HMS Vanguard (23)

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HMS Vanguard
HMS Vanguard (1946).jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Schlachtschiff
Bauwerft John Brown & Company, Clydebank
Baukosten ca. 9 Mio. Pfund
Stapellauf 20. November 1944
Indienststellung 25. April 1946
Verbleib 1960 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
248,3 m (Lüa)
245,0 m (KWL)
Breite 32,9 m
Tiefgang max. 10,9 m
Verdrängung Standard: 44.500 ts
Maximal: 51.420 tn.l.
 
Besatzung 1.600 bis 2.000 Mann
Maschine
Maschine 8 Dampfkessel
4 Parsons-Getriebeturbinen
Maschinen-
leistung
130.000 PS (95.615 kW)
Geschwindigkeit max. 29,5 kn (55 km/h)
Propeller 1 fünfflügelig, 2 dreiflügelig
Bewaffnung
Panzerung
  • Gürtel: 114–356 mm
  • Panzerdeck: 127–152 mm
  • Panzerquerschotten: 381 mm
  • Torpedoschott: 51 mm
  • Türme: 102–330 mm
  • Barbetten: 406 mm
  • Mittelartillerie: 25 mm

Die HMS Vanguard war ein Schlachtschiff der britischen Royal Navy. Sie wurde im Jahre 1946 in Dienst gestellt und ist damit das letzte gebaute Schlachtschiff weltweit.

Eigentlich war sie nur eine Art Notlösung, da der britischen Marine zu Beginn des Zweiten Weltkrieges kaum moderne Großkampfschiffe zur Verfügung standen und der geplante Neubau von vier Einheiten der Lion-Klasse mit Ausbruch des Krieges nicht mehr in einem überschaubaren Zeitrahmen gewährleistet werden konnte.

Die Notlösung bestand daraus, vier vorrätige 38,1-cm-Zwillingstürme mit acht Geschützen aus dem Ersten Weltkrieg in einen neuen Rumpf einzubauen, der in den meisten Details der Lion-Klasse glich. Diese Geschütztürme stammten von den leichten Schlachtkreuzern oder „large light cruisers“ HMS Courageous und HMS Glorious, die zu Flugzeugträgern umgebaut worden waren. So kam es, dass die Hauptbewaffnung fast 30 Jahre älter war als das Schiff.

Unter dem Eindruck der sich vor allem in Ostasien stetig zuspitzenden Lage sah man in dem Projekt vor allem einen wertvollen Zuwachs für die britische Flotte in Fernost. Die Kiellegung der Vanguard erfolgte nach der Auftragsvergabe im März im Oktober 1941. Das anfangs stark forcierte Bauprogramm – man hoffte, das Schiff bis 1943 fertig und einsatzbereit zu haben – wurde unter dem Eindruck des Verlustes der HMS Prince of Wales und der HMS Repulse durch japanische Torpedobomber bei Kuantan am 10. Dezember 1941 und der somit offensichtlichen zutage getretenen Schutzlosigkeit von Schlachtschiffen gegenüber Luftstreitkräften in der Bau- und Materialpriorität stetig zurückgefahren.

So erfolgte der Stapellauf im November 1944 und die Indienststellung sogar erst knapp ein Jahr nach dem Kriegsende in Europa, im April 1946. Die Konstruktion als solche erwies sich dennoch als sehr gelungen, galt die Vanguard doch als ein äußerst seetüchtiges Schiff. So verzeichnete sie bei gemeinsamen Manövern im Atlantik nur 15° Krängung, während auf der amerikanischen USS Iowa bis zu 26° registriert wurden.

Bei ihrem ersten „großen“ Einsatz 1947 kam ihr eher eine repräsentative Rolle zu, als sie das britische Königspaar nach Südafrika begleitete. Im ersten Halbjahr 1949 war die Vanguard der britischen Flotte im Mittelmeer zugeteilt, wurde aber schon Ende des Jahres als Schulschiff nach Portland verlegt.

Ab 1955 war sie Flaggschiff der Reserveflotte und zugleich Stabsquartierschiff der NATO. Die Außerdienststellung erfolgte im Sommer 1960, unmittelbar danach begannen auch die Abwrackarbeiten in Faslane.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HMS Vanguard – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien