Heinrich von Österreich (1828–1891)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Erzherzog Heinrich als Oberst, Lithographie von Josef Kriehuber, 1853
Erzherzog Heinrich von Österreich

Heinrich Anton Maria Rainer Karl Gregor von Österreich (* 9. Mai 1828 in Mailand; † 30. November 1891 in Wien) aus dem Haus Habsburg-Lothringen war ein Erzherzog von Österreich und kaiserlich-österreichischer Feldmarschalleutnant.

Leben[Bearbeiten]

Heinrich war ein Sohn des Erzherzogs Rainer (1783–1853), Vizekönigs der Lombardei aus dessen Ehe mit Maria Elisabeth (1800–1856), Tochter des Prinzen Karl Emanuel von Savoyen-Carignan.

In kaiserlich-österreichischen Militärdiensten erreichte Heinrich 1863 den Rang eines Feldmarschalleutnant und Inhabers des Infanterie-Regiments Nr. 62. Er war Ritter des Orden vom Goldenen Vlies und des Großherzoglich Hessischen Ludwigsordena.[1] Heinrich fungierte als Divisionskommandeur unter anderem in Graz und Brünn. Er kämpfte mit Auszeichnung in der Schlacht bei Custozza (1866).

Als pensionierter General lebte Heinrich mit seiner Gemahlin von 1872 bis zu seinem Tod in seinem eigenen Palais in der Mustergasse in Bozen.[2] Bei einem seiner seltenen Wien-Besuche erkrankte er gemeinsam mit seiner Gemahlin an Lungenentzündung und beide starben in derselben Nacht.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Heinrich heiratete in morganatischer Ehe am 4. Februar 1868 in Bozen gegen den Willen des Kaisers Franz Joseph die Sängerin Leopoldine Hofmann (1842–1891), die 1878 zur “Freifrau von Waideck” erhoben wurde. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor:

∞ 1892 Graf Enrico Lucchesi Palli, Fürst von Campofranco, Herzog della Grazia (1861–1924)

Wegen seiner Ehe wurde Heinrich die Mitgliedschaft im Erzhaus Österreich aberkannt, er legte alle militärischen Funktionen nieder und verließ Österreich. Er führte den Titel eines Grafen von Waideck. Im Jahr 1871 wurde er überraschend per Handschreiben des Kaisers als Erzherzog wieder in den Familienverband aufgenommen und seine Ehe nachträglich anerkannt.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hof- und Staats-Handbuch des Kaiserthumes Österreich, 1868, S. 7 Digitalisat
  2. Otto Stolz: Geschichte des Landes Tirol: erster Band, Tyrolia-Verlag, 1955, S. 642
  3. Brigitte Hamann: Die Habsburger: ein biographisches Lexikon, Piper, 1988, S. 162