Heinrich Nikolaus Gerber

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Heinrich Nikolaus Gerber (* 6. September 1702 in Wenigenehrich; † 6. August 1775 in Sondershausen) war ein deutscher Komponist und Organist, der zeitweilig von Johann Sebastian Bach unterrichtet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Heinrich Nikolaus Gerber erhielt ersten Musikunterricht von dem Organisten Irrgang in Bellstedt. 1717 kam er auf die Schule in Mühlhausen, wo ihn das Spiel des dortigen Organisten Johann Friedrich Bach (* um 1682; † 1730) stark beeindruckte. Seine schulische Ausbildung schloss er 1721 in Sondershausen ab. Dort unterrichtete ihn der Organist Johann Valentin Eckelt (1673–1732), unter dessen Anleitung erste Kompositionen entstanden. 1724 ging Gerber nach Leipzig, um dort Rechtswissenschaften zu studieren. Im gleichen Jahr wurde er dort Schüler von Johann Sebastian Bach, der ihn im Klavierspiel und Generalbass unterrichtete. Während dieser Zeit fertigte er Kopien zahlreicher Werke Bachs an.

1726 oder 1727 kehrte Gerber an seinen Heimatort zurück, um 1728 eine Stelle als Organist in Heringen anzutreten. Nach einem verheerenden Brand gab er seine dortige Stellung auf und wirkte ab 1731 als Hoforganist in Sondershausen und Cembalist der dortigen Hofkapelle. Außerdem wirkte er dort als Klavier- und Kompositionslehrer und traf unter anderem mit Johann Adolf Scheibe und Johann Philipp Kirnberger zusammen. Bis zum Alter von 35 Jahren musste sich Gerber wegen seiner Körpergröße wiederholt Werbern erwehren, die ihn zum Dienst in der Preußischen Armee zwingen wollten. 1749 wurde er Hofsekretär in Sondershausen. Sein Sohn, der als Musik-Lexikograph bekannt gewordene Ernst Ludwig Gerber, folgte ihm kurz vor seinem Tod im Amt des Hoforganisten nach.

Werk[Bearbeiten]

Gerber komponierte zahlreiche Werke für Tasteninstrumente (Klavier- und Orgelkonzerte, Präludien und Fugen, Sonaten, Suiten etc.), außerdem Geistliche Musik (Motetten und Kantaten). Ferner konstruierte er eine Strohfiedel mit Klaviatur und arbeitete an technischen Verbesserungen des Clavichords und der Orgel.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]