Ebeleben

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen deutschen Juristen siehe Hans Christoph von Ebeleben.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ebeleben
Ebeleben
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ebeleben hervorgehoben
51.282510.731666666667245Koordinaten: 51° 17′ N, 10° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Kyffhäuserkreis
Höhe: 245 m ü. NHN
Fläche: 40,74 km²
Einwohner: 2811 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99713
Vorwahl: 036020
Kfz-Kennzeichen: KYF, ART, SDH
Gemeindeschlüssel: 16 0 65 014
Stadtgliederung: 4 Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 2
99713 Ebeleben
Webpräsenz: www.stadt-ebeleben.de
Bürgermeister: Uwe Vogt
Lage der Stadt Ebeleben im Kyffhäuserkreis
Thüringen Abtsbessingen Artern/Unstrut Bad Frankenhausen/Kyffhäuser Kyffhäuserland Bellstedt Kyffhäuserland Clingen Borxleben Bretleben Donndorf Ebeleben Etzleben Freienbessingen Gehofen Kyffhäuserland Gorsleben Greußen Großenehrich Kyffhäuserland Kyffhäuserland Hauteroda Helbedündorf Heldrungen Hemleben Heygendorf Holzsußra Ichstedt Kalbsrieth Mönchpfiffel-Nikolausrieth Nausitz Niederbösa Oberbösa Oberheldrungen Oldisleben Reinsdorf Ringleben Rockstedt Roßleben Kyffhäuserland Kyffhäuserland Sondershausen Kyffhäuserland Thüringenhausen Topfstedt Trebra Voigtstedt Wasserthaleben Westgreußen Wiehe WolferschwendaKarte
Über dieses Bild
Rathaus Ebeleben (2005)
Ehemaliges Rathaus am Markt (2009)
Stadtkirche St. Bartholomäus (2009)
Unterer Teil des Schlossparks (2009)
Palmenhaus im Schlossgarten (2009)
Ehemalige Wasserkunst im Schlosspark (2009)
Silogebäude in Ebeleben (2012)

Ebeleben ist eine Landstadt im thüringischen Kyffhäuserkreis. Sie hatte ein großes Schloss, das im April 1945 zerstört wurde.

Geografie[Bearbeiten]

Ebeleben liegt in Nordthüringen und ist im Nordosten von der Hainleite, im Nordwesten vom Dün und im Süden von den Heilinger Höhen umgeben.

Gewässer[Bearbeiten]

Durch Ebeleben fließt die Helbe, der hier der aus Holzsußra kommende Urbach zufließt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Ebeleben gehören die vier Ortschaften Allmenhausen, Gundersleben, Rockensußra und Wiedermuth. Für die Gemeinden Abtsbessingen, Bellstedt, Freienbessingen, Holzsußra, Rockstedt, Thüringenhausen und Wolferschwenda fungiert Ebeleben als Verwaltungsstandort.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung des Ortes durch Angeln und Warnen wird für die Zeit zwischen dem 4. und dem 6. Jahrhundert angenommen. Der Ebelebener Ortsteil Marksußra wird 732 in der Bonifatiuslegende genannt und 772 auch urkundlich nachgewiesen. Ebeleben selbst wird erstmals 1198 urkundlich erwähnt. Im westlichen Teil der Stadtmitte gab es eine mittelalterliche Burg. Ministerialen vom Thüringer Landgrafen waren die Herren von Ebeleben. 1198 wurde ein Ritter von Ebeleben erwähnt. Später waren die Ebelebener Vasallen der Grafen von Schwarzburg. 1372 teilte man das Lehen. Oberlehnsgeber waren nun die Grafen von Schwarzburg und der Landgraf von Thüringen. 1525 wurde die Burg von Bauern und Bürgern der Stadt Mühlhausen zerstört. Im Jahr 1544 wurde in Ebeleben die Reformation durch Ritter Hans von Ebeleben eingeführt. Die Stadt Mühlhausen finanzierte den Mühlhäuser-Neubau im Park. 1616 verkauften die verschuldeten Ebelebener den Besitz mit dem Amt Ebeleben an den Grafen von Schwarzburg. 1651 starb das Geschlecht aus. Das Schloss Ebeleben wurde von den Schwarzburgern ausgebaut und diente zwischen 1651 und 1681 als Residenz. 1774 verfüllten sie die Nordwestecke des Wallgrabens, um einen französischen Park einzurichten.[2][3]

Ebeleben war 1662 von Hexenverfolgung betroffen. Martha Lindner geriet in einen Hexenprozess und wurde verbrannt.[4]

Bis 1918 gehörte der Ort zur Unterherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen. 1928 bekam Ebeleben das Stadtrecht verliehen. 1932 bis 1934 wurde die Kirche St. Bartholomäus renoviert.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten Zwangsarbeiter aus von Deutschland besetzten Ländern in der Landwirtschaft arbeiten.[5] Am 8. und 9. April 1945 zerstörten Truppen der US-Armee mit Jagdbombern, durch Panzer- und Artilleriebeschuss das Ebelebener Schloss mit dem Park; Kirche, Domäne, fünf Häuser und fünfzehn Wirtschaftsgebäude sowie die Ziegelei wurden beschädigt. Um das Vorrücken dieser Truppen zu verhindern, sprengte die SS Brücken. Der Ort hatte im Zweiten Weltkrieg über 100 Gefallene und Vermisste zu beklagen.

Als unmittelbare Folge des Krieges zogen Vertriebene in großer Zahl nach Ebeleben, das um 1000 Neubürger anwuchs. Mit der Übergabe der Besatzungsmacht in Thüringen durch die US-Militäradministration an die sowjetische wurde auch die Stadt Ebeleben Teil der sowjetischen Besatzungszone.

Ein schweres Hochwasser überschwemmte 1947 unter anderem den Ortsteil Marksußra.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 8. März 1994 wurde die Einheitsgemeinde Ebeleben gegründet. Dabei wurden die bisher selbständigen Orte Allmenhausen, Rockensußra und Wiedermuth eingemeindet.[6] Am 29. Dezember 1995 kam Gundersleben dazu.[7] Sie behielten jedoch als kommunale Vertretung eigene Ortschaftsräte.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1995: 3363
  • 2000: 3265
  • 2005: 3080
  • 2010: 2907
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[8]
Wahlbeteiligung: 57,7 %
 %
40
30
20
10
0
35,2 %
34,9 %
14,0 %
11,0 %
4,8 %

Der Stadtrat der Stadt besteht aus 17 Personen. Neben dem Bürgermeister setzt er sich seit der Kommunalwahl im Juni 2009 wie folgt zusammen:

Partei / Liste Sitzverteilung
FW 6
SPD 5
CDU 2
LINKE 2
FDP 1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Derzeitiger Bürgermeister ist Uwe Vogt (SPD). Er wurde zuletzt im Jahr 2006 gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein goldener Bienenkorb mit silbernem Bodenbrett und sieben goldenen Bienen.“

Das älteste vorhandene Gemeindesiegel von 1884 zeigt nur den Bienenkorb. Die Zahl der im Wappen dargestellten Bienen war im Laufe der Zeit verschieden. Ursprünglich waren es wohl acht, zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zwölf, während der Zeit des Nationalsozialismus ein Bienenschwarm, und zurzeit sind es sieben. Zeitweise wurde der Bienenkorb auch ohne Bienen dargestellt. Zur Stadterhebung Ebelebens im Jahr 1928 erschien das Wappen mit acht Bienen. Über die Bedeutung der Anzahl gibt es verschiedene Thesen: Anzahl der Ratsherren, Anzahl der zum damaligen Amtsbezirk Ebeleben gehörenden Orte, Verbindung zum einstigen Marksußraer Kloster - möglicherweise weisen sie auf Zisterziensermönche, die in der Umgebung Klöster besaßen, Anzahl der früher in Ebeleben ansässigen Innungen. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass die Anzahl keinerlei Bedeutung hat. Im Zusammenhang mit der Stadtrechtsverleihung am 1. September 1928 wurde auch das Stadtwappen amtlich bestätigt.[9]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnergemeinde von Ebeleben ist die bayrische Marktgemeinde Mitwitz in Oberfranken.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

  • Bedeutsam ist der Schlosspark.

Freibad[Bearbeiten]

Das Ebelebener Freibad grenzt westlich an den Schlosspark an. Es wurde 1968 unter Anwesenheit des damaligen Schwimm-Olympiasiegers Roland Matthes eröffnet.

Da die Stadt Ebeleben die Betriebskosten des Freibades nicht mehr allein tragen kann und will, wurde im Herbst 2012 ein Verein zur Erhaltung des Freibads gegründet. Ziel des Vereins ist es, durch Mitglieds- und Spendenbeiträge, regelmäßige Veranstaltungen und freiwillige, personelle Einsätze die Stadt in der Unterhaltung des Bads zu unterstützen und so einen wichtigen Bestandteil des Ebelebener Freizeitangebots zu erhalten.[10]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1992 wird jährlich Anfang Juli ein Schlossparkfest veranstaltet. Seit einigen Jahren wird das Schlossparkfest ausschließlich von den ansässigen Sport-Vereinen - ohne Unterstützung der Stadt - ausgerichtet. Zuletzt haben diese Aufgabe der Kegel- und der Fußballverein übernommen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaft Ebelebens ist gekennzeichnet durch klein- und mittelständische Betriebe, mit Schwerpunkt Bau und Futtermittel. Ebeleben ist zwar noch an das Schienennetz angeschlossen, der reguläre Personenverkehr und der überwiegende Teil des Güterverkehrs auf den hier kreuzenden Bahnen Hohenebra–Ebeleben, Ebeleben–Mühlhausen und Greußen–Keula sind aber schon seit Jahren eingestellt.

Siloanlagen[Bearbeiten]

Von 1969 bis 1975 wurde für das örtliche Futtermittelwerk ein 54 Meter hohes Silo mit einem 68 Meter hohen Maschinenhaus errichtet, welches über eine Lagerkapazität von 80.000 Tonnen verfügt. Von 1976 bis 1982 wurde das Silo nochmals um 88.000 Tonnen Lagerkapazität erweitert. Die Siloanlage in Ebeleben war zu DDR-Zeiten die modernste ihrer Art. Sie war der Prototyp einer ganzen Reihe ähnlicher Futtermittelfabriken.[11]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 88.
  3. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 146/147.
  4. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 493f; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 255.
  5. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 179.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  8. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2009&zeigeErg=GEM&wknr=065&gemnr=65014
  9. Arbeitsgemeinschaft Thüringen e.V. (Hrsg.): Neues Thüringer Wappenbuch. Band 2, 1998, ISBN 3-9804487-2-X, S. 24.
  10. http://www.ebeleben-stadt.de/sehenswertes/schwimmbad/oeffnungszeiten-und-preise.html
  11. [1].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ebeleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien