Heller (Münze)

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Berner Haller aus dem 15. Jahrhundert
3 Haller, Zürich, Jahr unbekannt

Ein Heller, auch Haller genannt und hlr. abgekürzt, ist eine frühere deutsche Münze vom Wert eines halben Pfennigs, benannt nach der Stadt Hall am Kocher (heute: Schwäbisch Hall),[1] lateinisch dann denarius hallensis oder auch hallensis denarius.[2] Dort wurden seit etwa 1228 beidseitige, silberne Pfennige (Häller Pfennige) geprägt, die „Händelheller“ hießen, da sie meist eine Hand abbildeten. Die Heller wurden allmählich so verschlechtert, dass sie keine Silbermünzen mehr waren. Man unterschied weiße, rote und schwarze Heller; auf den Reichstaler rechnete man 576 Heller. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es Heller nur in der Tschechoslowakei und Ungarn (Filler).

Deutschland[Bearbeiten]

Heller, Frankfurt am Main, ab 1428
1 Heller, Kurhessen 1863

Im Kurfürstentum Hessen wurde der Silbergroschen in 12 Heller eingeteilt, so dass der Heller dem preußischen Pfennig gleich war. Dreiheller waren kupferne 1½-Pfennig-Stücke, die im Sachsen-Gothaischen geprägt wurden.

In der süddeutschen Region galt 8 Heller = 4 Pfennig = 1 Kreuzer und 4 Kreuzer = 1 Batzen.

Als Teil der silberne Groschenwährung der Wettiner galt zum Beispiel um 1490: 24 Heller = 12 Pfennig = 2 halbe Schwertgroschen = 1 Spitzgroschen. Die Heller waren Hohlheller, ähnlich den Thüringer Hohlpfennigen, wie sie im Artikel „Münzstätte Langensalza“ abgebildet sind.

Mit der Umstellung auf die einheitliche Reichswährung Mark und Pfennig durch das Münzgesetz vom 9. Juli 1873 verschwand der Heller wie alle anderen alten Währungseinheiten (außer dem einfachen Vereinstaler, der bis 1907 umlief). Nur die letzten bayerischen Heller der vormaligen Vereinsguldenwährung waren noch geraume Zeit nach 1878 als ½-Pf-Münzen der neuen Goldmark-Reichswährung in Bayern gültig.

Der Heller existierte auch als Silbergewicht von 1/512 der Gewichtsmark.

Österreich[Bearbeiten]

In der Goldwährung Österreich-Ungarns war der Heller der hundertste Teil einer Krone. Aus dieser Tradition leiten sich auch die heute noch gebräuchlichen Bezeichnungen in Tschechien, der Slowakei und Ungarn ab.

Tschechoslowakei, Tschechien, Slowakei[Bearbeiten]

Hauptartikel: Heller (Tschechoslowakei)

Die tschechoslowakische, slowakische und die tschechische Krone war in 100 Heller unterteilt. Die entsprechende Übersetzung ist im Tschechischen haléř oder halíř, Mehrzahl haléře, halíře, haléřů, halířů usw., im Slowakischen halier, Mehrzahl haliere oder halierov.

Die Münzen mit den Heller-Werten wurden in Tschechien seit dem Jahr 1993 nach und nach aus dem Umlauf genommen.[3] In der Slowakei wurden zunächst die Heller-Münzen der Tschechoslowakei verwendet, 1993 wurden eigene Münzen geprägt, allerdings nur die Werte 10, 20 (gültig bis 2003) sowie 50 Heller, die mit der Einführung des Euro 2008 ebenfalls ungültig wurden.

Ungarn[Bearbeiten]

Auch der ungarische Fillér, die kleine Währungseinheit zum Forint, leitet sich vom Wort Heller ab.

Hellermünze aus Deutsch-Ostafrika

Deutsch-Ostafrika[Bearbeiten]

Der Heller erlebte noch eine vorübergehende Wiederauferstehung in Deutsch-Ostafrika. Dort wurde von 1904 bis 1918 die Rupie in 100 Heller anstelle der zuvor gebräuchlichen 64 Pesa unterteilt. Es wurden Münzen zu 1/2, 1, 5, 10 und 20 Heller geprägt.

Kulturbezug[Bearbeiten]

Ein Heller und ein Batzen – bekanntes Studenten- und Soldatenlied von Albert von Schlippenbach (Text) und Franz Kugler (Musik).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Benedikt Zäch: Haller [Heller] im Historischen Lexikon der Schweiz
  2. Verordnung 101/1993 Sb. (tschechisch), abgerufen am 7. September 2009

Dieser Artikel basiert teilweise auf einem Artikel aus Meyers Konversationslexikon von 1888