautstufe gehört dazu englisch gill, anord. gil „Tal, Hohlweg“. Weitere mit Gil‑ gebildete Namen, so z.B. Gilten, Kreis Soltau‑Fallingbostel. Die Lage Gieldes im Tal der Warne zwischen dem nördlich gelegenen Eichberg und der südl. gelegenen Erhöhung, zu der der Meiersberg und der Hetelder Berg gehören, kann diese Deutung einer Basis „gail“ als längliches „Tal, Vertiefung“ stützen.[1]

Politik[Bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten]

Die SPD trat bei der Wahl des Ortsrats, die mit der Bundestagswahl 2013 zusammenfiel, als einzige Partei an und besetzt alle fünf Sitze im Ortsrat.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat

Der letzte Gemeinderat aus Gielde vor der Auflösung setzte sich aus 9 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011[2])

Bürgermeister[Bearbeiten]

Letzter ehrenamtlicher Bürgermeister vor der Auflösung der Gemeinde war Manfred Dannehl (SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Das Ortswappen zeigt einen silbernen Balken, der von einem goldenen Ring überdeckt wird, aus diesem scheinen drei Eichenblätter zu sprießen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wallanlage auf dem Burgberg[Bearbeiten]

Etwa 1 km nördlich von Gielde befindet sich auf einem langgestreckten Höhenzug, mit einer nach Nordosten stärker abfallenden Flanke als im Südwesten, der Burgberg, der auch Kukeriulenburg oder Sachsenring genannt wird. Sie äußert sich heute als eine ovale Wallbefestigung mit einer Fläche von 0,4 ha. Der Wall beträgt in seiner Breite bis zu 8 m und hat eine Höhe von 1,5 m. Außer auf der steilen Nordostseite umgibt die Wallanlage eine 7 m breiten und 1,5 m tiefen Graben. Im Innenraum des Walls befindet sich im südlichen Abschnitt eine rechteckige 10 auf 25 m große Erhöhung mit einer Eingrabung im östlichen Teil. Im Nordwesten ist eine Öffnung im Wall vorhanden, neben dem sich eine 10 m breite Eintiefung befindet. Mündliche Überlieferungen bezeugen die Nutzung des Areals als Viehring in neuerer Zeit. Die Bezeichnung als Kukeriulenburg oder Sachsenring deutet dagegen auf ältere Traditionen hin und bedeutet, dass vermutlich an dieser Stelle eine frühmittelalterliche Fluchtburg stand, die in Beziehung zu der, 4,2 km östlich gelegenen Königspfalz Werla lag. Lage und Form der Kukeriulenburg sprechen ebenfalls für eine Datierung in das frühe Mittelalter.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Es bestehen in Gielde zehn landwirtschaftliche Familienbetriebe, diese haben meistenteils (landwirtschaftliche) Nebeneinkünfte oder werden im Nebenerwerb betrieben. Neben einem schweinehaltenden Veredlungsbetrieb, dominiert der Anbau von Marktfrüchten. An Einkaufsmöglichkeiten sind eine Bäckerei und ein Dorfladen mit regionalen Spezialitäten zu finden.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 82 GoslarSchöppenstedt führt südlich am Gemeindegebiet vorbei. Seit 1995 ist die Autobahn 395 fertiggestellt, nächstliegende Auffahrt an der L 500 ist in 4,5 km Entfernung Schladen-Nord. Die Autobahn verbindet Gielde mit der B 6 im Süden und der A 2 im Norden. Ebenso sind die Kreisstadt Wolfenbüttel sowie das Regionalzentrum Braunschweig seitdem relativ schnell zu erreichen. Gielde hat außerdem einen Haltepunkt an der Warnetalbahn, die regelmäßig mit Dampfzügen befahren wird.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gielde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  2. Ergebnis Gemeinde Gielde
  3.  Hans-Wilhelm Heine: Gielde, Die Kukeriulenburg auf dem Burgberg. In: Wolf-Dieter Steinmetz (Hrsg.): Das Braunschweiger Land. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland. 34, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, ISBN 3-8062-1308-9, S. 324–326.