Hein Heckroth

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Hein Heckroth. Bronzebüste von Detlef Kraft, 2007

Hein Heckroth (* 14. April 1901 in Gießen; † 6. Juli 1970 in Amsterdam) war ein deutscher Maler, Bühnenbildner und Szenenbildner. 1948 erhielt er den Oscar für die Ausstattung der Verfilmung des Märchens Die roten Schuhe.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn eines Lehrers erhielt, nachdem er zunächst eine Buchdruckerlehre absolviert hatte, seine künstlerische Ausbildung beim Gießener Maler Geilfus, an der Städelschule in Frankfurt am Main und an der Zeichenakademie in Hanau und arbeitete bereits in jungen Jahren als freier Künstler. 1924 erhielt er eine Anstellung als Bühnenbildner an den Städtischen Bühnen in Münster, ab 1927 in Essen. Dort war er Lehrer an der Folkwangschule. Nach 1933 ging Heckroth, mit Mal- und Lehrverbot belegt, ins Ausland. Über verschiedene Stationen führte sein Weg nach Paris, wo Heckroth Kontakt mit der Kunst des Surrealismus hatte, und nach London. Dort war er von 1935 bis 1939 Dozent an der Dartington Hall School bei Totnes.

Nach der zeitweiligen Internierung als feindlicher Ausländer in Australien arbeitete er ab 1944 wieder als Bühnenbildner für den Film.

1948 erhielt er den Oscar für die Ausstattung des Films Die roten Schuhe von Michael Powell und Emeric Pressburger nach dem Märchen von Hans Christian Andersen. Danach folgten zahlreiche Filmarbeiten. 1950–1951 machte er die Entwürfe zu The Tales of Hoffmann und 1954 zum Film Ludwig II. – Glanz und Elend eines Königs. 1956 kehrte Heckroth nach Deutschland zurück, seine Hauptwirkungsstätte waren die Städtischen Bühnen Frankfurt unter dem Intendanten Harry Buckwitz. Er hatte auch Kontakt zur Malergruppe der Quadriga.

1966 ging er für die Ausstattung des Films Der zerrissene Vorhang von Alfred Hitchcock zurück in die USA. Später arbeitete er auch für das damals noch junge Fernsehen (Fernsehspiel des Hessischen Rundfunks).

Ehrungen[Bearbeiten]

In seiner Geburtsstadt wurde eine Straße nach ihm benannt. Zudem befindet sich im Theaterpark eine Büste Heckroths. Ihm zu Ehren wurde 2001 die Hein-Heckroth-Gesellschaft gegründet. Ihr Ziel ist es, das künstlerische Erbe Heckroths zu bewahren und zu pflegen. Zusammen mit dem Land Hessen und der Stadt Gießen hat sie 2001 den Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis ins Leben gerufen. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre in Gießen vergeben. Mit dem Preis werden Bühnenbildner ausgezeichnet, die in ihre Arbeiten die Auseinandersetzung mit der bildenden Kunst kreativ einfließen lassen.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Katharina Spielhaupter und Jürgen Berger (Redakt.): Hein Heckroth: Film-Designer. Ausstellung/Filme vom 28.3.-9.6.1991. Verlag Deutsches Filmmuseum. Frankfurt am Main, 1991, ISBN 3-88799-038-2

Weblinks[Bearbeiten]