Henk Kamp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Henk Kamp (2011)

Henricus Gregorius Jozeph Kamp (genannt Henk Kamp; * 23. Juli 1952 in Hengelo, Provinz Overijssel) ist ein niederländischer Politiker der liberalen Volkspartij voor Vrijheid en Democratie. Kamp ist seit dem 5. November 2012 Wirtschaftsminister im Kabinett Rutte II. Zwischen 2002 und 2007 war er Verteidigungsminister; von Oktober 2010 bis November 2012 war er Minister für Soziales und Arbeit der Niederlande.

Nach einer Ausbildung zum Steuerprüfer (1977-1980) arbeitete Kamp zuerst bis 1986 bei der Steuerfahndung, bis er 1987 in das Parlament der Provinz Geldern gewählt wurde; ihm gehörte er bis 1994 an.[1]

Kamp ist, mit einer Unterbrechung 2002 bis 2006, seit 1994 Mitglied des Tweede Kammer genannten Unterhaus des niederländischen Parlamentes. Am 22. Juli 2002 wurde Kamp zum Minister für Wohnungswesen, Raumordnung und Umwelt,[1] daneben wurde er im Dezember mit der Leitung des Verteidigungsresort beauftragt. In der zweiten Regierung Balkenende übernahm Kamp danach nur noch das Amt des Verteidigungsministers, das er bis zum 22. Februar 2007 ausübte. Vom 14. Oktober 2010 bis zum 5. November 2012 war Kamp Minister für Soziales und Arbeit im Kabinett Rutte I. Danach wurde Kamp im nächsten Kabinett Ruttes Wirtschaftsminister.

Positionen[Bearbeiten]

Begleitet von Protesten Überlebender des Massaker von Srebrenica, ehrte die niederländische Regierung am 4. Dezember 2006 ungefähr 500 Soldaten des niederländischen Kontingents der Schutztruppe der Vereinten Nationen, Dutchbat III. Sie hätten seinerzeit einen „außerordentlich schwierigen Auftrag“ gehabt; nach 1995 seien sie „jahrelang falschen Anschuldigungen ausgesetzt“ gewesen, jedoch mittlerweile durch offizielle Untersuchungen entlastet, so der damalige niederländische Verteidigungsminister Henk Kamp.[2] Bosnien und Herzegowina protestierte auf diplomatischer Ebene gegen diese Ehrung. Angehörige von Massaker-Opfern und Überlebende aus Srebrenica sprachen bei Protestkundgebungen von einem „Genozid-Orden“. An der Demonstration in Sarajevo gegen die Auszeichnung der Soldaten beteiligte sich die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und forderte in einem offenen Brief an Kamp und Ministerpräsident Jan Peter Balkenende eine Entschuldigung bei den Überlebenden von Srebrenica.[3][4]

Kamp forderte im März 2007, die zielgerichtete Verweigerung von Integration zu einem Straftatbestand zu machen und Moscheen, in denen zur Integrationsverweigerung aufgerufen wird, umgehend zu schließen.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kurzbiografie auf der Website der Königlich niederländischen Vertretungen in Deutschland (Stand 2003; †)
  2. Ian Traynor: Dutch honour soldiers who stood by at Srebrenica massacre in: The guardian, 6. Dezember 2006
  3. Caroline Fetscher: Ehre, wem keine gebührt? Den Haag will den Ruf der Soldaten von Srebrenica wiederherstellen – und löst Proteste in Bosnien aus. In: Der Tagesspiegel, 6. Dezember 2006
  4. Orden für Uno-Soldaten von Srebrenica. In: Der Spiegel, 5. Dezember 2006
  5. http://www.telegraaf.nl/binnenland/61036301/Kamp:_tegenwerken_integratie_strafbaar.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Henk Kamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Benk Korthals Verteidigungsminister der Niederlande
2002-2007
Eimert van Middelkoop