Helene von Watter
Helene Wilhelmine Marie Sophie Augusta Freifrau von Watter (* 21. April 1895 in Berlin; † 22. Juli 1972) war eine deutsche Medizinerin und Politikerin (DNVP).
Leben [Bearbeiten]
Helene Freifrau von Watter entstammte dem alten pommerschen Adelsgeschlecht derer von Watter. Sie wurde als Tochter des Königlich Württembergischen Generalleutnants Theodor Freiherr von Watter (1856–1922) und dessen Ehefrau Helene Reichsgräfin von Zeppelin-Aschhausen (* 1858) geboren. Nach dem Besuch der Höheren Mädchenschule erhielt sie zunächst Privatunterricht, legte dann das Abitur am Realgymnasium ab und absolvierte im Anschluss eine Ausbildung zur Krankenpflegerin, die sie mit dem staatlichen Krankenpflegeexamen abschloss. In der Folgezeit arbeitete sie als Dolmetscherin für Englische und Französische Sprache. Danach nahm sie ein Studium der Medizin und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten in München, Tübingen und Berlin auf, das sie mit dem Staatsexamen und 1923 mit der Promotion zum Dr. med. beendete.
Watter war von 1923 bis 1933 als praktische Ärztin in Potsdam tätig. Sie gehörte dem Hartmannbund an, war Mitglied des Bundes Deutscher Ärztinnen (BDÄ) und von 1925 bis 1933 Mitglied des Preußischen Landesgesundheitsrates. Darüber hinaus betätigte sie sich in verschiedenen gesundheits- und sozialpolitischen Verbänden. Von 1927 bis 1934 leistete sie Mitarbeit für die Ärztlichen Mitteilungen. Während der Zeit der Weimarer Republik trat sie in die DNVP ein, für die sie von 1925 bis 1933 als Abgeordnete dem Preußischen Landtag angehörte.
Watter arbeitete von 1933 bis 1934 als Kassenärztin in Gladbeck und praktizierte von 1936 bis 1948 in gleicher Funktion in Berlin. Von 1948 bis 1960 war sie ärztliche Geschäftsführerin der Bezirks- und Abrechnungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein mit Sitz in Köln. Gleichzeitig fungierte sie als Ausbilderin von Sprechstundenhilfen. Sie betätigte sich erneut politisch und kandidierte dreimal erfolglos für den Deutschen Bundestag, bei der Bundestagswahl 1949 auf der Landesliste der DKP-DRP, bei der Bundestagswahl 1961 auf der Landesliste der GDP und bei der Bundestagswahl 1969 auf der Landesliste der NPD.
Literatur [Bearbeiten]
- Ernst Kienast (Hrsg.): Handbuch für den Preußischen Landtag, Ausgabe für die 5. Wahlperiode, Berlin 1933, S. 394.
- Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist's? 9. Ausgabe, Leipzig 1928, S. 1650.
Weblinks [Bearbeiten]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Watter, Helene von |
| ALTERNATIVNAMEN | Watter, Helene Wilhelmine Marie Sophie Augusta Freifrau von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Medizinerin und Politikerin (DNVP), MdL |
| GEBURTSDATUM | 21. April 1895 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 22. Juli 1972 |