Bundesautobahn 33

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-A

Bundesautobahn 33 in Deutschland
Bundesautobahn 33
Karte
Verlauf der A 33
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 112,8 km
  davon in Betrieb: 74,4 km
  davon in Bau: 14,3 km
  davon in Planung: 24,1 km

Bundesland:

Die A 33 bei Hövelhof
Die A 33 bei Hövelhof

Die Bundesautobahn 33 (Abkürzung: BAB 33) – Kurzform: Autobahn 33 (Abkürzung: A 33) – verbindet die Autobahnen A 30 im Norden und A 44 im Süden und bedient damit die Relationen Niederlande/NordwestdeutschlandSachsen/Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verlauf

Die A 33 beginnt östlich von Osnabrück in Belm als zweispurige Schnellstraße, die von der B 51 abzweigt. Im Bereich des Osnabrücker Stadtteils Schinkel geht die Straße als Anschlussstelle Osnabrück-Schinkel dann in die eigentliche A 33 über, etwas später kreuzt sie die A 30 im Autobahnkreuz Osnabrück-Süd, und verläuft dann entlang der Orte Georgsmarienhütte, Hilter am Teutoburger Wald, Bad Rothenfelde und Dissen am Teutoburger Wald. In Richtung Bielefeld fahrend befinden sich in Höhe Borgloh/Kloster Oesede und kurz vor Hilter markante Steigungen und vor Dissen ein starkes Gefälle. Der nördliche Teil der A 33 endet dann vorläufig nach einer Länge von etwa 25 Kilometern bei Borgholzhausen an der B 476. Ab hier muss man sich besonders in Halle (Westf.) auf Staus und zähfließenden Verkehr einstellen, denn die zwischen Borgholzhausen und Bielefeld noch nicht durch die A 33 ersetzte B 68 ist häufig nicht in der Lage, den Verkehr aufzunehmen.

Vom Autobahnkreuz Bielefeld, welches etwa 25 Kilometer südöstlich vom Borgholzhausener Ausbauende gelegen ist und die A 33 mit der A 2 verknüpft, wurde der südliche Teil der Autobahn bereits fertiggestellt, er führt entlang der Orte Bielefeld-Sennestadt, Schloß Holte-Stukenbrock, dem Truppenübungsplatz Senne und Hövelhof Richtung Paderborn. Dort läuft die auf einem Wall liegende Autobahn zwischen den Ortsteilen Elsen im Westen und Schloß Neuhaus im Osten hindurch und an Paderborn selbst vorbei. Danach tritt sie in die Paderborner Hochfläche ein, passiert Borchen, kreuzt schließlich am Autobahnkreuz Wünnenberg-Haaren die A 44 (Dortmund-Kassel) und geht dann einige hundert Meter weiter in die B 480 über, die über Brilon weiter in das Sauerland führt.

[Bearbeiten] Besonderheiten

Zwischen den Anschlussstellen Dissen/Bad Rothenfelde und Dissen-Süd befindet sich ein ca. 700 Meter langer Lärmschutztunnel. Die A 33 wurde hier in Troglage gebaut und anschließend eingehaust.

[Bearbeiten] Planungen

[Bearbeiten] Geschichte und Ausbau

Die Geschichte der A 33 begann in den 1960er Jahren als Ersatzbundesstraße 68 (B 68n). Nach einem 1976 veröffentlichten Plan sollte die A 33 von ihrem heutigen Ende bei Belm aus am nördlichen Stadtrand von Osnabrück in westlicher Richtung verlaufen. Unmittelbar nördlich des heutigen Beginns der Schnellstraße auf dem Gebiet der Stadt Osnabrück sollte die A 33 auf die Trasse der B 68 einmünden, mit der A 1 ein Autobahnkreuz Osnabrück-Nord bilden und erst hinter Bramsche wieder zur B 68 werden. Diese stadtnahe Trassenführung wurde jedoch bereits frühzeitig verworfen, was an der Nummerierung der Anschlussstellen der A 1 deutlich erkennbar ist (für ein Autobahndreieck mit der A 33 wurde eine Nummer an der A 1 frei gelassen). Über den geplanten Lückenschluss der A 33 zur A 1 hinaus wird kein Weiterbau nordwestlich der A 1 erfolgen.

Außerdem soll die Lücke zwischen Borgholzhausen und dem Autobahnkreuz Bielefeld (A 2) geschlossen werden, da die B 68 vor allem im Stadtgebiet von Halle (Westf.) dem Verkehr nicht gewachsen ist und u. a. im Bielefelder Stadtbezirk Brackwede entlang dichter Wohnbebauung verläuft.

[Bearbeiten] Lückenschluss zwischen A 2 und Borgholzhausen

Der Lückenschluss zwischen der A 2 beim Autobahnkreuz Bielefeld und Borgholzhausen erfolgt in drei Abschnitten.

[Bearbeiten] Bau zwischen A 2 und B 61

Der erste Abschnitt zwischen der A 2 und der B 61 (Ostwestfalendamm/Gütersloher Straße) im südlichen Bielefeld ist seit dem 16. Juni 2007 im Bau, nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster im Februar und März 2007 alle drei gegen den Planfeststellungsbeschluss gerichteten Anträge auf Gewährung einstweiligen Rechtsschutzes zurückgewiesen hat.[1] Der Planfeststellungsbeschluss ist seit Juli 2010 rechtskräftig.[2] Die Verkehrsfreigabe dieses Abschnitts – einschließlich einer Verlängerung des Ostwestfalendamms bis zur neuen Trasse der A 33 – war zunächst für 2010 geplant,[3] wird aber inzwischen erst im Herbst 2012 erwartet.[4] Die Kosten belaufen sich auf 124,4 Millionen Euro.[4]

[Bearbeiten] Bau zwischen Bielefeld (B 61) und Steinhagen/Halle

Kreuz Bielefeld im Umbau

Für den zweiten Abschnitt zwischen Bielefeld und Steinhagen gibt es seit Juni 2007 einen Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Detmold. Eine Klage von neun Anwohnern der Trasse gegen den Bau wies das Bundesverwaltungsgericht, das seit einer Gesetzesänderung im Dezember 2006 erst- und letztinstanzlich für Klagen im Zusammenhang mit bestimmten großen Infrastrukturprojekten zuständig ist, im August 2009 als unbegründet ab.[5] Der erste Spatenstich erfolgte am 25. September 2009. Als Bauzeit wurden zunächst drei Jahre kalkuliert, als Termin für die Inverkehrnahme nennt das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium inzwischen aber erst das Jahr 2015.[6] Die Kosten des 7,9 Kilometer langen Teilstücks sollen rund 90 Millionen Euro betragen.[7]

[Bearbeiten] Abschnitt zwischen Steinhagen/Halle und Borgholzhausen

Für den dritten Abschnitt zwischen Halle und Borgholzhausen gibt es seit dem 9. Juni 2011 einen Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Detmold.[8] Im August 2008 fand als Teil des Planfeststellungsverfahrens ein Erörterungstermin in Halle statt, bei dem die bis Januar 2008 erhobenen Einwendungen erörtert wurden. Verzögernd bei der Planung dieses Abschnitts hat sich vor allem das Naturschutzgebiet Tatenhauser Wald ausgewirkt, das unter die EG-FFH-Richtlinie fällt. Nach der Entdeckung einer Bechsteinfledermaus-Kolonie im Dezember 2010 im Bereich Casum bei Borgholzhausen verzögerte sich die Planung weiter.[9]

Am 12. Oktober 2011 reichten die Umweltverbände aus Ostwestfalen-Lippe – offiziell vertreten durch den nordrhein-westfälischen Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss ein, da nach ihrer Ansicht wesentliche Bedingungen des Natur- und Artenschutzes nicht ausreichend berücksichtigt seien.[10] Weitere Klagen, etwa von Anwohnern, wurden aber nicht erhoben.[11] Die Klage der Umweltverbände hat keine aufschiebende Wirkung, so dass Baurecht besteht.[12]

Während der Zeitpunkt des Baubeginns aufgrund von Unklarheiten bezüglich der Finanzierung einige Zeit lang ungewiss war und eine Verschiebung um mehrere Jahre drohte,[13] erklärte der Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen Voigtsberger am 3. Januar 2012, dass die Finanzierung dieses Abschnitt nach Auskunft des Bundesverkehrsministeriums nun endgültig gesichert sei.[14] Trotz der Gewährleistung der Finanzierung und der Vollziehbarkeit des Planfeststellungsbeschlusses ist der tatsächliche Baubeginn aufgrund der Klage noch ungewiss, da von den Straßenbaubehörden in der Regel gerichtliche Entscheidungen abgewartet werden. Zurzeit ist somit ein Baubeginn im Anschluss an die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Ende 2012 oder Anfang 2013 realistisch.

Für den 12,6 Kilometer langen Abschnitt wird mit einer Bauzeit von sechs Jahren gerechnet. Die Kosten belaufen sich auf etwa 130 Millionen Euro, davon 31 Millionen für Natur-, Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen.[15]

[Bearbeiten] Weiterbau bis zur A 1

Im Norden Osnabrücks soll die A 33 vom Ausbauende in Osnabrück-Schinkel bis zur A 1 verlängert werden. Dieser Teilabschnitt wird durch von der EG-FFH-Richtlinie geschützte Gebiete verlaufen, was die Planung verzögert. Das Verfahren wird von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr – Geschäftsbereich Osnabrück – betrieben.

Die zurzeit favorisierte Trasse ist ca. neun Kilometer lang und soll fast ausschließlich durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete und Wälder verlaufen. Zwischen dem derzeitigen Ende in Schinkel und dem Autobahndreieck mit der A 1 sollen zwei neue Anschlussstellen entstehen.[16] Mit dem zu erwarteten Lückenschluss zwischen Bielefeld und Borgholzhausen ist auf der gesamten A 33 eine weitere Zunahme des Verkehrs zu erwarten, so dass der Lückenschluss zur A 1 für nunmehr besonders dringlich erachtet wird. Im Januar 2008 wurde auf Antrag der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vom Landkreis Osnabrück ein Raumordnungsverfahren eingeleitet, das das Planfeststellungsverfahren vorbereiten soll. Im Januar 2009 wurde es mit der landesplanerischen Feststellung der Vorzugsvariante abgeschlossen. Im Mai 2009 beantragte die Landesbehörde beim Bundesverkehrsministerium die Durchführung des Linienbestimmungsverfahrens.

Im November 2010 erließ die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr einen Planfeststellungsbeschluss für einen Teil der Verlängerung der A 33.[17] Dieser Abschnitt wurde dem Planfeststellungsverfahren zum Neubau der Ortsumgehung Belm (B 51) zugeschlagen. Der Planfeststellungsbeschluss ist unanfechtbar, so dass mit dem Bau begonnen werden kann, sobald die entsprechenden Finanzmittel durch den Bund zur Verfügung gestellt sind.

Vor allem Umweltverbände kritisieren die Planungen für den Weiterbau. Ein langer Rechtsstreit ist dennoch unwahrscheinlich, da Klagen gegen einen Planfeststellungsbeschluss nur vor dem Bundesverwaltungsgericht möglich wären (siehe oben).

Der Kreuzungspunkt der A 33 mit der A 1 wird bei Fertigstellung zwischen den Anschlussstellen Bramsche und Osnabrück-Nord liegen. Dem Autobahndreieck wird auf der A 1 die Nummer 69 zugeteilt werden. Dies wurde zum Zeitpunkt der Nummernvergabe für die Anschlussstellen schon berücksichtigt: Die Anschlussstelle Bramsche der A 1 hat die Nummer 68 und der darauf folgenden Anschlussstelle Osnabrück-Nord wurde die Nummer 70 zugeteilt.

[Bearbeiten] Nomenklatur

Die A 33, obwohl nach endgültiger Fertigstellung nur 113 Kilometer lang, kennt gleich zwei verschiedene Bezeichnungen. So wird die Strecke OsnabrückBielefeld als Teutoburger-Wald-Autobahn“ bezeichnet, das Teilstück Bielefeld–Paderborn heißt Senne-Autobahn“.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Bundesautobahn 33 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Weblinks zum Lückenschluss zwischen A 2 und Borgholzhausen

[Bearbeiten] Weblinks zum Weiterbau zur A 1

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bezirksregierung Detmold Autobahn A 33, Abruf: 20. November 2011
  2. Straßen.NRW A 33 Bielefeld - Borgholzhausen, Abruf: 20. November 2011
  3. radiobielefeld.de Lückenschluss der A33 hat begonnen, Abruf: 27. August 2011
  4. a b Westfalen Blatt (westfalen-blatt.de) A 33-Brücke ist bald fertig, Abruf: 27. August 2011
  5. Pressemitteilung des BVerwG vom 12. August 2009
  6. Westfalen Blatt (westfalen-blatt.de) Wirtschaft macht Druck: A33-Lücke zügig schließen, Abruf: 17. Juni 2011
  7. nw-news.de vom 25. September 2009 Erster Spatenstich für Teilstück der A 33
  8. Pressekonferenz zum „Planfeststellungsverfahren A 33 Abschnitt 7.1 Halle/Borgholzhausen“ (PDF-Datei)
  9. T-Online Fledermaus-Kolonie verzögert Ausbau der A 33, Abruf: 20. November 2011
  10. nw-news.de vom 12. Oktober 2011 Umweltverbände klagen gegen A-33-Lückenschluss, Abruf: 12. Oktober 2011
  11. die-glocke.de vom 27. Oktober 2011 Keine weitere Klage gegen Lückenschluss, Abruf: 20. November 2011
  12. Westfalen Blatt (westfalen-blatt.de) A33 könnte sofort gebaut werden, Abruf: 29. Dezember 2011
  13. Stefanie Adomeit: Staatssekretär: Endgültiger Lückenschluss für A33 zwischen Borgholzhausen und Halle schon 2012. Nicht jeder glaubt die frohe Botschaft. Neue Osnabrücker Zeitung (noz.de), 29. Dezember 2011, abgerufen am 29. Dezember 2011.
  14. Verkehrsminister Voigtsberger: Grünes Licht für Lückenschluss der A33
  15. nw-news.de vom 17. Januar 2012 A-33-Lückenschluss braucht Zeit: Bauzeit werde sechs Jahre dauern, Abruf: 17. Januar 2012
  16. Landkreis Osnabrück: Karte mit dem geplanten Verlauf der A 33 im Abschnitt Osnabrück-Schinkel – Dreieck Osnabrück Nord
  17. Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Planung und Bau der Ortsumgehung Belm im Zuge der A 33/ B 51


52.1294848.173828Koordinaten: 52° 7′ 46″ N, 8° 10′ 26″ O

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen