Handley Page Heyford

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Handley Page H.P.50 Heyford
Handley Page Heyford ExCC.jpg
Handley Page H.P.50 Heyford
Typ: Doppeldecker-Bomber
Entwurfsland: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Hersteller: Handley Page Aircraft Company
Erstflug: 21. Juni 1933
Indienststellung: 1934
Produktionszeit: 1933 bis 1936
Stückzahl: 125

Die Handley Page H.P.50 Heyford war der letzte britische Doppeldecker-Bomber. Sie wurde in den 1930er-Jahren bei Handley Page entwickelt. Der Erstflug war 1933. Obwohl das Muster nur eine kurze Einsatzlaufbahn als Bomber hatte (bis 1937), waren verschiedene Geschwader der Royal Air Force (RAF) damit ausgestattet. Die letzten Heyford wurden als Schulflugzeuge erst 1941 aus dem Einsatz genommen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Handley Page Heyford wurde nach den gleichen Spezifikationen wie der Eindecker-Bomber Fairey Hendon gebaut. Der Prototyp – die Handley Page H.P.38, die am 12. Juni 1930 zum ersten Mal vom Handley Page-Werksflugplatz in Radlett flog – wurde vom Handley-Page-Chefkonstrukteur G. R. Volkert entworfen. Der Erstflug der Heyford fand am 21. Juni 1933 statt.

Der Flugzeugrumpf bestand aus einem Mix aus Sperrholz und Duraluminium. Der Bombenschacht befand sich in der verstärkten Mitte der unteren Tragfläche. Das Fahrwerk war starr und verkleidet. Die Konstruktion erlaubte es der Bodenmannschaft, die Bombenschächte bei laufenden Motoren zu beladen. Der Pilot saß fünf Meter über dem Boden.

Insgesamt elf verschiedene Squadrons wurden bis 1941 mit der Heyford ausgestattet. Die Verwendung als Bomber endete aber bereits 1937. Die restlichen Maschinen wurden danach zur Ausbildung für Bomben- und Bordschützen verwendet. Einige Maschinen dienten für Radar- und Luftbetankungstests. 1941 verschwand die Heyford endgültig aus den Beständen der Royal Air Force.

Im Dezember 1936 flogen sieben Heyfords des 102. Squadrons zu ihrer Basis in Nordirland. Dichter Nebel und eisiges Wetter führten zur Katastrophe. Drei Maschinen stürzten ab und drei weitere wurden bei harten Landungen beschädigt, dabei starben drei Besatzungsmitglieder.

Varianten[Bearbeiten]

  • Mk I, 15 Stück, zwei Motoren Rolls-Royce Kestrel III mit 575 PS und Zweiblattpropellern
  • Mk IA, 23 Stück, Vierblattpropeller, Motoränderungen und windgetriebene Generatoren
  • Mk II, 16 Stück mit Kestrel-IV-Motoren (640 PS)
  • MK III, 70 Stück mit Kestrel-VI-Motoren (695 PS)

Insgesamt wurden mit dem Prototyp 125 Maschinen gebaut.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich

Technische Daten[Bearbeiten]

Handley Page H.P.50 Heyford
Kenngröße Daten
Länge 17,68 m
Flügelspannweite 22,86 m
Tragflügelfläche 136,5 m²
Höhe 5,33 m
Antrieb 2 × Rolls-Royce Kestrel III-S oder III-S5, 575 PS
Höchstgeschwindigkeit 228 km/h
Reichweite 1.480 km
Besatzung vier Mann
Dienstgipfelhöhe 6.400 m
Leergewicht 4.572 kg
Fluggewicht 7.587 kg
Bewaffnung 3 × 7,7-mm-Lewis-MGs, 8 × 9-kg-Bomben und 1.132 kg Bomben im Bombenschacht

Vergleichbare Typen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Handley Page Heyford – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien