Landkreis Wolfenbüttel

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Landkreis Wolfenbüttel, zu weiteren Bedeutungen siehe Wolfenbüttel (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Wolfenbüttel Deutschlandkarte, Position des Landkreises Wolfenbüttel hervorgehoben52.1310.58Koordinaten: 52° 8′ N, 10° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Wolfenbüttel
Fläche: 722,5 km²
Einwohner: 119.900 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 166 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WF
Kreisschlüssel: 03 1 58
Kreisgliederung: 33 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Bahnhofstraße 11
38300 Wolfenbüttel
Webpräsenz: www.lk-wolfenbuettel.de
Landrätin: Christiana Steinbrügge (SPD)
Lage des Landkreises Wolfenbüttel in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Braunschweig Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Osnabrück Landkreis Osnabrück Delmenhorst Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Mellum Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Der Landkreis Wolfenbüttel ist ein Landkreis im Osten Niedersachsens. Bundesweite Bekanntheit erlangte der Landkreis Wolfenbüttel insbesondere als Standort der Schachtanlage Asse, ein ehemaliges Salzbergwerk, in dem von 1967 bis 1978 die Endlagerung von atomarem Abfall erprobt und in größerem Umfang praktiziert wurde und das zwischenzeitlich durch den Eintritt größerer Wassermengen instabil geworden ist.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Landkreis Helmstedt (in Niedersachsen), an den Landkreis Harz (in Sachsen-Anhalt) sowie an den Landkreis Goslar und an die kreisfreien Städte Salzgitter und Braunschweig (alle wiederum in Niedersachsen).

Salzgitter teilt den Landkreis in den größeren östlichen Hauptteil mit der Kreisstadt Wolfenbüttel und einen kleinen westlichen Teil, der nur aus der Samtgemeinde Baddeckenstedt besteht. Dieser grenzt außer an Salzgitter noch an die Landkreise Goslar und Hildesheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geburtsstunde des Landkreises Wolfenbüttel folgte der „Neuen Landschaftsordnung“ von 1832, die im vormaligen Herzogtum Braunschweig sechs Kreisdirektionen schuf. Diese Ordnung hat der Landkreis Wolfenbüttel über 110 Jahre als größter Landkreis des früheren Landes Braunschweig bis 1941 behalten, als die „Salzgitter-Verordnung“ in Kraft trat, in der zwanzig Gemeinden abzutreten waren. Zum Ausgleich erhielt der Kreis zehn Gemeinden vom Landkreis Marienburg. Außerdem wurden die Gemeinden Hessen und Pabstorf zum Landkreis Wernigerode und im Gegenzug die Stadt Hornburg samt Isingerode und Roklum zum Kreis Wolfenbüttel geschlagen.

Am 30. Mai 1963 bildete sich die Gemeinde Süd-Elm mit dem Sitz in Schöppenstedt als erste Samtgemeinde im Verwaltungsbezirk Braunschweig.

1971 sollte das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Braunschweig-Wolfenbüttel-Helmstedt-Peine-Salzgitter zunächst nur eine Verbesserung der Gemeindestruktur bringen: die Gemeinden sollten zu Verwaltungseinheiten (Einheitsgemeinden oder Samtgemeinden) zusammengefasst werden, die möglichst mehr als 7000 Einwohner haben sollten. Auch wenn die Landesregierung die Auflösung des Landkreises Braunschweig vorschlug, da dieser nach Eingliederung zahlreicher Umlandgemeinden nicht mehr lebensfähig sein würde, sollte eine umfassende Kreisreform zunächst nicht eingeleitet werden. Ohne Vorwegnahme der endgültigen Regelung sollten neugegliederte Gemeinden aus Gebieten zweier Landkreise jeweils dem Landkreis zugeordnet werden, der die meisten Einwohner einbrachte.

Nach diesem Grundsatz war für Schladen keineswegs die Lösung zu erwarten, welche die Fraktionen des Landkreises im Anhörungstermin gefordert hatten, denn in der neugeschaffenen Samtgemeinde mit den Gemeinden Schladen (mit Isingerode, Beuchte und Wehre), Gielde, Werlaburgdorf und Hornburg überwog der Goslarer Anteil. Die heftigen Diskussionen endeten damit, dass der Landtag sich entgegen ursprünglicher Absicht entschloss, einen Teil der umfassenden Kreisreform vorwegzunehmen. Diese sollte in der achten Wahlperiode im Frühjahr 1976 in Kraft gesetzt werden.

So gelangte Schladen zum Landkreis Wolfenbüttel. Dieser Gewinn musste mit einem schwerwiegenden Verlust erkauft werden: Die deutlich einwohnerreichere Stadt Bad Harzburg wurde in den Landkreis Goslar eingegliedert. Leichter zu verkraften war die Nichteingliederung der Gemeinden Vechelde, Wendeburg und Lehre, die den Landkreisen Peine bzw. Helmstedt zugeordnet wurden. Der Landkreis Wolfenbüttel wurde, entgegen der ursprünglichen Planung, nicht Rechtsnachfolger des aufgelösten Landkreises Braunschweig; diese Position wurde der kreisfreien Stadt Braunschweig übertragen.

Die geplante Verabschiedung des Gesetzes zum 1. März 1974 machte im Januar des Jahres, praktisch über Nacht, Verhandlungen über zwei Gebietsänderungsverträge erforderlich. Bei diesen Verhandlungen ging es um die Modalitäten der Eingliederung der kreisangehörigen Gemeinden Leiferde, Geitelde und Stiddien in die Stadt Braunschweig, ferner um die der kreisangehörigen Gemeinden Sauingen und Üfingen in die Stadt Salzgitter. Über allem standen die Probleme, die die Auflösung des Landkreises Braunschweig aufwarf. Wie erwartet gestalteten sich die Verhandlungen mit dem Kreis Goslar wenig harmonisch. Zwar verursachte die Eingliederung der Goslarer Gemeinden Steinlah und Haverlah im Westen sowie von Ohrum, Dorstadt, Heiningen, Groß und Klein Flöthe im Osten keine Spannungen; heftige Auseinandersetzungen gab es aber bis zuletzt wegen der Eingliederung der neuen Samtgemeinde Schladen. So konnten vor der Endabstimmung im Landtag keinerlei Regelungen zwischen den beiden rivalisierenden Kreisen vorbereitet werden. Ergebnis der hektischen Verhandlungen war schließlich ein Gebietsänderungsvertrag, dem beide Kreistage zustimmten. Bei diesen Verhandlungen waren vor allem die vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen um die Kreiseinrichtungen in Bad Harzburg strittig, das immer als Perle des Landkreises gegolten hatte.

Politik[Bearbeiten]

Kreiswahl 2011[2]
Wahlbeteiligung: 57,2 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,9 %
35,4 %
15,8 %
2,7 %
2,2 %
2,1 %
0,6 %
0,4 %

Kreistag[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Kreistag
2
19
7
1
17
19 17 
Von 46 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2011[3]
Sitze
2011
Prozent
2006[4]
Sitze
2006
Prozent
2001[5]
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,9 19 39,7 20 42,9 22
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,4 17 42,8 22 44,4 23
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 15,8 7 8,3 4 6,5 3
FDP Freie Demokratische Partei 2,2 1 4,5 2 4,9 2
Linke Die Linke 2,7 2 (1) - - 1,4 -
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands - - 1,7 0 (1) - -
Piraten Piratenpartei Deutschland 2,1 0 (1) - - - -
RRP Rentnerinnen- und Rentner-Partei 0,6 - - - - -
WG Wählergruppen - - 2,4 1 - -
Ezb. Einzelbewerber 0,4 - 0,5 - - -
Gesamt 100 46 100 49 (50) 100 50
Wahlbeteiligung in Prozent 57,2 55,8 58,2
  • Die Linke: 2001 als PDS angetreten.
  • Wählergruppen, da sich das Ergebnis von 2006 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lässt.
  • In der Wahlperiode 2006-2011 legte der Kreistagsabgeordnete der NPD sein Mandat nieder, sodass sich die Gesamtsitzzahl auf 49 verringerte.
  • In der Wahlperiode 2011-2016 wechselte der Kreistagsabgeordnete der Piraten zu Die Linke.
  • Neben den gewählten Kreistagsabgeordneten gehört der Landrat dem Kreistag an.

Landräte[Bearbeiten]

Seit dem 1. Oktober 2013 ist Christina Steinbrügge (SPD) Landrätin. Bei der Direktwahl am 22. September 2013 erhielt sie bei einer Wahlbeteiligung von 74,07 Prozent 43.340 Stimmen. Das entsprach einem Stimmanteil von 59,25 Prozent.

Landschaft[Bearbeiten]

Der Landkreis ist Mitglied in dem eingetragenen Verein Braunschweigische Landschaft mit Sitz in Braunschweig. Dieser wurde zur Pflege kultureller Einrichtungen in der Region gegründet.

Im Reitlingstal A) Brunkelburg (als Kuxwall), B) Krimmelburg (als Burgwall) C) Wurtgarten

Archäologische Denkmale im Landkreis Wolfenbüttel[Bearbeiten]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013)[6]

Einheitsgemeinden

  1. Cremlingen (13.000)
  2. Schladen-Werla (8869)
  3. Wolfenbüttel, Kreisstadt, selbständige Gemeinde (51.569)

Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden

* Sitz der Samtgemeindeverwaltung

  1. Denkte (3002)
  2. Hedeper (511)
  3. Kissenbrück (1762)
  4. Remlingen * (1798)
  5. Roklum (449)
  6. Semmenstedt (647)
  7. Wittmar (1168)
  1. Baddeckenstedt * (3036)
  2. Burgdorf (2340)
  3. Elbe (1571)
  4. Haverlah (1645)
  5. Heere (1122)
  6. Sehlde (909)
  1. Börßum * (2810)
  2. Cramme (916)
  3. Dorstadt (692)
  4. Flöthe (1134)
  5. Heiningen (666)
  6. Ohrum (611)
  1. Dahlum (678)
  2. Kneitlingen (820)
  3. Schöppenstedt, Stadt * (5374)
  4. Uehrde (937)
  5. Vahlberg (740)
  6. Winnigstedt (715)
  1. Dettum (1166)
  2. Erkerode (953)
  3. Evessen (1295)
  4. Sickte * (6004)
  5. Veltheim (Ohe) (991)
Sachsen-Anhalt Braunschweig Landkreis Goslar Landkreis Helmstedt Landkreis Hildesheim Landkreis Peine Salzgitter Am Großen Rhode Barnstorf-Warle Voigtsdahlum Voigtsdahlum Baddeckenstedt Börßum Börßum Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel) Cramme Cremlingen Dahlum Dahlum Denkte Dettum Dorstadt Elbe (Niedersachsen) Erkerode Evessen Evessen Flöthe Schladen-Werla Haverlah Hedeper Heere Heere Heiningen (Niedersachsen) Schladen-Werla Schladen-Werla Kissenbrück Kneitlingen Kneitlingen Ohrum Remlingen (Niedersachsen) Roklum Schladen-Werla Schöppenstedt Sehlde Semmenstedt Sickte Uehrde Vahlberg Veltheim (Ohe) Schladen-Werla Winnigstedt Wittmar WolfenbüttelMunicipalities in WF.svg
Über dieses Bild

gemeindefreie Gebiete (alle unbewohnt)

  1. Am Großen Rhode (5,79 km²)
  2. Barnstorf-Warle (1,29 km²)
  3. Voigtsdahlum (5,77 km²)

Am 1. November 2011 wurde die Gemeinde Achim nach Börßum eingemeindet.

Am 1. November 2013 wurde die Samtgemeinde Schladen in die Einheitsgemeinde Schladen-Werla umgewandelt.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WF zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Hodemacher: Der Landkreis Wolfenbüttel, seine Städte und Dörfer. mit Federzeichnungen von Wilhelm Krieg. Elm Verlag, Cremlingen 1986, ISBN 3-9800219-4-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. wahl2011.lk-wf.de
  3. http://www.nls.niedersachsen.de/KW2011/KW2011_vorlenderg/158.htm
  4. http://www.nls.niedersachsen.de/KW2006/158k.html
  5. http://www.nls.niedersachsen.de/KW2006/158k.html
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Wolfenbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien