Zäziwil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zäziwil
Wappen von Zäziwil
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0628i1f3f4
Postleitzahl: 3532
UN/LOCODE: CH ZAZ
Koordinaten: 616994 / 19456146.9019397.661668686Koordinaten: 46° 54′ 7″ N, 7° 39′ 42″ O; CH1903: 616994 / 194561
Höhe: 686 m ü. M.
Fläche: 5.4 km²
Einwohner: 1622 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 300 Einw. pro km²
Website: www.zaeziwil.ch
Zäziwil

Zäziwil

Karte
Bielersee Gerzensee (Gewässer) Moossee Moossee Murtensee Neuenburgersee Thunersee Wohlensee Clavaleyres Münchenwiler Kanton Freiburg Kanton Neuenburg Kanton Solothurn Kanton Freiburg Kanton Waadt Verwaltungskreis Berner Jura Verwaltungskreis Biel/Bienne Verwaltungskreis Emmental Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli Verwaltungskreis Oberaargau Obersimmental-Saanen Verwaltungskreis Seeland Verwaltungskreis Thun Allmendingen bei Bern Arni BE Bäriswil Belp Bern Biglen Bolligen Bowil Bremgarten bei Bern Brenzikofen Deisswil bei Münchenbuchsee Diemerswil Ferenbalm Ferenbalm Fraubrunnen Frauenkappelen Freimettigen Gelterfingen Gerzensee BE Golaten Grosshöchstetten Guggisberg Gurbrü Häutligen Herbligen Iffwil Ittigen Jaberg Jegenstorf Jegenstorf Kaufdorf Kehrsatz Kiesen Kirchdorf BE Kirchenthurnen Kirchlindach Köniz Konolfingen Kriechenwil Landiswil Laupen Linden BE Lohnstorf Mattstetten Meikirch Mirchel Moosseedorf Mühleberg Mühledorf BE Mühlethurnen Münchenbuchsee Münsingen Muri bei Bern Neuenegg Niederhünigen Niedermuhlern Noflen BE Oberbalm Oberdiessbach Oberhünigen Oberthal BE Oppligen Ostermundigen Riggisberg Rubigen Rüeggisberg Rüeggisberg Rümligen Rüschegg Schlosswil Schwarzenburg BE Stettlen Tägertschi Toffen Urtenen-Schönbühl Vechigen Wald BE Walkringen Wichtrach Wiggiswil Wileroltigen Wohlen bei Bern Worb Zäziwil Zollikofen Zuzwil BEKarte von Zäziwil
Über dieses Bild
w

Zäziwil ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Zäziwil liegt auf 686 m ü. M., 4 km nordöstlich von Konolfingen und 17 km ostsüdöstlich der Stadt Bern (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in der breiten Talsenke der Chise zwischen den Höhen der Blasenflue im Norden und des Kurzenbergs im Süden, beidseits des hier in die Chise mündenden Zäzibachs.

Die Fläche des 5.4 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des relativ stark reliefierten Hügellandes zwischen dem Aaretal und dem Emmental. Der zentrale Teil wird vom breiten oberen Chisetal eingenommen, das mit seiner Talwasserscheide einen einfachen Übergang vom Aaretal ins Emmental gewährleistet. Die Talsenke weist im Bereich von Zäziwil eine Breite von rund 1 km auf, wird aber durch den Riegel des Bärwilhubels (724 m ü. M.) östlich des Dorfes eingeengt. Nach Norden erstreckt sich der Gemeindeboden in den unteren Abschnitt des Zäzibachtals und über den Steilhang des Buelenbergwaldes bis auf den Spitzchnubel (Ausläufer des Blasenfluemassivs), auf dem mit 963 m ü. M. der höchste Punkt von Zäziwil erreicht wird.

Südlich der Talsenke reicht der Gemeindebann über das Bärbachtälchen und die Rodungsinsel von Reutenen bis auf die zum Kurzenberg gehörenden Höhen von Hüttewald (923 m ü. M.), Leenhubel (909 m ü. M.) und Schafegg (932 m ü. M.). Von der Gemeindefläche entfielen 1997 10 % auf Siedlungen, 26 % auf Wald und Gehölze und 64 % auf Landwirtschaft.

Zu Zäziwil gehören die Weiler Leimen (712 m ü. M.) und Länzligen (740 m ü. M.) am westlichen Dorfrand, Reutenen (838 m ü. M.) und Oberreutenen (880 m ü. M.) in einer Rodungsinsel auf der Nordabdachung des Kurzenbergs sowie verschiedene Hofgruppen und Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Zäziwil sind Oberthal, Bowil, Oberhünigen, Mirchel und Grosshöchstetten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Siedlung Zäziwil wurde wahrscheinlich in der Zeit zwischen 700 und 900 nach Christus von den Alemannen gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1299 unter dem Namen Cezzenwile. Später erschienen die Bezeichnungen Zetzenwile (1320), Zätzenwile (1330), Zezenwilen (1356), Zetzenwil (1389) und Zätzenwyl (1681). Der Ortsname entstand möglicherweise durch die Agglutination der Präposition zu an einen althochdeutschen Personennamen der Form Az(z)o oder Ez(z)o. Auch die Namen Zaz(z)o oder Zez(z)o kommen als Deutung in Frage. Der Name bedeutet demnach beim Gehöft des Azo (respektive eine der anderen Namensvarianten).

Im Mittelalter gehörte Zäziwil zur Herrschaft Signau, welche der Oberhoheit der Grafen von Kyburg unterstand. Zusammen mit Signau kam das Dorf im Jahr 1399 an die Stadt Bern, wurde aber an die Bernburger von Büren weiterverkauft. Nachdem Zäziwil 1529 unter die direkte Herrschaft der Stadt Bern gelangt war, wurde es der neu geschaffenen Landvogtei Signau zugeordnet; Gerichtsort war Konolfingen. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Zäziwil während der Helvetik zum Distrikt Höchstetten und ab 1803 zum Oberamt Konolfingen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 1622 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) gehört Zäziwil zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 96.8 % deutschsprachig, 1.1 % italienischsprachig und 0.6 % sprechen Türkisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Zäziwil belief sich 1850 auf 1042 Einwohner, 1900 auf 1228 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Bevölkerungszahl zunächst im Bereich zwischen 1150 und 1300 Personen. Seit 1980 (1144 Einwohner) wurde eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet.

Politik[Bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 35,6 %, BDP 21,3 %, SP 14,1 %, GPS 6,6 %, EVP 5,9 %, FDP 4,9 %, EDU 4,6 %, glp 2,9 %, CVP 0,6 %.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Zäziwil war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, die Milchwirtschaft und die Viehzucht einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Zahlreiche weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Zäziwil sind heute Betriebe des Baugewerbes, des Maschinenbaus, der Kunststoffindustrie, der Elektrobranche, mechanische Werkstätten, Schreinereien vertreten. Im Dorf gibt es eine Indoor-Kletteranlage. In den letzten Jahrzehnten hat sich Zäziwil zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in den grösseren Ortschaften der Umgebung und in der Agglomeration Bern arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch recht gut erschlossen. Sie liegt der Hauptstrasse, die von Bern via Langnau im Emmental nach Luzern führt. Am 1. Juni 1864 wurde der Abschnitt Gümligen–Langnau im Emmental der Eisenbahnlinie Bern–Luzern mit einem Bahnhof in Zäziwil eröffnet. Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgt ein Postautokurs, welcher die Strecke von Grosshöchstetten via Zäziwil nach Oberthal bedient.

Brauchtum[Bearbeiten]

Alljährlich am letzten Mittwoch im September wird in Zäziwil seit 1954 das Volksfest der Brächete durchgeführt. Hierbei wird dem interessierten Publikum die Flachsbearbeitung gezeigt, wie sie während des 19. Jahrhunderts ausgeführt wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Reformierte Kirche von Zäziwil

Die reformierte Kirche von Zäziwil wurde 1964 gebaut. Erwähnenswert ist auch der Gasthof Krone, ein Kreuzfirstständerbau mit drei Ründefronten aus der Zeit um 1800. Im alten Ortskern sind verschiedene stattliche Bauernhäuser im Berner Stil aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zäziwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Wahlresultate Nationalratswahlen 2011. Abgerufen am 18. Januar 2013