Heringen/Helme
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Nordhausen | |
| Höhe: | 162 m ü. NN | |
| Fläche: | 66,73 km² | |
| Einwohner: |
5164 (31. Dez. 2011)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 77 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 99765 | |
| Vorwahl: | 036333 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NDH | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 62 064 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Straße der Einheit 100 99765 Heringen/Helme |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Maik Schröter (CDU) | |
| Lage der Stadt Heringen/Helme im Landkreis Nordhausen | ||
Heringen/Helme ist eine Stadt und zugleich Landgemeinde im Landkreis Nordhausen in Thüringen in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Heringen liegt am südlichen Rand der Goldenen Aue, zwischen Südharz und Windleite. Etwa 15 km nordwestlich liegt die Kreisstadt Nordhausen. Durch die Stadt fließt der Fluss Helme.
Geschichte [Bearbeiten]
Im Jahr 1155 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Heringen in einer Urkunde des Klosters Fulda, gelegen an der alten Heerstraße Merseburg–Nordhausen. Die Stadtrechte besaß der Ort mindestens seit 1327, da er in jenem Jahr im Walkenrieder Urkundenbuch als Stadt erwähnt wurde. 1406 und 1407 wurde die Stadt erfolglos durch ein Reichsheer belagert.
Als Dietrich IX. Graf zu Hohnstein (Linie Hohnstein-Kelbra-Heringen) im Jahr 1417 ohne männliche Nachkommen starb, fiel die Stadt nach einem Erbstreit in Teilen an die Grafen von Schwarzburg und die Grafen zu Stolberg. Durch den Wiener Kongress wurde die Domäne und das Heringer Schloss im Jahr 1815 zum königlich-preußischen Besitz.
Am 27. Juni 1590 brannte das Ackerbürgerstädtchen Heringen nahezu komplett nieder. Anno 1590 ist der Brant zu Heringen so grausam gewesen, daß in dreyen Stunden weder Hauß noch Scheune oder Ställe gesehen mehr ist und dergestalt alles weggereumet, daß nicht ein Karn voll Holtz hat können zusammengelesen werden.[2] Neben den Pfarrkirchen, Rathaus, Pfarr- und Schulhäusern, brannten bis auf sechs geringe Heußlein alle Wohnhäuser der Stadt ab. Und das noch viel mehr zu beklagen, funfzehen Menschen, under welchen acht in Kellern und Gewelben erstickt, drey wie Leschbrande worden, zwey gar zu Aschen verbrand, zwey aber aus grossem Schmerzen, bald darauf gestorben.
Im Juli 1626 brach in Windehausen die Pest aus, der 283 Menschen zum Opfer fielen. In Heringen starben im gleichen Jahr 452 Menschen an der Seuche. Von den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges blieb das Städtchen weitestgehend verschont, was wesentlich dem Umstand zu verdanken war, dass Gräfin Clara von Schwarzburg Heringen 1597 bis 1658 als Witwensitz innehatte. Ihr energisches Auftreten und der Umstand, dass ihr Bruder Georg Oberbefehlshaber der schwedischen Truppen im Niedersächsischen Kreis war, sicherte ihr die Unterstützung des sächsischen Kurfürsten.
Während des Zweiten Weltkrieges mussten 110 Kriegsgefangene aus Frankreich und 400 KZ-Häftlinge aus Dora-Mittelbau, die in einem eigenen KZ-Außenkommando Heringen untergebracht waren, Zwangsarbeit leisten in der Landwirtschaft sowie beim Ausbau der Bahnlinie Sangerhausen-Nordhausen.[3]
Zum 1. Dezember 2010 schlossen sich die Stadt Heringen/Helme sowie die Gemeinden Auleben, Hamma, Uthleben und Windehausen zur neuen Landgemeinde Stadt Heringen/Helme zusammen.[4] Dadurch vergrößerte sich die Einwohnerzahl um mehr als das Doppelte, die Stadtfläche wurde mehr als dreimal so groß. Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Goldene Aue aufgelöst und Heringen wurde erfüllende Gemeinde für die Gemeinden Urbach und Görsbach.
| Bevölkerungsentwicklung | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2007 |
| Einwohner | 2546 | 2538 | 2511 | 2502 | 2486 | 2524 | 2487 | 2436 | 2396 | 2404 | 2390 | 2299 |
Ende 1800 wohnten 1680 Seelen in Heringen. Interessante Zahlen sind: 12 Trauungen, 65 Taufen, 70 Sterbefälle und eine Aufschlüsselung der Personen in 13 Kategorien.[5]
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat in Heringen/Helme besteht aus 20 Ratsmitgliedern. Die nachstehende Tabelle zeigt Stimmenanteil und Anzahl der Sitze der im Stadtrat vertretenen Parteien nach der Kommunalwahl am 27. Februar 2011.
| Partei / Liste | Stimmenanteil | Sitze |
|---|---|---|
| CDU | 32,8 % | 7 |
| FW-PL | 18,1 % | 4 |
| BBGA | 13,8 % | 3 |
| SPD | 12,7 % | 2 |
| GWU | 10,4 % | 2 |
| FDP | 6,8 % | 1 |
| DIE LINKE | 4,3 % | 1 |
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Im Jahr 2007 wurden Partnerschaftsurkunden mit den Städten Heringen (Werra) in Hessen und Odolanów im Powiat Ostrowski (Polen) unterzeichnet.
Bauwerke [Bearbeiten]
In der nordwestlichen Seite der Altstadt liegt das Schloss Heringen. Um die Stadt schließt sich heute noch die innere und äußere Stadtmauer. Weitere historische Gebäude in der Stadt sind das Herrenhaus, die Kirche St.Michaelis und das neue Schloss.
Parks [Bearbeiten]
Im Bahnhof befindet sich der Bahnhofspark.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Die Landstraße 2078 und 2079 bindet die Stadt an die Bundesautobahn 38 (Anschlussstelle 12), die Bundesstraße 80 und die Bundesstraße 4 an.
In der Stadt befindet sich ein Bahnhof der Halle-Kasseler Eisenbahn.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Johann Georg Leuckfeld (1668–1726), Theologe, Historiker und Numismatiker
- Christoph Gottfried Schneidewind (1700–1759), Gutspächter, Amtmann und Urururenkel des Juristen Johannes Schneidewind[6]
- Hermann Hendrich (1854–1931), Maler
- Otto Prase (1874–1956), Pionier der Farbenlehre
Personen, die mit Heringen in Verbindung stehen [Bearbeiten]
- Daniel Mönchmeier (1582–1635), Pädagoge und evangelischer Theologe, ab 1612 Archidiakon in Heringen
- August Wilhelm Reinhart (1696–1770), Pastor primarius in Heringen
Literatur [Bearbeiten]
- Hermann Hiller: Geschichte der Stadt Heringen an der Helme. 1927 im Selbstverlag. Reprint herausgegeben von der Stadt Heringen/Helme, der Interessengemeinschaft Schloss Heringen 1327 e.V. und dem Regionale-Verlag, 2005 Auleben bei Nordhausen, 455 S., ISBN 3-934780-13-X.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
- ↑ Conrad Fromann, Collectanea Northusana, Bd. 4, S. 346
- ↑ Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 187 (Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen).
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
- ↑ Dokument zur Stadt Heringen (Stand Ende 1800), erstellt aus den damaligen Kirchenbüchern.
- ↑ Max Schneidewin. Johannes Schneidewin aus Stolberg. Stolberger Anzeiger No. 64, 14. August 1903, S. 2. Der Verfasser des Artikel war Ururenkel von Christoph Gottfried Schneidewind, siehe hierzu den Stammbaum der Familie Schneidewind, erstellt von Gerhard Hund.
Weblinks [Bearbeiten]
Bleicherode | Buchholz | Ellrich | Etzelsrode | Friedrichsthal | Görsbach | Großlohra | Hainrode | Harztor | Harzungen | Heringen/Helme | Herrmannsacker | Hohenstein | Kehmstedt | Kleinbodungen | Kleinfurra | Kraja | Lipprechterode | Neustadt/Harz | Niedergebra | Nohra | Nordhausen | Sollstedt | Urbach | Werther | Wipperdorf | Wolkramshausen
