Hanomag 2/10 PS

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Hanomag 2/10 PS - Limousine (1927)
Hanomag 2/10 PS - Cabriolet „Kommissbrot“ (1927)
Hanomag 2/10 PS Korbrennwagen (Nachbau)
1926 Hanomag 2/10 PS Serie mit integrierten Kotflügeln. Chassis No 3330
1927er Kommisbrot neben seinem Nachfolger, einer 4-sitzigen Hanomag 4/20 PS Limousine von 1930
Derselbe 1927er Hanomag mit geschlossenem Klappverdeck
Antrieb des Kommissbrots

Der Hanomag 2/10 PS ist ein Kleinwagen des hannoverschen Unternehmens Hanomag.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

Es war der erste deutsche Kleinwagen, der ab 1925 auf dem Fließband entstand. Dieses revolutionäre, aber auch vielfach belächelte Auto hatte wegen seiner Form den Spitznamen „Kommissbrot“. Sein quer vor der Hinterachse eingebauter Einzylinder-Viertaktmotor mit 502 cm³ Hubraum (nach Steuerformel: 499 cm³) und 10 PS (7,35 kW) trieb über ein Dreiganggetriebe mit Kulissenschaltung und eine Kette das rechte Hinterrad an. Die Unwucht des Motors führte im Leerlauf zu einer unangenehm hüpfenden Bewegung. Die Vorderräder waren an zwei übereinander liegenden Querblattfedern aufgehängt, die hintere Starrachse hing an Längslenkern mit Schraubenfedern ohne Stoßdämpfer.[1]

Mit einem Kraftstoffverbrauch von 4,0 Litern auf 100 Kilometer war er das sparsamste Großserienauto, das zwischen den beiden Weltkriegen produziert wurde. Das lag daran, dass er in dieser Zeit das einzige Großserienauto mit reibungsarmem Einzylindermotor war.[2]

Der zweisitzige Wagen wog nur 370 kg und erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h. Er hatte nur einen Scheinwerfer (erst ab 1931 schrieb eine Gesetzesänderung zwei Scheinwerfer in Deutschland vor) und die sonst üblichen Kotflügel und Trittbretter fehlten, um Platz für die Insassen zu gewinnen, wodurch der Hanomag 2/10 PS zum ersten bekannten Automobil der Welt mit Pontonform wurde. Aus Gründen der Stabilität hatte das rechtsgelenkte Kommissbrot nur auf der linken Seite eine Tür. Der als Limousine, Cabriolet und Landaulet lieferbare Wagen kostete je nach Ausführung knapp unter 2.000 bis 2.500 Reichsmark. Bis 1928 wurden 15.775 Stück produziert. Obgleich das Fahrzeug von der Konzeption her eine gebrauchsfähige Lösung des Kleinwagenproblems darstellte, erzielten die teureren „richtigen“ kleinen Autos wie der Dixi oder der Opel Laubfrosch größere Verkaufserfolge.

Redewendung: Ein Kilo Blech, ein Döschen Lack, und fertig ist der Hanomag!

[Bearbeiten] Technische Daten

Typ 2/10 PS
Bauzeitraum 1925–1928
Aufbauten R2, L2, Cb2, Ld2
Motor 1 Zylinder stehend 4-Takt (im Heck)
Ventile hängend (ohv)
Bohrung × Hub 80 mm × 100 mm
Hubraum 502 cm³
Leistung (kW/PS) 7,4/10
bei Drehzahl (1/min) 2500
Drehmoment (Nm)
bei Drehzahl (1/min)
Verdichtung 6 : 1
Verbrauch 4 l/100 km
Getriebe 3-Gang
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
Leergewicht 370–430 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 570–630 kg
Elektrik 6 Volt
Länge 2780 mm
Breite 1180 mm
Höhe 1600 mm
Radstand 1920 mm
Spur vorne/hinten 1040 mm/910 mm
Wendekreis
Reifengröße 27" × 3,5" ND

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Quelle

  • Oswald, Werner: Deutsche Autos 1920-1945, 10. Auflage, Motorbuch Verlag Stuttgart (1996), ISBN 3879435197

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Hanomag Kommissbrot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Gebauer/Buck Die Fahrgestelle der Personenwagen, Stuttgart 1956
  2. „80 Jahre Hanomag Kommißbrot: Deutschlands erster Volks-Wagen“ (Horst-Dieter Görg, 2005, ISBN: 3-933802-13-X)
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