Heinrich Christoph Jussow

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Entwurfszeichnung für das Wilhelmshöher Tor von Heinrich Christoph Jussow, um 1805

Heinrich Christoph Jussow (* 9. Dezember 1754 in Kassel; † 26. Juli 1825 ebenda) war ein deutscher Architekt und Gartengestalter.

Jussow studierte zunächst von 1771 bis 1778 in Göttingen und Marburg Jura und entschloss sich, gegen den Willen seiner Eltern, ab 1778 in Kassel Mathematik und Zeichnen zu studieren. 1781 wurde er Lehrer an der Kasseler Kunstakademie. Jussow verbrachte anschließend mehrere Jahre im Ausland und wurde danach Gartenarchitekt unter Landgraf Wilhelm IX. – dem späteren Kurfürst Wilhelm I.

Als Heinrich Christoph Jussows Hauptwerk gilt die Umgestaltung des Bergparks Wilhelmshöhe in den Jahren ab 1785 und dort insbesondere der Bau der Löwenburg (1793 bis 1800) und der Mittelbau des Schloss Wilhelmshöhe. Er entwickelte den Schlossteich (1785 bis 1791) am Schloss Wilhelmshöhe, den heutigen Lac, und erweiterte die Wasserspiele durch Bauwerke wie den Fontänenteich (1789/90) und die Teufelsbrücke mit dem Höllenteich (1792/93). Jussow entwarf auch den faszinierenden Aquädukt (1788 bis 1792), das architektonische Zitat einer verfallenen römischen Wasserleitung, von deren Höhe das Wasser in eine 43 Meter tiefer gelegene Schlucht stürzt. Außerdem entwarf Jussow für Kurfürst Wilhelm I. die monumentale "Chattenburg", die an der Stelle des 1816 abgerissenen Kasseler Stadtschlosses errichtet werden sollte. Ihre Ausmaße und der Aufwand, die etwa der Wiener Hofburg entsprachen, gingen weit über den üblichen Rahmen einer landesfürstlichen Residenz hinaus, und der Bau wurde nach Wilhelms Tod 1821 eingestellt.

Literatur[Bearbeiten]

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