Grünes C

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Das Grüne C ist ein Landschaftsprojekt im Ballungsraum Köln-Bonn. Der Name bezieht sich auf die Form des Areals aus der Anfangsphase des Projekts.

Das Gebiet erstreckt sich von der Ville über den Rhein hinweg zum Siegtal und von dort bis zum Siebengebirge; ein Landschaftsraum, der den Naturpark Rheinland im Westen mit dem Naturpark Siebengebirge im Osten verbindet und aus vielen unterschiedlichen Elementen besteht. Es ist Teil eines großräumigen Verbundsystems aus Grüngürteln und Landschaftskorridoren, das im Rahmen des so genannten „Masterplan Grün“ als Kulturlandschaftsnetzwerk entwickelt werden soll. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union gefördert.

Den Rahmen für das Gebiet bilden auf der linken Rheinseite Bonn, Alfter und Bornheim, auf der rechten Niederkassel, Troisdorf und Sankt Augustin. Die sechs Städte und der Rhein-Sieg-Kreis haben das gemeinsame Ziel, den betreffenden Landschaftsraum zu schützen, das Ausufern der Siedlungsflächen in die Kulturlandschaft zu begrenzen und die umgebenden Freiräume zu sichern. [1][2]

Die Landschaftsräume[Bearbeiten]

Das Grüne C lässt sich in neun unterschiedliche Landschaftsräume unterteilen:[3]

  • das „Meßdorfer Feld“ in Bonn
  • das „Gartenland“ zwischen Alfter, Bonn und Bornheim
  • der „Vorgebirgshang
  • die „Kieslandschaft“ in Bornheim
  • die „Rheinaue“ in Niederkassel
  • die „Siegaue“ in Troisdorf
  • die „Hangelarer Heide“
  • der „Birlinghovener Wald“
  • das „Pleisbachtal“ in Sankt Augustin.

Die vier linksrheinischen Landschaftsräume sind landwirtschaftlich geprägt: das Meßdorfer Feld, das Gartenland, der Vorgebirgshang und die Kieslandschaft.

Die vier rechtsrheinischen Räume sind deutlich stärker von Wiesen- und Auenlandschaften bestimmt: die Siegaue, die Hangelarer Heide, der Birlinghover Wald und das Pleisbachtal.

Der neunte Raum – im Zentrum gelegen – ist der Rhein mit unmittelbar angrenzenden Auenbereichen.

Mit dem Grünen C entsteht eine durchgehende Wegeverbindung, hier auch als „Link” bezeichnet, der die unterschiedlichen Landschaftsräume miteinander verbindet. Es soll eine Art Park der Kulturlandschaften entstehen, mit dem Ziel, den Freizeitnutzen der Gegend zu erhöhen und die Natur in ihrer Vielfalt zu schützen.

Der Rahmenplan und das Schlüsselprojekt „Mondorfer Fähre“[Bearbeiten]

Brückenschlag Grünes C, Mondorfer Fähre

Für die Gestaltung des Grünen C gibt es einen Rahmenplan, der das gesamte Gebiet umfasst, sowie viele Teilpläne für einzelne Standorte. Einige Projekte sind bereits realisiert oder gerade im Bau, allen voran die beiden Uferbereiche der Anlegestellen der Mondorfer Fähre. Dies ist das Schlüsselprojekt für das Grüne C, da es den Brückenschlag über den Rhein symbolisiert und eine durchgehende Wegeverbindung durch die Landschaft ermöglicht.[4]

Das zweite wichtige Element ist der Ausbau und die Ergänzung der vorhandenen Wege zu einer durchgängigen Wander- und Radwegverbindung von der Ville bis zum Siebengebirge. Dieses Wegesystem, der „Link”, verbindet die unterschiedlichen Landschaftsräume und verknüpft sie zu einem Park der Landschaften.

Weitere wichtige Bausteine des Projekts sind die so genannten „Tore”, gestaltete Übergänge zwischen Landschaft und Stadt – und die „Stationen“: besondere Orte mit individueller Gestaltung.

Der Link[Bearbeiten]

Der „Link“ – ein Wegesystem durch das Grüne C – verbindet die drei Landschaften Naturpark Rheinland im Westen, Naturpark Siebengebirge im Südosten und das Naturschutzgebiet Siegaue miteinander.

Das Wegesystem beginnt am Rhein an den Anlegestellen der Mondorfer Fähre und dehnt sich „wurzelartig“ in die links- und rechtsrheinischen Landschaften aus. Der Link verläuft überwiegend auf bereits vorhandenen Wegen, die partiell ausgebaut und erneuert werden. Der Link hat eine Länge von etwa 61 Kilometern.[5]

Die Elemente des Links[Bearbeiten]

Der Link integriert unterschiedliche Elemente. Diese sollen einerseits den Verlauf des Links kenntlich machen, andererseits Informationen über das Projekt und die Umgebung vermitteln.[5]

Begleitende Baumreihen[Bearbeiten]

Der Link als Wegesystem durch das Grüne C soll durch Baumreihen mit ortstypischen Baumarten (z. B. Weiden oder Säulenpappeln) begleitet werden.

Tore mit Informationstafeln[Bearbeiten]

Unterschiedlich gestaltete „Baumtore“ und dazu gestellte Informationstafeln sollen Zugänge zu Siedlungsräumen bzw. die Eingänge ins Grüne C verdeutlichen. Die Baumtore sind in vier verschiedenen Größen vorgesehen. Die Tafeln enthalten Informationen zum benachbarten Ort und zur angrenzenden Landschaft.

Kilometrierung[Bearbeiten]

Die Kilometrierung des Links beginnt am Rhein (Kilometer 0) im Bereich der Mondorfer Fähre. Von dort wird jeder weitere Kilometer des Links, der sich links- und rechtsrheinisch jeweils in die umliegenden Landschaftsräume erstreckt, im Oberflächenbelag markiert.

Markierungselemente[Bearbeiten]

Vor und hinter jeder Kreuzung werden jeweils zwei Markierungselemente eingelassen. Die zum Rhein führende Wegerichtung wird mit der Inschrift "Rhein" kenntlich gemacht, die gegenüberliegende Markierung verweist mit einer Inschrift auf den Namen des nächst liegenden Ortes.

Stationen[Bearbeiten]

Entlang des Links sind in unregelmäßigen Abständen Stationen vorgesehen. Es sind zum Teil überdachte Sitzgelegenheiten. An jeder Station ist eine Informationstafel angebracht, die einerseits allgemeine Informationen zum Landschaftsraum und andererseits zu Besonderheiten der direkten Umgebung darstellen. Einige Landschaftspartien des Grünen C sind es wert, von einem höheren Standpunkt aus betrachtet zu werden. Der hierfür entwickelte Hochstand bietet einen Überblick bzw. die Möglichkeit zur Naturbeobachtung, andererseits stellt dieser, ebenso wie die begleitende Baumreihe, auch eine weithin sichtbare Markierung des Link dar.[3]

Die Einzelprojekte[Bearbeiten]

In den Kommunen Alfter[6], Bonn, Bornheim[7], Niederkassel, Sankt Augustin und Troisdorf werden im Rahmen des Grünen C verschiedene Einzelprojekte umgesetzt. Die beteiligten Kommunen, das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union haben einen sogenannten „Masterplan Grün“ formuliert; an diesem Regelwerk orientieren sich folgende Einzelmaßnahmen:[8]

  • die „Grüne Mitte” in Sankt Augustin
  • der „Generationen-Parcours” in Sankt Augustin
  • die „Gärten der Nationen” in Sankt Augustin
  • der „Siegauen-Wanderparkplatz” in Troisdorf
  • der „Fischlehrpfad” in Troisdorf
  • die „Renaturierung Rheidter Werth” in Niederkassel
  • die „Mondorfer Fähre” in Niederkassel und Bonn
  • die „Villa Rustica” in Bornheim
  • der „Grünzug Buschdorf-Rosenfeld” in Bonn

Kritik[Bearbeiten]

Die Kosten,[9][10] aber auch die Gestaltung des Grünen C (Graues C),[11] insbesondere auch die Beschilderung[12] der Wege stoßen bei Teilen der Bevölkerung und auch bei einigen Politikern auf heftige Kritik.[13] Nachdem die Richtungspfeile teilweise in die falsche Richtung wiesen,[14] wurde inzwischen nachgebessert.[15][16][17] Es wurden allerdings keine Schilder ausgetauscht, sondern nur die Pfeile gedreht, so dass es zu einigen Kuriositäten kam. Man steht am Beginn eines Weges, und der Pfeil weist aus dem Weg heraus, man weiß dann also, wo man ist. Die Verwaltung ist dabei der Auffassung, dass die Planersprache, die dem Grünen C zugrunde liegt, nicht immer dem nutzenden Bürger transparent und verständlich erscheint. Außerdem drückt sich der Unmut der Bevölkerung auch in Vandalismus aus.[18] Auch die Aufstellung der Stationen[19] und der Hochstände[20] stößt auf Widerstand. Trotz der hohen Kosten ist z. B. die Qualität der verwendeten Fahnen an den Elementen so schlecht, dass nach einem Jahr überall nur noch „Fetzen“ baumeln.[21] Die Kritik beschränkt sich nicht auf die hier angegebenen Quellen[22], sondern kommt auch in zahlreichen Leserbriefen zum Ausdruck. Auch das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler prangert das Grüne C als Steuerverschwendung an.[23] In der achten Ausgabe der Sendung Mario Barth deckt auf! vom 19. November 2014 wurde ebenfalls ein kurzer Bericht über das Projekt gezeigt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grünes C – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Bouchon: Das Grüne C. Ein interkommunales Regionale-Projekt zur Freiraumsicherung an der Peripherie der Stadt Bonn. In: Stadt und Grün / Das Gartenamt. 2010, S. 20-25, abgerufen am 24. Januar 2014 (Link verweist nur auf Bestellmöglichkeit in Papierform, kein pdf erhältlich.).
  2. Das Grüne C. Sicherung des Natur- und Kulturraums unserer Region. Stadt Troisdorf, abgerufen am 24. Januar 2014.
  3. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNorbert Kloeters, Heinz Rohn, 3+FREIRAUMPLANER, Aachen: Projektdossier Grünes C. Pilot des Masterplan :grün. Regionale 2010 Agentur, Juni 2007, S. 23-35, abgerufen am 24. Januar 2014 (PDF; 4,2 MB).
  4. Mondorfer Fähre. In Niederkassel und Bonn. Stadt Troisdorf, abgerufen am 24. Januar 2014.
  5. Ilse Mohr: Alfters Beiträge zum "Grünen C" sind fertig. Heimatkunde am Objekt. In: General-Anzeiger (Bonn). 23. Oktober 2013, abgerufen am 27. Januar 2014.
  6. Hannah Schmitt: „Grünes C“ nimmt Gestalt an. Arbeiten in Bornheim. In: General-Anzeiger (Bonn). 8. März 2014, abgerufen am 8. März 2014.
  7. Projekte. Besondere Sehenswürdigkeiten des Grünen C. Stadt Troisdorf, abgerufen am 24. Januar 2014.
  8. Hans-Peter Fuß: Kosten für "Grünes C" um ein Vielfaches höher. In: General-Anzeiger (Bonn). 13. Oktober 2011, abgerufen am 27. Januar 2014.
  9. Rolf Kleinfeld: 34.000 Euro für einen Beton-Unterstand. In: General-Anzeiger (Bonn). 3. Februar 2014, abgerufen am 3. Februar 2014.
  10. Johanna Heinz: „Für so einen Unsinn gibt es Geld“. In: General-Anzeiger (Bonn). 15. Februar 2014, abgerufen am 20. Februar 2014.
  11. Rolf Kleinfeld: Stadt beziffert die Kosten für die Wegweiser auf 153.000 Euro. Meßdorfer Feld. In: General-Anzeiger (Bonn). 29. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2014.
  12. Martin Ochmann: Bonner Grüne kritisieren Grünes C. In: General-Anzeiger (Bonn). 20. November 2013, abgerufen am 24. Januar 2014.
  13. Rolf Kleinfeld: Richtungspfeile führen in die Irre. Neue Wegweiser. In: General-Anzeiger (Bonn). 15. November 2013, abgerufen am 24. Januar 2014.
  14. Rolf Kleinfeld: Kleinere Fehler werden korrigiert. In: General-Anzeiger (Bonn). 26. November 2013, abgerufen am 24. Januar 2014.
  15. Michael Lehnberg: Pfeile für Radfahrer weisen in die falsche Richtung. Nachbesserungen für "Grünes C". In: General-Anzeiger (Bonn). 30. November 2013, abgerufen am 27. Januar 2014.
  16. Rolf Kleinfeld: Trauerflor und Fantasieschilder. In: General-Anzeiger (Bonn). 13. Dezember 2013, abgerufen am 24. Januar 2014.
  17. Holger Willcke: Vandalismus auf dem Meßdorfer Feld. In: General-Anzeiger (Bonn). 9. Mai 2012, abgerufen am 24. Januar 2014.
  18. Rolf Kleinfeld: Keine Mehrheit für die "Station" im Meßdorfer Feld. In: General-Anzeiger (Bonn). 20. Februar 2014, abgerufen am 20. Februar 2014.
  19. Rolf Kleinfeld: Für Jäger? Der Hochstand von Lessenich. In: General-Anzeiger (Bonn). 10. Februar 2014, abgerufen am 20. Februar 2014.
  20. Martina Welt: So gesehen: Vom Winde verweht. In: General-Anzeiger (Bonn). 24. Februar 2014, abgerufen am 8. März 2014.
  21. Barbara Hardinghaus: Weitsicht. Eine Meldung und ihre Geschichte: Warum eine Aussichtsplattform bei Köln keine Lachnummer ist. In: Der Spiegel. Nr. 16 vom 19. April 2014, S. 51.
  22. Wilfried Goebels und Michael Lehnberg: Schwarzbuch des NRW-Steuerzahlerbundes. Ungebremste Verschwendung. In: General-Anzeiger (Bonn). 8. Oktober 2014, abgerufen am 9. Oktober 2014.
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