Vienenburg

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51.9510.566666666667141Koordinaten: 51° 57′ 0″ N, 10° 34′ 0″ O

Vienenburg
Stadt Goslar
Wappen von Vienenburg
Höhe: 141 m
Einwohner: 5512 (7. Jan. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 2014
Postleitzahl: 38690
Vorwahl: 05324
Vienenburg (Niedersachsen)
Vienenburg

Lage von Vienenburg in Niedersachsen

Blick über Vienenburg

Blick über Vienenburg

Vienenburg ist ein Stadtteil von Goslar im Landkreis Goslar in Niedersachsen, Deutschland. Vor der Eingemeindung nach Goslar am 1. Januar 2014 bildete Vienenburg zusammen mit den heutigen Goslarer Stadtteilen Immenrode, Lengde, Lochtum, Weddingen und Wiedelah die Stadt Vienenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Stadtteil liegt im nordwestlichen Harzvorland rund 11 km (Luftlinie) nordöstlich von Goslar an der Einmündung der Radau in die Oker bzw. am Vienenburger See, der direkt an den Harly-Wald grenzt.

Gliederung vor der Eingemeindung nach Goslar[Bearbeiten]

(Stand: 31. Dezember 2011[2])

Geschichte[Bearbeiten]

Vienenburg wurde erstmals 1306 urkundlich genannt. Seit 1935 hat es Stadtrechte.

Auf eine Anfang des 13. Jahrhunderts durch Kaiser Otto IV. errichtete und 1291 zerstörte Burg (Harliburg) folgte um 1300 durch die Grafen von Wernigerode ein Burgbau „up de Viene“, der seit 1803 Domäne ist.

Bis 1941 gehörte Vienenburg wie der gesamte Landkreis Goslar zur preußischen Provinz Hannover und wurde dann in das Land Braunschweig umgegliedert[3], das 1946 in Niedersachsen aufging.

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Immenrode, Lengde, Lochtum, Weddingen und Wiedelah eingegliedert.[4]

Am 1. Januar 2014 wurden die Städte Vienenburg und Goslar vereinigt, indem die Stadt Vienenburg in die Stadt Goslar eingegliedert wurde.[5] Dabei wurde die Stadt Vienenburg in ihre sechs Stadtteile aufgelöst, die seitdem einzelne Stadtteile der Stadt Goslar bilden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner
1821 4272
1848 5030
1871 5251
1885 6276
1905 9418
1925 9007
Jahr Einwohner
1933 8890
1939 8790
1946 13.690
1950 14.925
1956 13.325
1961 12.656
Jahr Einwohner
1968 12.598
1970 13.005
1975 12.265
1980 11.637
1985 11.172
1990 11.357
Jahr Einwohner
1995 11.487
2000 11.563
2005 11.234
2010 10.682

(Ab 1968 Stand jeweils zum 31. Dezember)[6]

Religion[Bearbeiten]

Katholische Kirche
Evangelische Kirche

In Vienenburg befindet sich eine evangelische Kirche, sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde 1912 umgebaut. Ihre Kirchengemeinde gehört zur Propstei Bad Harzburg.

Die katholische Kirche Heilige Familie, 1826–1829 auf dem Kattenberg errichtet und 8. Dezember 1829 von Bischof Godehard Joseph Osthaus geweiht, gehört heute zur Pfarrgemeinde Liebfrauen in Bad Harzburg.

Ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas befindet sich am Vienenburger See.

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2011[7]
Wahlbeteiligung: 54,67 % (2006: 59,78 %)
 %
40
30
20
10
0
38,92 %
29,98 %
17,51 %
8,69 %
3,00 %
1,87 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-10,82 %p
-9,45 %p
+17,51 %p
+0,70 %p
+0,18 %p
+1,87 %p

Letzter Stadtrat von November 2011 bis Dezember 2013[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Vienenburg setzte sich für die Wahlperiode ab dem 1. November 2011 wie folgt zusammen:

SPD: 10 Sitze
CDU: 8 Sitze
Bürger für Vienenburg: 5 Sitze (ab 1. Juni 2013 4 Sitze)
GAW: 2 Sitze
NPD: 1 Sitz

Fraktionsloses Mitglied (FDP) (ab 1. Juni 2013): 1 Sitz

Die Stadträte von Goslar und Vienenburg haben im Dezember 2012 die Vereinigung der Städte Vienenburg und Goslar zum 1. Januar 2014 beschlossen. Die Abstimmung erfolgte in namentlicher Abstimmung mit Gegenstimmen vom fraktionslosen FDP-Mitglied sowie vom Vertreter der NPD. [8] Letzte Bürgermeisterin der Stadt Vienenburg war Astrid Salle-Eltner (SPD).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Es besteht eine Partnerschaft mit der schottischen Stadt Forres.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bahnhofsgebäude von 1840
Eisenbahnmuseum

Wegen der günstigen geographischen Lage im Harzvorland ist Vienenburg ein beliebter Ausgangsort für die Erkundung des Harzes. Der Ort bietet touristische Attraktionen, die ihn zu einem Naherholungsgebiet machen.

Der weitläufige Vienenburger See und der Harlyturm auf dem Harlyberg, der sich im Mischwald des Harly-Walds befindet, laden zum Wandern ein. Darüber hinaus besitzt Vienenburg ein Freibad, einen Ruder- und Tretbootverleihs sowie weitläufige Angelsport-Möglichkeiten.

Eine Sehenswürdigkeit ist das älteste noch erhaltene Bahnhofsgebäude Deutschlands aus dem Jahre 1840, das heute ein Eisenbahnmuseum beheimatet. Der Kulturverein Vienenburg präsentiert regelmäßig Künstler aus ganz Europa. Das Heimatmuseum hat eine umfangreiche Sammlung über die Geschichte der Stadt Vienenburg zusammengetragen. Außerdem sind drei Buchbände über die Geschichte der Stadt erschienen, die vom Heimatpfleger Herbert Müller verfasst wurden. Bis in die 1980er Jahre wurde in Vienenburg der Goldene Högen als Preis an herausragende Persönlichkeiten und Künstler verliehen.

Die Freiwillige Feuerwehr Vienenburg wurde 1892 als Freiwillige Turnerfeuerwehr Vienenburg gegründet. Heute existieren insgesamt sechs eigenständige Feuerwehren, die die Stadtfeuerwehr bilden. Außerdem sind in Vienenburg Pfadfinder sowie der Fußball-Verein FG 16 Vienenburg/Wiedelah (SG Vienenburg/Lochtum) vertreten. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer aktiver Vereine im sportlichen und kulturellen Bereich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor Vienenburgs ist der Tourismus. Weitere wichtige Wirtschaftsfaktoren sind die Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie. Bekannt ist die 1921 in Vienenburg gegründete Käserei August Loose, die sich auf Harzer Käse spezialisierte und zu einem der führenden Harzer Käsehersteller entwickelte. Im Jahre 1998 wurde sie von der Unternehmensgruppe Theo Müller übernommen, die 2005 den Betrieb nach Leppersdorf in Sachsen verlegte, wo sie eine große Meierei betreibt.[9]

Zwischen 1884 und 1930 wurde im Kaliwerk Vienenburg Kalisalz gefördert. Die Förderung wurde nach einem Grubenunglück 1930 eingestellt.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnsteig des Vienenburger Bahnhofs

Vienenburg liegt an den Bundesstraßen 82 (Anbindung an die A 7 Hannover/Kassel) und 241 (Goslar) sowie der Autobahn 395 (Anbindung an die A 2; Braunschweig, Berlin/Dortmund) und der B 6/B 6n (Anbindungen zur A 14 Halle/LeipzigMagdeburg und nach Goslar sowie Bad Harzburg).

Vom Bahnhof Vienenburg führen Eisenbahnstrecken in vier Richtungen: nach Norden in Richtung Braunschweig, nach Südosten in Richtung Halberstadt – Halle (Saale), nach Süden in Richtung Bad Harzburg und nach Südwesten in Richtung Oker−Goslar. Die stündlich verkehrende Regionalbahn von Braunschweig fährt abwechselnd weiter nach Bad Harzburg oder Oker – Goslar. Richtung Halberstadt verkehren stündlich Züge, abwechselnd der HarzElbeExpress (HEX) Vienenburg – Halberstadt und der Regionalexpress Hannover – Bad Harzburg – Vienenburg – Halle (Saale). Die RB- und RE-Züge betreibt die DB Regio AG, den HEX die Veolia. Freitags, samstags und sonntags verkehrt zudem der Harz-Berlin-Express (Veolia) auf der Strecke Vienenburg−Berlin Ostbahnhof. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die ehemalige Güterstrecke nach Langelsheim wegen der Deutschen Teilung eingestellt.

Von der geplanten RegioStadtBahn Braunschweig hätte Vienenburg bereits im ersten Bauabschnitt ab 2014 bedient werden sollen, das ganze Projekt wurde aber wegen Unwirtschaftlichkeit aufgegeben.

Bildung[Bearbeiten]

Vienenburg besitzt als Stadtteil von Goslar neben einer Grundschule auch eine Hauptschule und eine Realschule sowie eine Schule für Lernhilfe und für geistig Behinderte. Andere weiterbildende Schulformen befinden sich in der Innenstadt von Goslar.

Die Marie-Moelhoff-Barclay-Stiftung, die von der am 25. Dezember 1868 in Vienenburg-Wöltingerode geborenen und am 5. April 1939 in Narbert, Pennsylvania (USA), verstorbenen Marie Moelhoff-Barclay initiiert wurde, fördert die Ausbildung und Gesundheit junger Mädchen und Frauen unter 30 Jahren, die zudem Einwohnerinnen der Stadt Vienenburg sein müssen. Gefördert werden die gymnasiale Schulbildung und das Studium an Fachhochschulen oder Universitäten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter Vienenburgs[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Vienenburg gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Loriot (1923–2011), Humorist, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Vienenburg
  • Birgit Arnold (* 1952 in Wiedelah), Politikerin (FDP/DVP), Landtagsabgeordnete in Baden-Württemberg, ging in Vienenburg zur Schule

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vienenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.goslar.de/wirtschaft/standortdaten Standortdaten & Statistik Stadt Goslar
  2. Einwohnerzahl der Gemeinden und Ortsteile des Landkreises Goslar. Online auf www.landkreis-goslar.de.
  3. | Verordnung über Gebietsbereinigungen im Raume der Hermann-Göring-Werke Salzgitter
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 270.
  5. Gesetz über die Vereinigung der Städte Vienenburg und Goslar, Landkreis Goslar vom 19. Juni 2013, In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 10/2013 vom 25. Juni 2013, S. 163
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen. Abgerufen am 19. Mai 2013.
  7. http://www.vienenburg.eu/fileadmin/dokumente/Wahlergebnis_Rat_2011_endg..pdf
  8. Die Goslarsche.de
  9. Unsere Historie. In: Website der Firma Loose. Käserei Loose GmbH & Co. KG, abgerufen am 5. Juli 2014.