Hans Reist

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Hans Reist (* vor 1644; † nach 1697) war ein Schweizer Prediger der schweizerischen Täuferbewegung, auch Schweizer Brüder genannt.

Leben[Bearbeiten]

Hans Reist stammte wahrscheinlich aus der Gegend um Sumiswald im Emmental (Kanton Bern). Über Herkunft und Geburtsort von Hans Reist gibt es keine verlässlichen Angaben.

Hans Reist wurde zum Ältesten der Schweizer Brüder berufen, die in jener Zeit sehr zahlreich im Emmental vertren waren. Als begabter Prediger hatte er großen Einfluss auf seine die Täufergemeinden in der Schweiz, im Elsass und in Süddeutschland. Bedeutung erlangte er vor allem als Anführer der Gegenpartei Jakob Ammanns. Dieser berief im Juli/August 1693 eine Versammlung aller Gemeindeältesten der schweizerischen Täufer ein, um seine Glaubensansichten darzulegen. Hans Reist besuchte trotz mehrfacher Aufforderung diese Versammlungen nicht, legte aber schriftlich dar, weshalb er die Ansichten von Jakob Ammann ablehnte. Die Schweizer Brüder und ihre Geschwister spalteten sich durch Bann in die Amischen (Häftler genannt) und die Reistischen (Knöpfler). Es gelang Hans Reist, einen Großteil der Täufer der Region von seiner Sichtweise zu überzeugen. Diese bildeten die Keimzelle der heutigen Konferenz der Mennoniten der Schweiz (Alttäufer) und zahlreicher konservativer Gruppen der Mennoniten in Nordamerika.

Das Sterbedatum und der Sterbeort von Hans Reist sind unbekannt. Trotz seiner großen Bedeutung für die Mennoniten ist Hans Reist heute außerhalb der mennonitischen Kirchengemeinschaften beinahe vergessen, da er keine theologischen Schriften hinterließ.

Literatur[Bearbeiten]

  • William McGrath: Christian Discipline. How and Why the Anabaptists Made Church Standards. Amish Mennonite Publications
  • Hanspeter Jecker: Die Entstehung der Amischen, in: Mennonitica Helvetica 26/27, 2004, S. 215-222

Weblinks[Bearbeiten]