Guy van Waas

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Guy van Waas (* 1948 in Molenbeek (Brüssel)) ist ein belgischer Dirigent, Klarinettist und Organist.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Guy van Waas studierte an den Musikhochschulen von Brüssel und Mons (Cembalo bei Robert Kohnen), bei Walter Weller am Salzburger Mozarteum studierte er Orchesterleitung. Erste Anstellungen hatte er als Soloklarinettist an der Brüsseler Oper La Monnaie und von 1977 bis 1991 beim zu diesem Zeitpunkt aufgelösten Sinfonieorchester des RTBF, dem französischsprachigen belgischen Rundfunk.

Seit seinem früh erwachten Interesse für die historische Aufführungspraxis, spielte er in erster Linie die historische Klarinette. Er arbeitete längere Zeit, mit im „Orchester des 18. Jahrhunderts“ von Frans Brüggen, der „Berliner Akademie für Alte Musik“, dem „Orchestre des Champs Elysées“ und weiteren namhaften Ensembles. Mit Bläserkollegen gründete er 1992 das „Das Reicha'sche Quintett“.

Internationale Aufmerksamkeit als Dirigent erfuhr van Waas, als unter seiner Leitung das Concerto Köln eine Sinfonie, des jung verstorbenen spanischen Komponisten Juan Crisóstomo de Arriaga eingespielt wurde. Seitdem ist er Gastdirigent mehrerer spanischer Orchester.

Seit 2001 ist Guy van Waas Chefdirigent beim Barockorchester der französischen Gemeinschaft Belgiens, Les Agrémens. Mit diesem Ensemble hat er zahlreiche CD Einspielungen vorgenommen unter anderem mit zum Teil vergessenen Werken wallonischer Komponisten wie André Grétry, Dieudonné-Pascal Pieltain, Antoine-Frédéric Gresnick oder François-Joseph Gossec. Eine dem Lütticher Opernkomponisten Grétry gewidmete Einspielung, die mit der Sopranistin Sophie Karthäuser aufgenommen wurde, erhielt in Frankreich, die Auszeichnung „Diapason d'or“.

Neben dem Engagement bei „Les Agrémens“ leitet er als Gastdirigent zahlreich namhafte europäische Kammerorchester. Eine seiner Leidenschaften ist das Orgelspiel, so ist er seit 2004 Titularorganist der Karmeliterkirche in Brüssel. Guy van Waas war bis zu seiner Pensionierung Dozent für Kammermusik am königlichen Konservatorium in Mons [1].

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Grétry: Céphale et Procris ou l'Amour conjugal Ballet-héroique 1773 (Label Ricercar, 2010)
  • Rodolphe Kreutzer: La mort d'Abel 1890, Tragédie-lyrique (Label Glossa, 2012)
  • Antoine Dauvergne: La Vénitienne Opéra-ballet (Label Ricercar, 2012)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lebenslauf auf der Webseite des Barockorchesters "Les Agrémens" (mit einem Interwiew in französischer)