Limousine
Eine Limousine ist ein geschlossenes Auto für vier bis sechs Personen in zwei Sitzreihen (manchmal mit hinteren Notsitzen) und einem festen Dach[1], das durch drei Paar Fahrzeugsäulen (sogenannte A-, B- und C-Säule) getragen wird. Normalerweise hat sie vier Türen, aber manche Versionen haben nur zwei (zuzüglich des Kofferraums).[1]
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Begriffsentwicklung [Bearbeiten]
Ursprünglich bezeichnete der Begriff Limousine ein geschlossenes Fahrzeug. Ein aus der französischen Region Limousin stammender, besonders luxuriöser Kutschentyp wurde so bezeichnet. In der Frühzeit des Automobils wurde dieser Begriff für eine derartige Karosserie mit vollständig geschlossenem Fond und einem festen Dach, das vorne bis zur Windschutzscheibe verlängert war, verwendet. Die Seiten des Chauffeurabteils waren offen, und sehr frühe Exemplare hatten nicht einmal vordere Türen. Im Fond gab es zwei bis drei Sitzplätze und zusätzlich zwei Notsitze. In der Regel gab es außer in den hinteren Türen auf jeder Seite ein weiteres Fenster;[2][3][4] fehlte dieses, dann fand auch der Begriff Town- oder Panel-Brougham Verwendung. Der frühe Fahrzeugtyp, am ehesten mit der heutigen (Chauffeur-) Limousine vergleichbar, hieß Berline und lässt sich auf zwei Arten definieren: zum einen ein geschlossenes, viertüriges Fahrzeug mit festem Dach, oft einem kleinen (ovalen) Fenster in der C-Säule[5][4] sowie in der Regel zwei Sitzreihen im Fond und einer Trennscheibe zum Chauffeur.[6] Eine zweite Variante bezieht sich auf einen Selbstfahrer mit zwei Sitzreihen und verkürztem Innenraum, sodass es außen Platz für einen Koffer über der Hinterachse gab.[5]
In der Regel erfahren die hinten sitzenden Fahrgäste mehr Komfort als der Chauffeur (vgl. Daimler DS420). Der Begriff Berline kam im deutschen und englischen Sprachgebrauch schon früh aus der Mode. Bis Anfang der 1990er Jahre gab es die Unterscheidung zwischen zwei- und viertürigen Stufenhecklimousinen sowie drei- und fünftürigen, selten auch zweitürigen Schräghecklimousinen.
Der Begriff Limousine stellte somit eine Abgrenzung zum Cabriolet und zum Roadster dar. Varianten der klassischen Stufenhecklimousine sind die Hardtop-Limousine und das viertürige Coupé. Limousinen mit verlängertem Mittelteil mit oftmals mehr Türen und Sitzplätzen sind Stretch-Limousinen.
Manchmal werden zweitürige Limousinen aus Gründen der Vermarktung als Coupé bezeichnet.
Limousinen in anderen Sprachen [Bearbeiten]
Im amerikanischen und australischen Englisch und auch einigen anderen Sprachen wird eine Stufenhecklimousine als Sedan oder Notchback Sedan, eine Schräghecklimousine als Fastback Sedan und eine Kombilimousine als Hatchback Sedan bezeichnet, im britischen Englisch heißt eine Stufenhecklimousine Saloon. Limousine bezeichnet im Englischen ausschließlich vier- und mehrtürige Luxusfahrzeuge mit Trennscheibe zum Chauffeur und Stretch-Limousinen.
Das Französische unterscheidet die Begriffe la limousine und la berline. Die Italienische Sprache nennt eine Limousine berlina. Im Spanischen und Portugiesischen heißen diese Autos dagegen Sedan, beeinflusst vom amerikanischen Sprachgebrauch.
Zweitürige Stufenheck-Limousinen werden im Englischen und Französischen gelegentlich als Coach bezeichnet, in den USA ist dieser Begriff ähnlich unmodern geworden wie Club Sedan.
Siehe auch [Bearbeiten]
- Karosseriebauform
- Kombinationskraftwagen
- Coupé
- Coach
- Van (Automobil)
- Hochdachkombi
- Sports Utility Vehicle
- Geländewagen
- Fahrzeugklasse
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Imperialclub.com: Register der Autokarosserien (Bauformen); Sedan
- ↑ Imperialclub.com: Register der Autokarosserien (Bauformen); Limousine
- ↑ coachbuilt.com: Terminologie (Limousine)
- ↑ a b New York Times, 20. August 1916: What's What in Automobile - Bodies Officially Determined
- ↑ a b coachbuilt.com: Terminologie (Berline)
- ↑ Imperialclub.com: Register der Autokarosserien (Bauformen); Berline
Weblinks [Bearbeiten]
- coachbuilt.com: Terminologie (Englisch) (abgerufen am 27. August 2012)
- Imperialclub.org: Register der Autokarosserien (Englisch) (abgerufen am 27. August 2012)
- The New York Times vom 20. August 1916: What's What in Automobile Bodies Officially Determined; Karosseriebezeichnungen gemäss Nomenclature Division der Society of Automobile Engineers (SAE; heute Society of Automomotive Engineers) (Englisch) (abgerufen am 27. August 2012)