Kunsthochschule Kassel

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Kunsthochschule Kassel
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Gründung 1777, 1946, 1971, 2000
Trägerschaft staatlich
Ort Kassel
Bundesland Hessen
Staat Deutschland
Rektor Joel Baumann
Studenten 783 WS 2012/13[1]
Website www.kunsthochschule-kassel.de

Die Kunsthochschule Kassel ist eine Hochschule für Bildende Kunst in Kassel. Die Hochschule ist ein teilautonomer Fachbereich der Universität Kassel. Bereits 1777 wurde in Kassel eine erste Kunstakademie gegründet, die bis 1931 bestand. Die heutige Lehranstalt besteht seit 1947 und befindet sich am Rande der Kasseler Karlsaue.

Geschichte[Bearbeiten]

Kasseler Kunstakademie[Bearbeiten]

Erster Sitz der Akademie im Schloss Bellevue, gemalt von Louis Kolitz

Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) begann Friedrich II., Landgraf von Hessen-Cassel, mit der Ansiedlung von Industrie und Manufaktur in Hessen und holte Künstler und Gelehrte nach Kassel. Am 18. Oktober 1777 löste er die „Académie de Peinture et de Sculpture de Cassel“ aus dem Collegium Carolinum heraus und eröffnete 1779 das Fridericianum als eines der ersten öffentlichen Museen auf dem europäischen Kontinent. Im selben Jahr bekam die Akademie ihre erste Satzung, in der die Rolle der Kunstförderung die der Lehre noch überwog.

Der Wechsel hin zur Kunstlehranstalt fand 1838 statt, nachdem die Verantwortung für die Akademie 1832 an die Regierung überging. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts trennte sich die akademischen Lehre immer mehr von der Ausbildung in gewerblicher Kunst. Eine eigene Kunstgewerbeschule entstand. Wesentliche Aspekte waren hier die Ausbildung zum Kunsterzieher und die Einführung von ersten Werkstätten.

In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts führte die Akademie ebenfalls Werkstätten ein, um der zunehmenden Bedeutung des handwerklichen in der Kunst gerecht zu werden. Der Versuch der preußischen Regierung, die Akademie und die Kunstgewerbeschule zusammenzulegen, scheiterte. Nach der Schließung der Akademie im Jahr 1931 wurde deren Gebäude 1943 durch britische Fliegerbomben im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Neugründung und Gesamthochschule Kassel[Bearbeiten]

Nordbau der Kunsthochschule Kassel

Nach dem Krieg wurden sowohl die Kunstgewerbeschule (1946) unter dem Namen „Schule für Handwerk und Kunst“, später "Werkkunstschule" als auch die Akademie (1947) unter dem Namen „Werkakademie“ wiedereröffnet. Diese wurde im Jahre 1960 zur „Staatlichen Hochschule für bildende Künste“. Durch die protegierte Stellung des Professors und documenta-Gründers Arnold Bode erfolgte nach dessen Erfolg im Jahr 1962 zur Erweiterung durch die didaktische Auslegung von Praxis und Anwendung innerhalb der Kasseler Schule. Im Jahr 1962 zog die „ Werkkunstschule“ in einen Neubau von Paul Friedrich Posenenske am Rande der Karlsaue. 1968 folgte die Staatliche Hochschule in ein unmittelbares Nachbargebäude. Zwei Jahre später kam es zur Fusion der sogenannten "Hochschule für bildende Künste"[2].
1971 wurde die Gesamthochschule Kassel gegründet[3] und alle hochschulähnlichen Einrichtungen in Kassel und Witzenhausen integriert. Zunächst entstanden in der Gründungsphase aus der "Hochschule für bildende Künste" die Organisationseinheiten 04 Gestaltlehre, 05 Malerei/Plastik, 06 Architektur/Landschaftsarchitektur, 07 Graphic Design, 08 Industrial Design und 09 Kunstwissenschaft. 1977 zieht die OE Architektur/Landschaftsarchitektur von der Karlsaue an den Holländischen Platz. Die Trennung der Architektur von den anderen künstlerisch / gestalterischen Fächern wird eingeläutet, wenn auch Rudimente (einzelne Professoren, Institute und Werkstätten) bis Ende der 90er Jahre in der Karlsaue bleiben.
In der Aufbauphase werden 1978 aus den Organisationseinheiten Fachbereiche und im Vorlesungsverzeichnis des SS 1979 so vorgestellt: FB 10 Kunst sowie FB 11 Gestaltung. Die OE Architektur/Landschaftsarchitektur wurde bereits mit der OE Architektur der ehemaligen Fachhochschule zusammengelegt und aus der OE Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung entstehen der FB 12 Architektur und der FB 13 Stadtplanung, Landschaftsplanung. Diese beiden Fachbereiche werden als Studienbereich I ihren Weg abseits der Kunsthochschule in der Gesamthochschule Kassel und später der Universität Kassel zum großen FB 06 ASL – Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung gehen. Damit verliert der künstlerisch / gestalterisch Bereich die Landschafts-/Architektur auch wenn die interdisziplinäre Zusammenarbeit noch lange bestehen bleibt.
In dieser Zeit wird das Technische Zentrum als interdisziplinäre Einheit gegründet, die Werkstätten und Labore vor allem für Studierende künstlerischer und gestalterischer Studiengänge vereint. Räumlich, wahrnehmbar und als lebendige Schule existiert immer noch die "HbK" in den alten Gebäuden an der Karlsaue, während die wachsende Gesamthochschule mehrere Standorte und den neuen, zentralen Campus am Holländischen Platz füllt.
Hervortretend war die Hochschule innerhalb der Jahre als Hochschule für bildende Künste durch die Experimentalistik insbesondere in der Architektur und Offenheit. Protagonist dieser Phase ist der "Lehmbau"-Papst Gernot Minke, dem die Verbindung von gezielter Auseinandersetzung und angewandter Praxis offensiv gelang. Auch Eberhard Fiebig ist ein Repräsentant dieser Phase bis in die ausgehenden 1980er Jahre. Die Schule entwickelte in dieser Zeit ein eigenes, integriertes System der Darstellung und Vermittlung. Gleichwohl ist Lucius Burckhardt, Soziökonom und Stadtplaner, der lange Jahre die Freiraum- und Spaziergangswissenschaften pflegte, ein Vertreter dieser Zeit, wenn auch dem FB Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung zugehörig.
Zum SS 1980 bildet sich der künstlerisch / gestalterische Bereich zu den drei Fachbereichen FB 22 Kunst, FB 23 Visuelle Kommunikation und FB 24 Produkt-Design um (Zählung zunächst FB 10/1–3). Diese Struktur wird 20 Jahre lang, bis Ende der 90er Jahre aufrechterhalten.

Universität und Weg zur Kunsthochschule[Bearbeiten]

In den 90er Jahren tritt die Gesamthochschule Kassel von der Aufbau– in die Konsolidierungsphase ein. Einher geht die knappe Finanzierung, die insbesondere im Bereich der Stellen hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die Hochschulleitung setzt nun auf die Konzentration der Fachbereiche. Gleichzeitig beginnt in der Hochschullandschaft die Diskussion über Profilbildung und Darstellung der Hochschulen. Die Gesamthochschule Kassel (GHK) nennt sich zunächst 1993 in Universität Gesamthochschule Kassel (UGK) und später 2003 in Universität Kassel um. Die künstlerischen Fachbereiche wünschen sich als Kunsthochschule Kassel besser darzustellen und behaupten zu können. Ende der 90er wird eine Kommission zur Vorbereitung der Kunsthochschule Kassel eingerichtet. Schließlich werden im Jahr 2000 die Fachbereiche 22 Kunst (Freie Kunst, Kunstwissenschaft, Kunsterziehung), 23 Visuelle Kommunikation und 24 Produkt-Design zum FB 20 als teilautonomer Fachbereich zusammengefasst. Diesem wird das Recht auf einen Rektor zugebilligt. Die offizielle Bezeichnung lautet Kunsthochschule Kassel in der Universität Kassel.
2004 wird Karin Stempel zur ersten Rektorin gewählt, gefolgt von Christian Philipp Müller. Im Jahr 2013 wurde Joel Baumann als Nachfolger Rektor der Schule.

Studienangebot[Bearbeiten]

Studiengänge[Bearbeiten]

Die Kunsthochschule Kassel bietet folgende Studiengänge an:

Werkstätten[Bearbeiten]

Die Kunsthochschule Kassel bietet neben den studiengangsspezifischen Einrichtungen disziplinenübergreifende Werkstätten. Sie setzt damit Traditionen wie die des Bauhauses fort, handwerkliche und künstlerische Kompetenzen konstruktiv miteinander zu verbinden.

  • Fotowerkstatt
  • Holzwerkstatt
  • Kunststoffwerkstatt
  • Studienwerkstatt Buch und Papier
  • Studienwerkstatt Druck und Druckgestaltung
  • Studienwerkstatt für digitale Medien
  • Studienwerkstatt Keramik
  • Studienwerkstatt Metall
  • Studienwerkstatt Modellbau
  • Studienwerkstatt Serigrafie
  • Studienwerkstatt Textil
  • Studienwerkstatt Trick- und Animationsfilm
  • Studienwerkstatt Typografie
  • Werkstätten für Originalgrafik

Partnerhochschulen[Bearbeiten]

Die Kunsthochschule Kassel pflegt Austauschprogramme mit folgenden Hochschulen:

Bekannte Professoren, Lehrende und Studenten[Bearbeiten]

A

B

D

E

F

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L

M

N

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P

R

S

T

V

  • Manfred Vosz, 1972–2000, Professor der Filmklasse Kassel

W

X

Y

Varia[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kunsthochschule Kassel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. "Die Kunsthochschule im historischen Rückblick" Abgerufen am 21. Januar 2014.
  3. "Von den Organisationseinheiten zur Fachbereichsstruktur" organisatorischer Werdegang der Universität Kassel Abgerufen am 21. Januar 2014.
  4. http://www.kunsthochschule-kassel.de/uebersicht/?&fb=trickfilm

51.3041666666679.4891666666667Koordinaten: 51° 18′ 15″ N, 9° 29′ 21″ O