Einbeck

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Dieser Artikel erläutert die Stadt Einbeck; zu anderen Bedeutungen siehe Einbeck (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Einbeck
Einbeck
Deutschlandkarte, Position der Stadt Einbeck hervorgehoben
51.8166666666679.8666666666667112Koordinaten: 51° 49′ N, 9° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Northeim
Höhe: 112 m ü. NHN
Fläche: 231,31 km²
Einwohner: 31.591 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37574
Vorwahlen: 05561, 05562, 05563, 05565
Kfz-Kennzeichen: NOM, EIN, GAN
Gemeindeschlüssel: 03 1 55 013
Stadtgliederung: 46 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Teichenweg 1
37574 Einbeck
Webpräsenz: www.einbeck.de
Bürgermeisterin: Sabine Michalek (CDU)
Lage der Stadt Einbeck im Landkreis Northeim
Uslar Uslar Bodenfelde Hardegsen Nörten-Hardenberg Katlenburg-Lindau Dassel Moringen Bad Gandersheim Northeim Kalefeld Einbeck Einbeck Landkreis Northeim Niedersachsen Hessen Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Hildesheim Landkreis Goslar Landkreis Osterode am Harz Nordrhein-Westfalen Solling (gemeindefreies Gebiet)Karte
Über dieses Bild

Einbeck ist eine ehemalige Hansestadt, ein Mittelzentrum und eine selbständige Gemeinde im Landkreis Northeim in Südniedersachsen.

Flächenmäßig ist Einbeck die größte Stadt Südniedersachsens und bezüglich der Einwohnerzahl die größte Stadt des Landkreises. Das Stadtbild im Zentrum ist geprägt von mehr als 150 spätmittelalterlichen Fachwerkhäusern. Einbeck ist wegen seiner jahrhundertealten Brautradition als Bierstadt bekannt.

Geografie[Bearbeiten]

Einbeck mit Blick nach Osten (2006)

Geografische Lage[Bearbeiten]

Einbeck liegt im Einbeck-Markoldendorfer Becken unmittelbar südlich des Höhenzugs Hube (Fuchshöhlenberg 346,2 m ü. NN). Die nächstgelegenen Großstädte sind Göttingen im Süden (etwa 30 km) und Hildesheim im Norden (etwa 35 km). Der Harz beginnt etwa 20 Kilometer östlich der Stadtgrenze, der Solling etwa 15 km westlich und der kleinere Höhenzug Ahlsburg rund fünf Kilometer südwestlich.

Der Name Einbeck bezieht sich auf den durch den Ort fließenden Bach (niedermitteldeutsch = Beeke), das Krumme Wasser, einen nördlichen Zufluss der Ilme. Die Ilme verläuft durch die südlichen Bereiche der Kernstadt, passiert dann den Altendorfer Berg und mündet wenige Kilometer weiter östlich in die von Süden kommende Leine.

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Einbeck
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) −0,1 0,6 3,8 8,1 12,7 16,0 17,4 17,0 13,9 9,5 4,8 1,5 Ø 8,8
Niederschlag (mm) 52,6 36,4 45,2 51,3 64,6 76,7 64,5 60,9 44,6 40,6 49,4 57,3 Σ 644,1
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52,6
36,4
45,2
51,3
64,6
76,7
64,5
60,9
44,6
40,6
49,4
57,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Einbeck grenzt im Uhrzeigersinn (beginnend im Norden) an die Gemeinden Freden (Leine) und Winzenburg (beide Landkreis Hildesheim), die Stadt Bad Gandersheim, die Gemeinde Kalefeld, die Städte Northeim, Moringen und Dassel (alle Landkreis Northeim) sowie die Gemeinde Eimen, das gemeindefreie Gebiet Wenzen und den Flecken Delligsen (alle Landkreis Holzminden).

Ortsteile[Bearbeiten]

Von den rund 32.000 Einwohnern der ungewöhnlich flächengroßen Stadt wohnen etwa 15.000 in der Kernstadt, die übrigen verteilen sich auf die 46 Ortsteile Einbecks:

Geschichte[Bearbeiten]

Merian-Stich von Einbeck nach Buno aus dem Jahr 1654
Grundriss von Einbeck mit den Befestigungsanlagen, 1750

Mittelalter[Bearbeiten]

Im Frühmittelalter existierten bereits mehrere Dörfer an der Ilme im mittleren Leinetal, als der Ort Einbeck gegründet wurde. Am 1. Januar 1158 ließ Friedrich Barbarossa urkundlich … in loco qui Einbike vocatur … festhalten, was sich auf eine Güterübertragung im 11. Jahrhundert bezog. Graf Udo von Katlenburg besaß hier an der Bachaue des Krummen Wassers ein Gut, bei dem sein Enkel später das Stift Sankt Alexandri gründete, das zu einem bedeutenden Wallfahrtsort wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite des Baches entstand Ende des 12. Jahrhunderts an verkehrsmäßig günstiger Lage die Marktsiedlung mit der Marktkirche. Die Bachaue zwischen Markt und Stift wurde zugeschüttet und besiedelt; um Marktsiedlung und Stift ein Wallgraben und eine Stadtmauer gezogen. 1252 hatte Einbeck Stadtrechte, es wurde ein Rat der Stadt erwähnt, 1279 wurden Einbeck vom Landesherrn Heinrich Mirabilis erweiterte Stadtrechte verliehen. In den folgenden Jahren erfuhr Einbeck eine topographische Erweiterung, so wird im Jahr 1264 eine Stadtmauer erwähnt, die die Marktkirche St. Jacobi und die Stiftskirche St. Alexandri umschloss. An beiden Kirchen, gelegen in der Altstadt mit dem Altstädter Markt, schloss sich der Neuemarkt an, der 1389 urkundlich belegt ist, sowie die Neustadt, mit deren Pfarrkirche St. Mariae, die 1318 genannt wird.[3]

Die Stadt gewann an Bedeutung unter der Landesherrschaft der Herzöge von Grubenhagen. Viele Bürger umliegender alter, dadurch untergegangener Dörfer wie Oldendorf oder Tiedexen zogen zu. 1351 sind die ersten Exporte des Einbecker Bieres belegt. Das Bier wurde in den brauberechtigten Bürgerhäusern – erkennbar noch heute an den großen Toren für die Braupfanne – gebraut, die Organisation und Vermarktung erfolgte gemeinsam durch den Rat der Stadt. 1368 trat Einbeck der Hanse bei, wodurch das Absatzgebiet des Einbecker Bieres erheblich ausgedehnt wurde: es reichte von Antwerpen bis Riga und von Stockholm bis München. Im 14. und 15. Jahrhundert nahm man ein Augustiner-Chorfrauen-, ein Augustiner-Eremiten- und ein Clarissenkloster auf, baute einen Mühlenkanal und errichtete eine Landwehr.[4] Einbeck war zu dieser Zeit eine der größeren Städte Norddeutschlands. Es war ein Goldenes Zeitalter für Einbeck.

Das Alte Rathaus und Eulenspiegel-Brunnen

Neuzeit[Bearbeiten]

Bürgerhäuser aus Rokoko und Renaissance

1540 wurde Einbeck bei einem Brand nahezu vollständig zerstört. Er war durch eine Brandstiftung entstanden, wobei ungeklärt blieb, ob sie sich gegen die gerade eingeführte Reformation richtete. Der zuvor erwirtschaftete Reichtum erlaubte einen raschen Wiederaufbau. Der Beitritt zum Schmalkaldischen Bund war kostspielig. 1549 brannten in der südliche Stadthälfte 580 Häuser nieder. 1580 unterzeichnete „der Rat der Stadt Eimbeck“ die lutherische Konkordienformel von 1577.[5] 1597 forderte die Pest zahlreiche Opfer. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1632 und 1641 besetzt, hunderte Häuser wurden zerstört, im Siebenjährigen Krieg die Befestigungsanlagen gesprengt. Während sich das benachbarte Rotenkirchen zum Amtssitz entwickelte, konnten die Landesherren die politische Selbständigkeit der geschwächten Stadt einschränken. Einbeck nahm eine Garnison Infanterieeinheiten auf, die später hannoversche Einheiten bildeten. Dadurch besserte sich die wirtschaftliche Entwicklung wieder. 1807–1813 war Einbeck Sitz der Unterpräfektur des Distriktes Einbeck. Das Viertel um die Neustädter Kirche brannte 1826 ab, angrenzend wurde dann dort das Gebäude des Amtsgerichtes Einbeck gebaut. Eine preußische Kaserne wurde 1869 gebaut (heute Neues Rathaus mit Sitz der Stadtverwaltung). 1879 wurde Einbeck mit der Ilmebahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Jahr 1885 wurde Einbeck Verwaltungssitz des neugegründeten Landkreises Einbeck. Ab 1890 entwickelte sich das Fahrradgeschäft August Stukenbroks zum größten Versandhaus Deutschlands, das 1931 durch die Weltwirtschaftskrise in Konkurs ging. 1896 zog das Garnisonsregiment aus der Stadt ab. In der alten Kaserne wurde 1871 eine technische Universität gegründet, die bis 1907 bestand.

Während der Novemberpogrome 1938[6] wurde die Synagoge maurischen Stils niedergebrannt.[7] Die Vorgängersynagoge aus Fachwerk blieb erhalten, da sie umgenutzt war.[8] Der spätere Stadtdirektor Keim übergab die Stadt 1945 eigenmächtig ohne Befehl des Wehrersatz-Inspekteurs des Wehrkreises XI an die US-Armee, so dass die Stadt weitgehend unbeschädigt erhalten blieb.

1946 verdoppelte sich Einbecks Einwohnerzahl durch Vertriebene aus den damaligen deutschen Ostgebieten, vor allem aus Schlesien, die in Stadt und Kreis Einbeck eine neue Heimat fanden. Dieses hatte eine städtebauliche Erweiterung zur Folge, wobei die Wohnungsbauten vorwiegend in östlicher Richtung und anschließend Gewerbebauten vorwiegend in südlicher Richtung errichtet wurden. Es siedelten sich mehrere bedeutende Unternehmen an, darunter die Firma KWS. 1971 wurden 4 Dörfer eingemeindet. Die Auflösung des Landkreises Einbeck erfolgte im Jahre 1974 sowie die Eingemeindung weiterer 27 Orte aus den ehemaligen Landkreisen Einbeck, Gandersheim und Northeim. Einbeck ist Mittelzentrum und Selbstständige Stadt. 2005 zerstörte ein Großbrand in der Altstadt ein historisches Fachwerkhaus und beschädigte fünf weitere. Sieben Jahre später wurden zwei weitere der denkmalgeschützten Bauten vernichtet. 2013 wurde ein Teil des westlichen Gewerbegebietes durch einen Einkaufspark ersetzt.[9]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurden die Gemeinden Holtensen, Hullersen, Immensen und Odagsen eingegliedert. Am 1. März 1974 kamen Andershausen, Avendshausen, Bartshausen, Brunsen, Buensen, Dassensen, Dörrigsen, Drüber, Edemissen, Hallensen, Holtershausen, Iber, Kohnsen, Kuventhal, Naensen, Negenborn, Rengershausen, Rotenkirchen, Salzderhelden (Flecken), Strodthagen, Stroit, Sülbeck, Vardeilsen, Vogelbeck, Voldagsen, Volksen und Wenzen hinzu.[10]

Ebenfalls am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Ahlshausen-Sievershausen, Bentierode, Beulshausen, Billerbeck, Bruchhof, Erzhausen, Garlebsen, Greene (Flecken), Haieshausen, Ippensen, Olxheim, Opperhausen, Orxhausen und Rittierode in die Gemeinde Kreiensen eingegliedert. Sie gehören somit heute zur Stadt Einbeck.[11]

Am 19. Oktober 2011 beschloss der Rat der Stadt die Vereinigung mit der Nachbargemeinde Kreiensen zum 1. Januar 2013.[12] Am 1. Januar 2013 trat das Gesetz über die Vereinigung der Gemeinde Kreiensen und der Stadt Einbeck in Kraft.[13] Damit ist Einbeck Rechtsnachfolger der Gemeinde Kreiensen und abermals nach der Gebietsreform von 1974 erheblich gewachsen.

Name[Bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1103–1106 Enbiche, 1105 Enbike, 1134 Eguuardo preposito de Enbeka, 1139 Einbeche und 1146–1154 prepositus de Embeke. Das Grundwort des Ortsnamens „-beke“ ist niederdeutsch und steht für Bach. Das Bestimmungswort „En-“ geht vermutlich auf die alte indogermanische Wurzel „ei-“, „oi-“, „i-“, also „gehen“ mit n-Ableitung in den Flussnamen zurück, wie sie auch in mehreren heute bekannten Flussnamen vorkommt.[14][15]

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2013[16]
Wahlbeteiligung: 62,88 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,34 %
31,32 %
9,91 %
6,82 %
5,37 %
4,23 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Unabhängige Wählergemeinschaft Gemeinsam für Einbeck
d Bürgerliste – Unabhängige Wählergemeinschaft Kreiensen
Neues Rathaus: seit 1996 Verwaltungszentrum der Stadt

Stadtrat[Bearbeiten]

Am 20. Januar 2013 erfolgten Neuwahlen zum Stadtrat, den Ortsräten und zum Bürgermeister, da die Stadt Einbeck mit der Gemeinde Kreiensen vereinigt wurde. Die Stadtratswahl 2013 erbrachte folgendes Ergebnis:

Partei Sitze
2013
Sitze
2011
Sitze
2006
SPD 19 14 16
CDU 14 9 14
UWG-GfE 4 8
BL-UWG-Kreiensen 3
GRÜNE 2 2 1
FDP 2 2 4
LINKE 1 1

Stadtdirektoren[Bearbeiten]

  • 1948–1981 Heinrich Keim
  • 1981–1992 Georg Lampe
  • 1992–1997 Bernd Röll

Bürgermeister (hauptamtliche)[Bearbeiten]

  • 1. Januar 1998 bis 31. Oktober 2006: Martin Wehner (SPD)
  • 1. November 2006 bis 24. Januar 2013: Ulrich Minkner (SPD)
  • seit 25. Januar 2013: Sabine Michalek (CDU)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In rot eine silberne Burg mit zwei Zinnentürmen auf der Zinnenmauer, zwischen ihnen auf einem Sockel stehend ein linkshin gewendeter goldener Löwe; im offenen Kleeblattbogen ein silberner Wellenbalken“. Seit 1264 ist das erste Siegel der Stadt bekannt, der erste Abdruck dagegen fand im Jahr 1289 statt, aus dessen Bild geht das, 1938 erteilte, Stadtwappen zurück.[17] Der Löwe stammt von den Welfen, die Wellen gehen auf das Krumme Wasser zurück, während die Türme und Mauer den Stadtcharakter Einbecks hervorheben. In früheren Siegeln seit 1558 war der Löwe nach Rechts gewendet. Den Wasserdurchlass hielt man seit dem 17. Jahrhundert für ein Tor, später wurde eine Krone hinzugefügt. Im früheren Oberwappen war ein Helm mit golden-roten Decken sowie ein gekröntes E als Initiale des Stadtnamens enthalten. Die Farben der Stadtflagge sind Gelb und Rot.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bus und Bahn[Bearbeiten]

Etwa fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, im Flecken Salzderhelden, liegt an der Hauptstrecke Hannover – Göttingen der Bahnhof Einbeck-Salzderhelden. Der innenstadtnah gelegene Bahnhof Einbeck Mitte wird seit 1984 nicht mehr regulär mit Reisezügen bedient, sondern nur noch gelegentlich mit Sonderzügen und dient dem Güterverkehr. Bis 2002 bestand die Trasse noch bis nach Dassel und wurde danach sukzessive bis Juliusmühle zurückgebaut. Noch im gleichen Jahr ging die Strecke Einbeck-Salzderhelden – Einbeck Mitte von der DB in den Besitz der Ilmebahn GmbH über.

Wichtigster Bahnhof im Stadtgebiet ist der Bahnhof Kreiensen, an dem die Bahnstrecke Hannover - Göttingen, die Bahnstrecke Braunschweig - Seesen - Kreiensen und die Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen zusammentreffen; der ehemalige Bahnhof in Naensen an letztgenannter Strecke wird aber nicht mehr bedient.

Die Anbindung Einbecks an den Bahnhof Einbeck-Salzderhelden erfolgt heute mit Bussen. Auch die Anbindung der umliegenden Orte an die Stadt sowie der innerstädtische Verkehr in Einbeck werden mit Bussen durchgeführt. Die wichtigsten Betreiber sind die Ilmebahn GmbH und die RBB (Regionalbus Braunschweig GmbH). Sämtliche Buslinien im Raum Einbeck gehören zum Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN).

Straße[Bearbeiten]

Einbeck liegt an der Bundesstraße 3, die die Stadt mit der Landeshauptstadt Hannover und der A 7 verbindet. Die nächste Anschlussstelle der A 7 ist 13 km entfernt.

Medien[Bearbeiten]

In Einbeck erscheint die Einbecker Morgenpost mit Lokalteil für die Städte Einbeck und Dassel und die Dörfer im ehemaligen Landkreis Einbeck. Einbeck ist auch Sitz des Anzeigenblattes Die Eule, das in der Region rund um Einbeck mittwochs und sonntags kostenlos erscheint.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Einbecker Brauhaus AG

Bekannt ist Einbeck auch für das gleichnamige Bier. Einbecker Bier ist der Ursprung aller Bockbiere. Ein Einbecker Braumeister wurde nach München abgeworben, um dort das „Einpökisch Bier“ zu brauen. In der Folgezeit entwickelte sich im bairischen Dialekt daraus das „Oanpock“ und schließlich dann das „Bockbier“. Wegen des hohen Alkoholgehalts des Bockbiers war es innerhalb der Hanse begehrt und wurde verschifft bzw. exportiert. Der Bierexport war derartig bedeutend, dass beispielsweise in Hamburg eine eigene Umschlagmöglichkeit geschaffen wurde: das Eimbeck'sche Haus. Gebraut wird in Einbeck schon seit 1378. Heute symbolisiert die Einbecker Brauhaus AG weit über die Region hinaus die über 600-jährige Tradition der Einbecker Bierbrauer.

Der Einbecker Blaudruck, ein 1638 gegründeter Familienbetrieb, ist der älteste Handwerksbetrieb Europas, der Textilien in dem traditionellen Verfahren des Blaudrucks farbig gestaltet.[18]

KWS Saat AG

Die KWS SAAT AG (vormals: Kleinwanzlebener Saatzucht) züchtet seit 150 Jahren Saatgut für landwirtschaftliche Nutzpflanzen und gehört heute mit über 40 Tochtergesellschaften weltweit zu den führenden Unternehmen in der Pflanzenzüchtung.

Das international tätige Unternehmen Kurt König ist seit 75 Jahren als Komplettanbieter für Baugeräte und Baumaschinen mit dem Hauptsitz in Einbeck vertreten.

In Einbeck ansässig sind weiterhin zwei Unternehmen der Automobilzulieferindustrie: Kayser Automotive Systems und DURA Automotive Systems sowie der Kettenhersteller Arnold und Stolzenberg (Teil der Renold-Gruppe).

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Gymnasium Goetheschule

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Geschwister-Scholl-Schule Einbeck, Ganztagsschule
  • Pestalozzischule Einbeck
  • Grundschule am Teichenweg (Teichenwegschule)
  • Grundschule Salzderhelden/Vogelbeck
  • Leinetalschulen Drüber
  • Grundschule Dassensen/Holtensen
  • Grundschule Wenzen
  • Grundschule Kreiensen
  • Grundschule Greene
  • Grundschule Naensen (aufgelöst zum 31. Juli 2010)

Weiterführende Schulen[Bearbeiten]

  • Geschwister-Scholl-Schule (Hauptschule)
  • Wilhelm-Bendow-Schule (Hauptschule)
  • Löns-Realschule
  • Gymnasium Goetheschule mit Ganztagszweig
  • Haupt- und Realschule Greene

Berufsschule[Bearbeiten]

  • Berufsbildende Schulen Einbeck
  • Krankenpflegeschule
  • Gendarmerieschule (ab 1899, 1920 umbenannt in Landjägerschule, 1929 aufgelöst)[19]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Häuserzeile Tiedexer Straße
die Fachwerkschnitzereien wurden erst im 20. Jh. bunt bemalt
Marktplatz mit Marktkirche St. Jakobi

Der historische Stadtkern von Einbeck bietet ein nahezu vollständig erhaltenes Bild einer spätmittelalterlichen Fachwerkstadt. Darum führt die 1990 ins Leben gerufene Deutsche Fachwerkstraße auch durch Einbeck.

Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1540 wurde die Stadt in den Folgejahren in einem einheitlichen Baustil neu aufgebaut, wobei die Lage der Gebäude über den einige hundert Jahre älteren Gewölbekellern erhalten blieb. Als schönstes Ensemble gilt die Nordseite der Tiedexer Straße. Hier sind insbesondere auch die hohen Toreinfahrten erhalten, durch die Brauereiwagen passieren konnten. Mehr als die Hälfte aller Gebäude hatten das Braurecht.

Plätze und Fachwerkbauten[Bearbeiten]

  • Der Marktplatz, die Keimzelle der Stadt, mit dem
    • Alten Rathaus aus dem 16. Jahrhundert mit seinen drei spitzen Türmen ist Wahrzeichen Einbecks.
    • Brodhaus von 1552 ist Sitz der Einbecker Bäckerinnung. Das Vorgängergebäude an diesem Standort soll bereits 1333 erwähnt worden sein.
    • Ratsapotheke, ein Fachwerkgebäude aus dem Jahr 1590.
  • Das Eickesche Haus mit seiner reichen figürlichen Renaissance-Fachwerkschnitzerei ist als „Baudenkmal von besonderer nationaler und kultureller Bedeutung“ klassifiziert.
  • Die Tiedexer Straße, ein geschlossener Straßenzug mit denkmalgeschützten Fachwerkhäusern aus der Mitte des 16. Jahrhunderts
  • Das Neue Rathaus wurde 1868 als preußische Kaserne errichtet, fand ab 1907 eine neue Nutzung als das Versandhaus des August Stukenbrok und dient seit 1996 als Verwaltungszentrum der Stadt Einbeck.
  • Die Alte Synagoge Einbeck

Kirchen[Bearbeiten]

Grüner Brunnen im Stiftsgarten

Theater[Bearbeiten]

  • Wilhelm-Bendow-Theater, betrieben vom Kulturring Einbeck
PS-Speicher im ehemaligen Kornhaus Einbeck

Museen[Bearbeiten]

  • Stadtmuseum Einbeck, Auf dem Steinwege 11/13, mit dem neugestalteten, sehenswerten „RadHaus“ (Fahrradmuseum)
  • Kunsthaus
  • PS-Speicher: Im alten Kornhaus in Einbeck entstand eine Dauerausstellung zur Geschichte der Mobilität. Das Museum wurde im Juli 2014 eröffnet.[21][22]

Parks[Bearbeiten]

  • Der Stiftsgarten liegt nördlich der Altstadt. Er war früher eine Gartenanlage, die vom Stift Alexandri genutzt wurde. In diesem Park befindet sich auch der Garten der Generationen. Im östlichen Bereich des Stiftsgartens steht die Stukenbrokvilla, in der sich heute die Mendelssohn Musikschule befindet.
  • Der Stukenbrokpark liegt nordöstlich der Altstadt zwischen Stadtbibliothek und Busbahnhof.
  • Die historischen Wallanlagen sind am besten erhalten westlich der Altstadt mit Stadtmauer am Bäckerwall, Krähengraben und Mühlenwall mit Teich
  • Der Offiziersgarten liegt im Süden der Altstadt am Diekturm.
Stukenbrokskulptur im Stiftsgarten

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Das Stukenbrok-Denkmal erinnert an Versandhändler August Stukenbrok. Es befindet sich im östlichen Bereich des Stiftsgartens, der zeitweise zu seinem Besitz gehörte, gegenüber dem Brunnen des kleinen Parkteiches.
  • Denkmal im Brunnen am Marktplatz, für Till Eulenspiegel, der vorübergehend in Einbeck lebte
  • von Conrad Wilhelm Hase entworfenes Kriegerdenkmal zum Deutsch-Französischen Krieg
  • Anlässlich einer Aktion haben Einbecker Bürger gegen die hohe Arbeitslosenzahl im September 1998 in der Altstadt neben der Marktkirche den Stein des Anstoßes errichten lassen. Eine Informationstafel vor dem Stein in den Boden eingelassen, berichtet, dass er bis zur Halbierung der Arbeitslosigkeit an dieser Stelle verbleiben soll. Die Zahl der Menschen ohne Arbeit betrug zur Zeit der Aufstellung in der Stadt Einbeck 2341 Personen. Der Stein wurde im Oktober 2007 wieder entfernt.
  • Zu den technischen Denkmälern zählt der Gasometer, die Stroiter Mühle, die Saline Salzderhelden und die Saline Sülbeck.

Einbeck im Film[Bearbeiten]

Im Jahr 1958 wurde in Einbeck der Schwarz-Weiß-Spielfilm „Vater, Mutter und neun Kinder“ mit Heinz Erhardt gedreht, bei dem unter anderem der Marktplatz und die Tiedexer Straße sowie Autos mit dem Kfz-Kennzeichen des damaligen Landkreises Einbeck (EIN) zu sehen sind. Erhardt spielt in dem Film den fiktiven Einbecker Bäckermeister Friedrich Schiller, der sein Geschäft für die Dreharbeiten im Haus der Rats-Apotheke bezog.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Weihnachtsmarkt vor dem Alten Rathaus
Das Logo für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Einbeck
  • 1. Mai: Einbecker Bluesfestival & Bock-Bier-Anstich
  • Mai: Einbecker Bierstadtlauf (Volkslauf)
  • Juni: Einbecker Gaumenfreude (Foodfestival)
  • September: Fassrollen
  • September: Kneipen-Music-Night
  • Oktober: Eulenfest
  • November/Dezember: Weihnachtsmarkt
  • Dezember: Silvesterlauf auf der Hube

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Einbeck gewirkt haben oder wirken[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Letzner: Dasselische und Einbeckische Chronica. Erfurt 1596 (Volltext)
  • Erich Plümer: Einbeck. In: Die Hanse. Lebenswirklichkeit und Mythos. Hrsg. v. Jörgen Bracker, Bd. 1, Hamburg 1989, S. 232–234
  • Andreas Heege, Erich Strauß, Hellmut Hainski u. a.: Aus Einbecks Vergangenheit. Ausgewählte Schriften zur Erinnerung an Prof. Dr. h.c. Wilhelm Feise, 5 Bde. (Quellen und Materialien zur Geschichte der Stadt Einbeck), Oldenburg 1998
  • Andreas Heege, Klaus Rudloff: Einbecker Ansichten - Die Stadt und ihre Dörfer vor 100 Jahren. (Quellen und Materialien zur Geschichte der Stadt Einbeck 7), Oldenburg 1999
  • Andreas Heege, Eva Roth Heege: Einbeck. Portrait einer Stadt. Einbeck 2000.
  • Andreas Heege: Einbeck im Mittelalter. Eine archäologisch-historische Spurensuche (Studien zur Einbecker Geschichte 17), Oldenburg 2002
  • Andreas Heege: Einbeck 1540: Brandstiftung! Der Einbecker Stadtbrand vom 26. Juli 1540 - Archäologischer Befund und politische Hintergründe, Einbeck 2005
  • Klaus Spörer: Einbeck im späten 18. Jahrhundert (1765–1800), Oldenburg 1997. ISBN 3-89598-422-1
  • Einbecker Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Stadt Einbeck, Zeitgenössische Fotografien und Dokumente von 1870 bis 1914. Duderstadt 1995. ISBN 3-923453-65-5
  • Christine Wittrock: Idylle und Abgründe. Die Geschichte der Stadt Einbeck mit dem Blick von unten 1900 – 1950, Bonn 2012. ISBN 978-3-89144-455-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Einbeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Einbeck – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Einbeck – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Deutschen Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
  3.  Hans Dörries: Die Städte im oberen Leinetal Göttingen, Northeim und Einbeck. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1925, S. 31.
  4. Lageplan 1575
  5. Vgl. BSLK, S. 766; vgl. S. 17
  6. Erich Plümer: Schicksale der Einbecker Juden von 1933 bis 1945, sowie Kurt Heinrichs: Der 9. November 1938 in Einbeck, in: Zur Geschichte der Juden in Einbeck, Begleitbroschüre zur Erinnerungs-Ausstellung zur Reichspogromnacht 1988 in Einbeck, hrsg. von der Stadt Einbeck, 1988
  7. www.einbecker-morgenpost.de, abgerufen am 10. November 2013
  8. Synagoge
  9. Walter-Poser-Straße freigegeben
  10.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 206 und 207.
  11.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 269.
  12. Artikel der Einbecker Morgenpost vom 20. Oktober 2011: Rat stimmt mit deutlicher Mehrheit für die Fusion
  13. Gesetz über die Vereinigung der Gemeinde Kreiensen und der Stadt Einbeck, Landkreis Northeim. In: Nds. GVBl. Nr. 16/2012, ausgegeben am 26. Juli 2012, S. 268
  14.  K. Casemir, F. Menzel, U. Ohainski: Die Ortsnamen des Landkreises Northeim. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamensbuch (NOB). Teil V. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-607-1, S. 116ff.
  15. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  16. http://wahlen.kds.de/2013sre/Daten/155013_000056/index.html
  17.  Klemens Stadler: Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeindewappen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. 5, Angelsachsen-Verlag, Bremen 1970, S. 36.
  18. Älteste Blaudruckerei Europas
  19. Polizei im kooperativen Staat von Hans-Jürgen Lange,Jean-Claude Schenck, Seite 211 (2004)
  20. Hugo Thielen: Andreae, (1) August Heinrich. In: Stadtlexikon Hannover, S. 27
  21. http://www.hna.de/lokales/northeim/geschichte-mobilitaet-ps-speicher-rund-bewegung-raedern-einbeck-oeffnet-juli-3443881.html
  22. http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Weil-eroeffnet-PS-Speicher-in-Einbeck,psspeicher116.html