Landkreis Wolfenbüttel
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Niedersachsen |
| Verwaltungssitz: | Wolfenbüttel |
| Fläche: | 722,5 km² |
| Einwohner: |
121.639 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 168 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | WF |
| Kreisschlüssel: | 03 1 58 |
| NUTS: | DE91B |
| Kreisgliederung: | 36 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Bahnhofstraße 11 38300 Wolfenbüttel |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Erster Kreisrat Martin Hortig (kommissarisch) |
| Lage des Landkreises Wolfenbüttel in Niedersachsen | |
Der Landkreis Wolfenbüttel ist ein Landkreis im Osten Niedersachsens. Er grenzt im Westen an den Landkreis Hildesheim, im Norden an den Landkreis Peine und an die kreisfreie Stadt Braunschweig, im Osten an den Landkreis Helmstedt und im Süden an die Landkreise Harz und Goslar. Die kreisfreie Stadt Salzgitter teilt den Landkreis in zwei Teile und zwar in einen kleinen westlichen Teil, der nur aus der Samtgemeinde Baddeckenstedt besteht, und den größeren östlichen Hauptteil mit der Kreisstadt Wolfenbüttel und den anderen Gemeinden. Bundesweite Bekanntheit erlangte der Landkreis Wolfenbüttel insbesondere als Standort der Schachtanlage Asse, einem ehemaligen Salzbergwerk, in dem von 1967 bis 1978 die Endlagerung von atomarem Abfall erprobt und in größerem Umfang praktiziert wurde und das zwischenzeitlich durch den Eintritt größerer Wassermengen instabil geworden ist.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Geburtsstunde des Landkreises Wolfenbüttel folgte der „Neuen Landschaftsordnung“ von 1832, die im vormaligen Herzogtum Braunschweig sechs Kreisdirektionen schuf. Diese Ordnung hat der Landkreis Wolfenbüttel über 110 Jahre als größter Landkreis des früheren Landes Braunschweig bis 1941 behalten, als die „Salzgitter-Verordnung“ in Kraft trat, in der zwanzig Gemeinden abzutreten waren. Zum Ausgleich erhielt der Kreis zehn Gemeinden vom Landkreis Marienburg. Außerdem wurden die Gemeinden Hessen und Pabstorf zum Landkreis Wernigerode und im Gegenzug die Stadt Hornburg samt Isingerode und Roklum zum Kreis Wolfenbüttel geschlagen.
Am 30. Mai 1963 bildete sich die Gemeinde Süd-Elm mit dem Sitz in Schöppenstedt als erste Samtgemeinde im Verwaltungsbezirk Braunschweig.
1971 sollte das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Braunschweig-Wolfenbüttel-Helmstedt-Peine-Salzgitter zunächst nur eine Verbesserung der Gemeindestruktur bringen: die Gemeinden sollten zu Verwaltungseinheiten (Einheitsgemeinden oder Samtgemeinden) zusammengefasst werden, die möglichst mehr als 7000 Einwohner haben sollten. Auch wenn die Landesregierung die Auflösung des Landkreises Braunschweig vorschlug, da dieser nach Eingliederung zahlreicher Umlandgemeinden nicht mehr lebensfähig sein würde, sollte eine umfassende Kreisreform zunächst nicht eingeleitet werden. Ohne Vorwegnahme der endgültigen Regelung sollten neugegliederte Gemeinden aus Gebieten zweier Landkreise jeweils dem Landkreis zugeordnet werden, der die meisten Einwohner einbrachte.
Nach diesem Grundsatz war für Schladen keineswegs die Lösung zu erwarten, welche die Fraktionen des Landkreises im Anhörungstermin gefordert hatten, denn in der neugeschaffenen Samtgemeinde mit den Gemeinden Schladen (mit Isingerode, Beuchte und Wehre), Gielde, Werlaburgdorf und Hornburg überwog der Goslarer Anteil. Die heftigen Diskussionen endeten damit, dass der Landtag sich entgegen ursprünglicher Absicht entschloss, einen Teil der umfassenden Kreisreform vorwegzunehmen. Diese sollte in der achten Wahlperiode im Frühjahr 1976 in Kraft gesetzt werden.
So gelangte Schladen zum Landkreis Wolfenbüttel. Dieser Gewinn musste mit einem schwerwiegenden Verlust erkauft werden: Die Stadt Bad Harzburg wurde in den Landkreis Goslar eingegliedert. Leichter zu verkraften war die Nichteingliederung der Gemeinden Vechelde, Wendeburg und Lehre, die den Landkreisen Peine bzw. Helmstedt zugeordnet wurden. Der Landkreis Wolfenbüttel wurde, entgegen der ursprünglichen Planung, nicht Rechtsnachfolger des aufgelösten Landkreises Braunschweig; diese Position wurde der kreisfreien Stadt Braunschweig übertragen.
Die geplante Verabschiedung des Gesetzes zum 1. März 1974 machte im Januar des Jahres, praktisch über Nacht, Verhandlungen über zwei Gebietsänderungsverträge erforderlich. Bei diesen Verhandlungen ging es um die Modalitäten der Eingliederung der kreisangehörigen Gemeinden Leiferde, Geitelde und Stiddien in die Stadt Braunschweig, ferner um die der kreisangehörigen Gemeinden Sauingen und Üfingen in die Stadt Salzgitter. Über allem standen die Probleme, die die Auflösung des Landkreises Braunschweig aufwarf. Wie erwartet gestalteten sich die Verhandlungen mit dem Kreis Goslar wenig harmonisch. Zwar verursachte die Eingliederung der Goslarer Gemeinden Steinlah und Haverlah im Westen sowie von Ohrum, Dorstadt, Heiningen, Groß und Klein Flöthe im Osten keine Spannungen; heftige Auseinandersetzungen gab es aber bis zuletzt wegen der Eingliederung der neuen Samtgemeinde Schladen. So konnten vor der Endabstimmung im Landtag keinerlei Regelungen zwischen den beiden rivalisierenden Kreisen vorbereitet werden. Ergebnis der hektischen Verhandlungen war schließlich ein Gebietsänderungsvertrag, dem beide Kreistage zustimmten. Bei diesen Verhandlungen waren vor allem die vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen um die Kreiseinrichtungen in Bad Harzburg strittig, das immer als Perle des Landkreises gegolten hatte.
Politik [Bearbeiten]
Kreistag [Bearbeiten]
| CDU | SPD | GRÜNE | FDP | LINKE | NPD | PIRATEN | Gesamt | |
| 2006 | 22 | 20 | 4 | 2 | 1 | 1 (niedergelegt) | — | 50 (49) |
| 2011 | 17 | 19 | 7 | 1 | 1 | — | 1 | 46 |
(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)
Landräte [Bearbeiten]
- 1945 bis 1946: Heinrich Rönneburg (CDU)
- 1949 bis 1952: Joachim Hinkel (FDP)
- 1952 bis 1954: Werner Hühne
- 1954 bis 1955: Gerhard Hartwieg
- 1955 bis 1956: Ernst Kunkel (SPD)
- 1956 bis 1958: Gerhard Hartwieg
- 1958 bis 1968: Ernst Kunkel (SPD)
- 1968 bis 1981: Helmuth Bosse (SPD)
- 1981 bis 1996: Ernst-Henning Jahn (CDU)
- 1996 bis 2006: Burkhard Drake
- 2006 bis 2013 Jörg Röhmann
- seit 2013: Martin Hortig (kommissarisch)
Landschaft [Bearbeiten]
Der Landkreis ist Mitglied in dem eingetragenen Verein Braunschweigische Landschaft mit Sitz in Braunschweig. Dieser wurde zur Pflege kultureller Einrichtungen in der Region gegründet.
Archäologische Denkmale im Landkreis Wolfenbüttel [Bearbeiten]
- Asseburg
- Brunkelburg
- Burg Halbmond bei Hornburg
- Burgberg bei Gielde
- Galgenberg von Klein Vahlberg
- Grabhügelfeld im Sudholz bei Schladen
- Grabhügelfeld zwischen Wehre und Beuchte
- Grabhügelfelder im Asselholz, Gemarkung Hohenassel, Gemeinde Burgdorf.
- Krimmelburg
- Landwehr bei Halchter.
- Motte (Turmhügelburg) von Adersheim
- Pfalz Werla
- Schalksburg bei Groß Flöthe
- Schwedenschanze von Schladen-Isingerode
- Steinkammer im Adamshai, Gemarkung Lucklum
- Tumulus von Evessen
- Wurtgarten (Ringwall im Reitlingstal, Gemarkung Erkerode, Evessen, Lucklum)
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011)[3]
- Cremlingen (12.831)
- Wolfenbüttel, Stadt, selbstständige Gemeinde (53.353)
Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden * Sitz der Samtgemeindeverwaltung
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- Am Großen Rhode (5,79 km²)
- Barnstorf-Warle (1,29 km²)
- Voigtsdahlum (5,77 km²)
Zum 1. November 2011 wurde die Gemeinde Achim nach Börßum eingemeindet.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
- ↑ http://wahl2011.lk-wf.de/
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung
Weblinks [Bearbeiten]
- Sagen und Erzählungen des Landkreises Wolfenbüttel
- Literatur von Landkreis Wolfenbüttel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
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