Einbeck
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Northeim | |
| Höhe: | 112 m ü. NN | |
| Fläche: | 231,31 km² | |
| Einwohner: |
33.085 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 143 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 37574 | |
| Vorwahlen: | 05561, 05563, 05565 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NOM, EIN, GAN | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 1 55 013 | |
| Stadtgliederung: | 46 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Teichenweg 1 37574 Einbeck |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Sabine Michalek (CDU) | |
| Lage der Stadt Einbeck im Landkreis Northeim | ||
Einbeck ist eine ehemalige Hansestadt, ein Mittelzentrum und eine selbständige Gemeinde im Landkreis Northeim in Südniedersachsen.
Flächenmäßig ist Einbeck die größte Stadt Südniedersachsens. Das Stadtbild im Zentrum ist geprägt von mehr als 150 spätmittelalterlichen Fachwerkhäusern. Einbeck ist wegen seiner jahrhundertealten Brautradition als Bierstadt bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Einbeck liegt im Einbeck-Markoldendorfer Becken unmittelbar südlich des Höhenzugs Hube (Fuchshöhlenberg 346,2 m ü. NN). Die nächstgelegenen Großstädte sind Göttingen im Süden (etwa 30 km) und Hildesheim im Norden (etwa 35 km). Der Harz beginnt etwa 20 Kilometer östlich der Stadtgrenze, der Solling etwa 15 km westlich und der kleinere Höhenzug Ahlsburg rund fünf Kilometer südwestlich.
Der Name Einbeck bezieht sich auf den durch den Ort fließenden Bach (niedermitteldeutsch = Beeke), das Krumme Wasser, einen nördlichen Zufluss der Ilme. Die Ilme verläuft durch die südlichen Bereiche der Kernstadt, passiert dann den Altendorfer Berg und mündet wenige Kilometer weiter östlich in die von Süden kommende Leine.
Klima [Bearbeiten]
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Einbeck
Quelle: [2]
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Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Einbeck grenzt im Uhrzeigersinn an die Gemeinden bzw Städte Bad Gandersheim, Northeim, Moringen, Dassel, Eschershausen und Delligsen.
Ortsteile [Bearbeiten]
Von den rund 33.000 Einwohnern der ungewöhnlich flächengroßen Stadt wohnen etwa 15.000 in der Kernstadt, die übrigen verteilen sich auf die 46 Ortsteile Einbecks:
Geschichte [Bearbeiten]
Mittelalter [Bearbeiten]
Im Frühmittelalter existierten bereits mehrere Dörfer an der Ilme im mittleren Leinetal, als der Ort Einbeck gegründet wurde. Am 1. Januar 1158 ließ Friedrich Barbarossa urkundlich … in loco qui Einbike vocatur … festhalten, was sich auf eine Güterübertragung im 11. Jahrhundert bezog. Graf Udo von Katlenburg besaß hier an der Bachaue des Krummen Wassers ein Gut, bei dem sein Enkel später das Stift Sankt Alexandri gründete, das zu einem bedeutenden Wallfahrtsort wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite des Baches entstand Ende des 12. Jahrhunderts an verkehrsmäßig günstiger Lage die Marktsiedlung mit der Marktkirche. Die Bachaue zwischen Markt und Stift wurde zugeschüttet und besiedelt; um Marktsiedlung und Stift ein Wallgraben und eine Stadtmauer gezogen. 1252 hatte Einbeck Stadtrechte, es wurde ein Rat der Stadt erwähnt, 1279 wurden Einbeck vom Landesherrn Heinrich Mirabilis erweiterte Stadtrechte verliehen. In den folgenden Jahren erfuhr Einbeck eine topographische Erweiterung, so wird im Jahr 1264 eine Stadtmauer erwähnt, die die Marktkirche St. Jacobi und die Stiftskirche St. Alexandri umschloss. An beiden Kirchen, gelegen in der Altstadt mit dem Altstädter Markt, schloss sich der Neuemarkt an, der 1389 urkundlich belegt ist, sowie die Neustadt, mit deren Pfarrkirche St. Mariae, die 1318 genannt wird.[3]
Die Stadt gewann an Bedeutung unter der Landesherrschaft der Herzöge von Grubenhagen. Viele Bürger umliegender alter, dadurch untergegangener Dörfer wie Oldendorf oder Tiedexen zogen zu. 1351 sind die ersten Exporte des Einbecker Bieres belegt. Das Bier wurde in den brauberechtigten Bürgerhäusern – erkennbar noch heute an den großen Toren für die Braupfanne – gebraut, die Organisation und Vermarktung erfolgte gemeinsam durch den Rat der Stadt. 1368 trat Einbeck der Hanse bei, wodurch das Absatzgebiet des Einbecker Bieres erheblich ausgedehnt wurde: es reichte von Antwerpen bis Riga und von Stockholm bis München. Im 14. und 15. Jahrhundert nahm man ein Augustiner-Chorfrauen-, ein Augustiner-Eremiten- und ein Clarissenkloster auf und errichtete eine Landwehr.[4] Einbeck war zu dieser Zeit eine der größeren Städte Norddeutschlands. Es war ein „Goldenes Zeitalter“ für Einbeck.
Neuzeit [Bearbeiten]
1540 wurde Einbeck bei einem Brand nahezu vollständig zerstört. Er war durch eine Brandstiftung entstanden, wobei ungeklärt blieb, ob sie sich gegen die gerade eingeführte Reformation richtete. Der zuvor erwirtschaftete Reichtum erlaubte einen raschen Wiederaufbau. Der Beitritt zum Schmalkaldischen Bund war kostspielig. 1549 brannten in der südliche Stadthälfte 580 Häuser nieder. 1580 unterzeichnete „der Rat der Stadt Eimbeck“ die lutherische Konkordienformel von 1577.[5] 1597 forderte die Pest zahlreiche Opfer. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1632 und 1641 besetzt, hunderte Häuser wurden zerstört, im Siebenjährigen Krieg die Befestigungsanlagen gesprengt. Während sich das benachbarte Rotenkirchen zum Amtssitz entwickelte, konnten die Landesherren die politische Selbständigkeit der geschwächten Stadt einschränken. Einbeck nahm eine Garnison Infanterieeinheiten auf, die später hannoversche Einheiten bildeten. Dadurch besserte sich die wirtschaftliche Entwicklung wieder. 1807–1813 war Einbeck Sitz der Unterpräfektur des Distriktes Einbeck. Das Viertel um die Neustädter Kirche brannte 1826 ab, angrenzend wurde dann dort das Gebäude des Amtsgerichtes Einbeck gebaut. Eine preußische Kaserne wurde 1869 gebaut (heute Neues Rathaus mit Sitz der Stadtverwaltung). 1879 wurde Einbeck an das Eisenbahnnetz angeschlossen (Strecke Salzderhelden - Einbeck). Im Jahr 1885 wurde Einbeck Verwaltungssitz des neugegründeten Landkreises Einbeck. Ab 1890 entwickelte sich das Fahrradgeschäft August Stukenbroks zum größten Versandhaus Deutschlands, das 1931 durch die Weltwirtschaftskrise in Konkurs ging. 1896 zog das Garnisonsregiment aus der Stadt ab. In der alten Kaserne wurde 1871 eine technische Universität gegründet, die bis 1907 bestand.
Während der Novemberpogrome 1938[6] wurde die Synagoge maurischen Stils niedergebrannt. Die Vorgängersynagoge aus Fachwerk blieb erhalten, da sie umgenutzt war.[7] Der spätere Stadtdirektor Keim übergab die Stadt 1945 eigenmächtig ohne Befehl des Wehrersatz-Inspekteurs des Wehrkreises XI an die US-Armee, so dass die Stadt weitgehend unbeschädigt erhalten blieb.
1946 verdoppelte sich Einbecks Einwohnerzahl durch Vertriebene aus den damaligen deutschen Ostgebieten, vor allem aus Schlesien, die in Stadt und Kreis Einbeck eine neue Heimat fanden. Dieses hatte eine städtebauliche Erweiterung zur Folge, wobei die Wohnungsbauten vorwiegend in östlicher Richtung und anschließend Gewerbebauten vorwiegend in südlicher Richtung errichtet wurden. Es siedelten sich mehrere bedeutende Unternehmen an, darunter die Firma KWS. 1971 wurden die Orte Holtensen, Hullersen, Immensen und Odagsen eingemeindet. Die Auflösung des Landkreises Einbeck erfolgte im Jahre 1974 sowie die Eingemeindung weiterer 27 Orte aus den ehemaligen Landkreisen Einbeck, Gandersheim und Northeim. Einbeck ist Mittelzentrum und Selbstständige Stadt. 2005 zerstörte ein Großbrand in der Altstadt ein historisches Fachwerkhaus und beschädigte fünf weitere. Sieben Jahre später wurden zwei weitere der denkmalgeschützten Bauten vernichtet.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Februar 1971 wurden die Gemeinden Holtensen, Hullersen, Immensen und Odagsen eingegliedert. Am 1. März 1974 kamen Andershausen, Avendshausen, Bartshausen, Brunsen, Buensen, Dassensen, Dörrigsen, Drüber, Edemissen, Hallensen, Holtershausen, Iber, Kohnsen, Kuventhal, Naensen, Negenborn, Rengershausen, Rotenkirchen, Salzderhelden (Flecken), Strodthagen, Stroit, Sülbeck, Vardeilsen, Vogelbeck, Voldagsen, Volksen und Wenzen hinzu.[8]
Bereits am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Alshausen-Sievershausen, Bentierode, Beulshausen, Billerbeck, Bruchhof, Erzhausen, Garlebsen, Greene (Flecken), Haieshausen, Ippensen, Olxheim, Opperhausen, Orxhausen und Rittierode in die Gemeinde Kreiensen eingegliedert. Sie gehören somit heute zur Stadt Einbeck.[9]
Am 19. Oktober 2011 beschloss der Rat der Stadt die Vereinigung mit der Nachbargemeinde Kreiensen zum 1. Januar 2013.[10] Am 1. Januar 2013 trat das Gesetz über die Vereinigung der Gemeinde Kreiensen und der Stadt Einbeck in Kraft.[11] Damit ist Einbeck Rechtsnachfolger der Gemeinde Kreiensen und abermals nach der Gebietsreform von 1974 erheblich gewachsen.
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Am 20. Januar 2013 erfolgten Neuwahlen zum Stadtrat, den Ortsräten und zum Bürgermeister, da die Stadt Einbeck mit der Gemeinde Kreiensen vereinigt wurde. Die Stadtratswahl 2013 erbrachte folgendes Ergebnis:
| Partei | Sitze 2013 |
Sitze 2011 |
Sitze 2006 |
|---|---|---|---|
| SPD | 19 | 14 | 16 |
| CDU | 14 | 9 | 14 |
| UWG-GfE | 4 | 8 | — |
| BL-UWG-Kreiensen | 3 | — | — |
| GRÜNE | 2 | 2 | 1 |
| FDP | 2 | 2 | 4 |
| LINKE | — | 1 | 1 |
Stadtdirektoren [Bearbeiten]
- 1948–1981 Heinrich Keim
- 1981–1992 Georg Lampe
- 1992–1997 Bernd Röll
Bürgermeister (hauptamtliche) [Bearbeiten]
- 1. Januar 1998 bis 31. Oktober 2006: Martin Wehner (SPD)
- 1. November 2006 bis 24. Januar 2013: Ulrich Minkner (SPD)
- seit 25. Januar 2013: Sabine Michalek (CDU)
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Thiais (Département Val-de-Marne), Frankreich seit 1962; der Oberkreisdirektor des Landkreises Einbeck, Walter Schaefer, wurde wegen seiner Verdienste um die deutsch-französischen Beziehungen Ehrenbürger von Thiais
Artern, Deutschland seit 1990
Paczków (dt. Patschkau), Polen seit 1992
Keene (New Hampshire), Vereinigte Staaten seit 2002
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Bus und Bahn [Bearbeiten]
Etwa fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, im Flecken Salzderhelden, liegt an der Hauptstrecke Hannover – Göttingen der Bahnhof Einbeck-Salzderhelden. Der innenstadtnah gelegene Bahnhof Einbeck Mitte wird seit 1984 nicht mehr regulär mit Reisezügen bedient, sondern nur noch gelegentlich mit Sonderzügen und dient dem Güterverkehr. Bis 2002 bestand die Trasse noch bis nach Dassel und wurde danach sukzessive bis Juliusmühle zurückgebaut. Noch im gleichen Jahr ging die Strecke Einbeck-Salzderhelden – Einbeck Mitte von der DB in den Besitz der Ilmebahn GmbH über.
Wichtigster Bahnhof im Stadtgebiet ist der Bahnhof Kreiensen, an dem die Strecken Hannover - Göttingen, Braunschweig - Seesen - Kreiensen und Altenbeken - Holzminden - Kreiensen zusammentreffen; der ehemalige Bahnhof in Naensen an dieser Strecke wird aber nicht mehr bedient.
Die Anbindung Einbecks an den Bahnhof Einbeck-Salzderhelden erfolgt heute mit Bussen. Auch die Anbindung der umliegenden Orte an die Stadt sowie der innerstädtische Verkehr in Einbeck werden mit Bussen durchgeführt. Die wichtigsten Betreiber sind die Ilmebahn GmbH und die RBB (Regionalbus Braunschweig GmbH). Sämtliche Buslinien im Raum Einbeck gehören zum Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN).
Straße [Bearbeiten]
Einbeck liegt an der Bundesstraße 3, die die Stadt mit der Landeshauptstadt Hannover und der A 7 verbindet. Die nächste Anschlussstelle der A 7 ist 13 km entfernt.
Medien [Bearbeiten]
In Einbeck erscheint die Einbecker Morgenpost mit Lokalteil für die Städte Einbeck und Dassel und die Dörfer im ehemaligen Landkreis Einbeck. Einbeck ist auch Sitz des Anzeigenblattes Die Eule, das in der Region rund um Einbeck mittwochs und sonntags kostenlos erscheint.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
Bekannt ist Einbeck auch für das gleichnamige Bier. Einbecker Bier ist der Ursprung aller Bockbiere. Ein Einbecker Braumeister wurde nach München abgeworben, um dort das „Einpökisch Bier“ zu brauen. In der Folgezeit entwickelte sich im bairischen Dialekt daraus das „Oanpock“ und schließlich dann das „Bockbier“. Wegen des hohen Alkoholgehalts des Bockbiers war es innerhalb der Hanse begehrt und wurde verschifft bzw. exportiert. Der Bierexport war derartig bedeutend, dass beispielsweise in Hamburg eine eigene Umschlagmöglichkeit geschaffen wurde: das Eimbeck'sche Haus. Gebraut wird in Einbeck schon seit 1378. Heute symbolisiert die Einbecker Brauhaus AG weit über die Region hinaus die über 600-jährige Tradition der Einbecker Bierbrauer.
Der Einbecker Blaudruck, ein 1638 gegründeter Familienbetrieb, ist der älteste Handwerksbetrieb Europas, der Textilien in dem traditionellen Verfahren des Blaudrucks farbig gestaltet.[13]
Die KWS SAAT AG (vormals: Kleinwanzlebener Saatzucht) züchtet seit 150 Jahren Saatgut für landwirtschaftliche Nutzpflanzen und gehört heute mit über 40 Tochtergesellschaften weltweit zu den führenden Unternehmen in der Pflanzenzüchtung.
Das international tätige Unternehmen Kurt König ist seit 75 Jahren als Komplettanbieter für Baugeräte und Baumaschinen mit dem Hauptsitz in Einbeck vertreten.
In Einbeck ansässig sind weiterhin zwei Unternehmen der Automobilzulieferindustrie: Kayser Automotive Systems und DURA Automotive Systems sowie der Kettenhersteller Arnold und Stolzenberg (Teil der Renold-Gruppe).
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
Grundschulen [Bearbeiten]
- Geschwister-Scholl-Schule Einbeck, Ganztagsschule
- Pestalozzischule Einbeck
- Grundschule am Teichenweg (Teichenwegschule)
- Grundschule Salzderhelden/Vogelbeck
- Leinetalschulen Drüber
- Grundschule Dassensen/Holtensen
- Grundschule Wenzen
- Grundschule Kreiensen
- Grundschule Greene
- Grundschule Naensen (aufgelöst zum 31. Juli 2010)
Weiterführende Schulen [Bearbeiten]
- Geschwister-Scholl-Schule (Hauptschule)
- Wilhelm-Bendow-Schule (Hauptschule)
- Löns-Realschule
- Gymnasium Goetheschule mit Ganztagszweig
Berufsschule [Bearbeiten]
- Berufsbildende Schulen Einbeck
- Krankenpflegeschule
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Der historische Stadtkern von Einbeck bietet ein nahezu vollständig erhaltenes Bild einer spätmittelalterlichen Fachwerkstadt. Darum führt die 1990 ins Leben gerufene Deutsche Fachwerkstraße auch durch Einbeck.
Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1540 wurde die Stadt in den Folgejahren in einem einheitlichen Baustil neu aufgebaut, wobei die Lage der Gebäude über den einige hundert Jahre älteren Gewölbekellern erhalten blieb. Als schönstes Ensemble gilt die Nordseite der Tiedexer Straße. Hier sind insbesondere auch die hohen Toreinfahrten erhalten, durch die Brauereiwagen passieren konnten. Mehr als die Hälfte aller Gebäude hatten das Braurecht.
Plätze und Fachwerkbauten [Bearbeiten]
- Der Marktplatz, die Keimzelle der Stadt, mit dem
- Alten Rathaus aus dem 16. Jahrhundert mit seinen drei spitzen Türmen ist Wahrzeichen Einbecks.
- Brodhaus von 1552 ist Sitz der Einbecker Bäckerinnung. Das Vorgängergebäude an diesem Standort soll bereits 1333 erwähnt worden sein.
- Fachwerkgebäude der Ratsapotheke aus dem Jahr 1590.
- Das Eickesche Haus mit seiner reichen figürlichen Renaissance-Fachwerkschnitzerei ist als „Baudenkmal von besonderer nationaler und kultureller Bedeutung“ klassifiziert.
- Die Tiedexer Straße, ein geschlossener Straßenzug mit denkmalgeschützten Fachwerkhäusern aus der Mitte des 16. Jahrhunderts
- Das Neue Rathaus wurde 1868 als preußische Kaserne errichtet, fand ab 1907 eine neue Nutzung als das Versandhaus des August Stukenbrok und dient seit 1996 als Verwaltungszentrum der Stadt Einbeck.
Kirchen [Bearbeiten]
- Marktkirche Sankt Jacobi (evangelisch-lutherisch), prägt den Einbecker Marktplatz mit ihrem 65 Meter hohen, schiefen Turm und hat einen romanischen Taufstein, das älteste Stück der Stadt
- Münsterkirche Sankt Alexandri (ev.-luth.), eine der größten gotischen Hallenkirchen Norddeutschlands
- Die Kirche St. Marien wird auch Neustädter Kirche genannt und vom ev.-luth. Kirchenkreis Leine-Solling sowie von der Jugendkirche Marie genutzt. Der Bau wurde 1968 eingeweiht und 2013 mit einer neuartigen Lichtinstallation ausgestattet. Bei ihrem Vorgängerbau handelte es sich um die Neustädter Kirche Sankt Marien, die 1840−1846 durch den hannoverschen Stadtbaumeister August Heinrich Andreae wiederhergestellt[14] und 1963 abgebrochen wurde.
- Katholische Pfarrkirche St. Josef (1895)
- Kapelle St. Spiritus, mittelalterliches Bauwerk, heute genutzt von der regionalen Gemeinde der griechisch-orthodoxen Metropolie
Theater [Bearbeiten]
- Wilhelm-Bendow-Theater (Kulturring Einbeck)
Museen [Bearbeiten]
- Stadtmuseum Einbeck, Auf dem Steinwege 11/13, mit dem neugestalteten, sehenswerten „RadHaus“ (Fahrradmuseum)
- Kunsthaus
Parks [Bearbeiten]
- Der Stiftsgarten liegt nördlich der Altstadt. Er war früher eine Gartenanlage, die vom Stift Alexandri genutzt wurde. In diesem Park befindet sich auch der Garten der Generationen. Im östlichen Bereich des Stiftsgartens steht die Stukenbrokvilla, in der sich heute die Mendelssohn Musikschule befindet.
- Der Stukenbrokpark liegt nordöstlich der Altstadt zwischen Stadtbibliothek und Busbahnhof.
- Die historischen Wallanlagen sind am besten erhalten westlich der Altstadt mit Stadtmauer am Bäckerwall, Krähengraben und Mühlenwall mit Teich
- Der Offiziersgarten liegt im Süden der Altstadt am Diekturm.
Denkmäler [Bearbeiten]
- Das Stukenbrok-Denkmal erinnert an Versandhändler August Stukenbrok. Es befindet sich im östlichen Bereich des Stiftsgartens, der zeitweise zu seinem Besitz gehörte, gegenüber dem Brunnen des kleinen Parkteiches.
- Denkmal im Brunnen am Marktplatz, für Till Eulenspiegel, der vorübergehend in Einbeck lebte
- von Conrad Wilhelm Hase entworfenes Kriegerdenkmal zum Deutsch-Französischen Krieg
- Anlässlich einer Aktion haben Einbecker Bürger gegen die hohe Arbeitslosenzahl im September 1998 in der Altstadt neben der Marktkirche den Stein des Anstoßes errichten lassen. Eine Informationstafel vor dem Stein in den Boden eingelassen, berichtet, dass er bis zur Halbierung der Arbeitslosigkeit an dieser Stelle verbleiben soll. Die Zahl der Menschen ohne Arbeit betrug zur Zeit der Aufstellung in der Stadt Einbeck 2341 Personen. Der Stein wurde im Oktober 2007 wieder entfernt.
- Der Gasometer ist eines der technischen Denkmäler im Stadtgebiet.
Einbeck im Film [Bearbeiten]
Im Jahr 1958 wurde in Einbeck der Schwarz-Weiß-Spielfilm „Vater, Mutter und neun Kinder“ mit Heinz Erhardt gedreht, bei dem unter anderem der Marktplatz und die Tiedexer Straße sowie Autos mit dem Kfz-Kennzeichen des damaligen Landkreises Einbeck (EIN) zu sehen sind. Erhardt spielt in dem Film den fiktiven Einbecker Bäckermeister Friedrich Schiller, der sein Geschäft für die Dreharbeiten im Haus der Rats-Apotheke bezog.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- 1. Mai: Einbecker Bluesfestival & Bock-Bier-Anstich
- Mai: Einbecker Bierstadtlauf
- Juni: Einbecker Gaumenfreude
- September: Fassrollen
- September: Kneipen-Music-Night
- Oktober: Eulenfest
- November/Dezember: Weihnachtsmarkt
- Dezember: Silvesterlauf auf der Hube
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Dietrich Engelhus (1362–1434), Chronist
- Heinrich Wendt (1605–1683), Chronist
- Justus Georg Schottelius (1612–1676), Dichter und Sprachgelehrter
- Henry Melchior Mühlenberg (1711–1787), Theologe
- Friedrich Gottlieb Crome (1776–1850), Theologe
- Georg Ernst Wilhelm Crome (1781–1813), Agrarökonom
- Conrad Wilhelm Hase (1818–1902), Architekt und Denkmalpfleger, Ehrenbürger
- Ernst Jahns (1835–1919), Reichstagsabgeordneter
- Karl Heinrich Rosenbusch (1836–1914), Geologe
- Friedrich Boden (1844–1920), Unternehmer und Brauereibesitzer
- Karl Mohrmann (1857–1927), Konsistorialarchitekt
- Friedrich Uhde (1880–1966), Ingenieur und Unternehmer
- Wilhelm Bendow (1884–1950), Schauspieler
- Emil Reinecke (1933–2011), Radrennfahrer
- Christian Riechers (1936–1993), Politologe, Hochschullehrer
- Helmut Donat (* 1947), Verleger und Publizist
- Werner Schreer (* 1957), kath. Priester, Generalvikar des Bistums Hildesheim
- Lou Richter (* 1960), Moderator, Komödiant, Autor und Musiker
- Chris Mike (* 1961), Musikproduzent, Musikverleger
- Ralf Piorr (* 1966), Historiker und Autor
- Carolin Pohl (* 1978), Schauspielerin
- Dennie Klose (* 1979), Fernsehmoderator
Weitere Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Ernst Sonnemann (1630–1670), ev. Pastor in Einbeck und Kirchenlieddichter
- Andreas Schweimb († 1701), Orgelbaumeister
- Johann Melchior Hinüber (1672–1752), Jurist
- Johann Friedrich Unger (Arithmetiker) (1716–1781), Bürgermeister von Einbeck und Erfinder
- Friedrich von Strombeck (1771–1848), Rechtsgelehrter
- Friedrich Sertürner (1783–1841), Pharmazeut, als Apotheker in Einbeck
- Georg Schambach (1811–1879), Germanist, Volkskundler und Gymnasialdirektor in Einbeck
- Hermann Findel (1843–1922), Senator und Reichstagsabgeordneter
- August Stukenbrok (1867–1930), ab 1888 in Einbeck ansässig, Begründer des zweiten Versandhandels in Deutschland
- Wilhelm Messerschmidt (1887–1971), Bürgermeister
- Georg Knorr (1859–1911) Einbecker Student
- August Wenzel (1912–2000), Fußballfunktionär
- Gerd Siemoneit-Barum (* 1931), Direktor des Zirkus Barum
- Rebecca Siemoneit-Barum (* 1977), Schauspielerin und Zirkusakrobatin
Literatur [Bearbeiten]
- Johannes Letzner: Dasselische und Einbeckische Chronica. Erfurt 1596 (Volltext)
- Erich Plümer: Einbeck. In: Die Hanse. Lebenswirklichkeit und Mythos. Hrsg. v. Jörgen Bracker, Bd. 1, Hamburg 1989, S. 232–234
- Andreas Heege, Erich Strauß, Hellmut Hainski u. a.: Aus Einbecks Vergangenheit. Ausgewählte Schriften zur Erinnerung an Prof. Dr. h.c. Wilhelm Feise, 5 Bde. (Quellen und Materialien zur Geschichte der Stadt Einbeck), Oldenburg 1998
- Andreas Heege, Klaus Rudloff: Einbecker Ansichten - Die Stadt und ihre Dörfer vor 100 Jahren. (Quellen und Materialien zur Geschichte der Stadt Einbeck 7), Oldenburg 1999
- Andreas Heege, Eva Roth Heege: Einbeck. Portrait einer Stadt. Einbeck 2000.
- Andreas Heege: Einbeck im Mittelalter. Eine archäologisch-historische Spurensuche (Studien zur Einbecker Geschichte 17), Oldenburg 2002
- Andreas Heege: Einbeck 1540: Brandstiftung! Der Einbecker Stadtbrand vom 26. Juli 1540 - Archäologischer Befund und politische Hintergründe, Einbeck 2005
- Klaus Spörer: Einbeck im späten 18. Jahrhundert (1765–1800), Oldenburg 1997. ISBN 3-89598-422-1
- Einbecker Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Stadt Einbeck, Zeitgenössische Fotografien und Dokumente von 1870 bis 1914. Duderstadt 1995. ISBN 3-923453-65-5
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Homepage der Stadt Einbeck
- Seite mit aktuellen und historischen Bildern und einem Textteil zur Geschichte
- Die Inschriften der Stadt Einbeck auf Deutsche Inschriften Online
- Zahlreiche Fotos von Einbecker Fachwerkhäusern
- Bilder aus Einbeck von 1945–2006
- Links zum Thema Einbeck im Open Directory Project
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
- ↑ Deutschen Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
- ↑ Hans Dörries: Die Städte im oberen Leinetal Göttingen, Northeim und Einbeck. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1925, S. 31.
- ↑ Lageplan 1575
- ↑ Vgl. BSLK, S. 766; vgl. S. 17
- ↑ Erich Plümer: Schicksale der Einbecker Juden von 1933 bis 1945, sowie Kurt Heinrichs: Der 9. November 1938 in Einbeck, in: Zur Geschichte der Juden in Einbeck, Begleitbroschüre zur Erinnerungs-Ausstellung zur Reichsprogromnacht 1988 in Einbeck, hrsg. von der Stadt Einbeck, 1988
- ↑ Synagoge
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 206 und 207.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 269.
- ↑ Artikel der Einbecker Morgenpost vom 20. Oktober 2011: Rat stimmt mit deutlicher Mehrheit für die Fusion
- ↑ Gesetz über die Vereinigung der Gemeinde Kreiensen und der Stadt Einbeck, Landkreis Northeim. In: Nds. GVBl. Nr. 16/2012, ausgegeben am 26. Juli 2012, S. 268
- ↑ http://wahlen.kds.de/2013sre/Daten/155013_000056/index.html
- ↑ Älteste Blaudruckerei Europas
- ↑ Hugo Thielen: Andreae, (1) August Heinrich. In: Stadtlexikon Hannover, S. 27
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